Eine Humerusfraktur bezeichnet einen Bruch des Oberarmknochens. Je nach Bruchstelle unterscheidet man Frakturen im Bereich des Schultergelenks (proximale Humerusfraktur), des Oberarmschaftes oder in der Nähe des Ellenbogens (distale Humerusfraktur).
Die Verletzung entsteht häufig durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm oder direkt auf die Schulter. Besonders bei älteren Menschen mit Osteoporose können bereits leichtere Stürze zu einem Bruch führen.
Typische Beschwerden
- starke Schmerzen im Oberarm oder an der Schulter
- Schwellung und Bluterguss
- deutliche Bewegungseinschränkung
- Schmerzen beim Anheben oder Bewegen des Arms
- gegebenenfalls sichtbare Fehlstellung
- bei schweren Verletzungen Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen
Wie wird eine Humerusfraktur diagnostiziert?
Nach einer klinischen Untersuchung wird die Diagnose in der Regel durch Röntgenaufnahmen bestätigt. Je nach Frakturform oder Operationsplanung können zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder andere bildgebende Verfahren erforderlich sein.
Abhängig von Lage und Stabilität der Fraktur erfolgt die Behandlung konservativ mit einer Ruhigstellung oder operativ durch eine Stabilisierung mit Platten, Schrauben oder einem Marknagel.
Was empfehlen die aktuellen medizinischen Leitlinien?
Nach der anfänglichen Ruhigstellung empfehlen die aktuellen Behandlungskonzepte eine frühfunktionelle Rehabilitation, sobald dies medizinisch möglich ist. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu erhalten und den Arm schrittweise wieder belastbar zu machen.
Die Physiotherapie orientiert sich dabei immer an der Stabilität der Fraktur und den Vorgaben des behandelnden Arztes. Bewegungsumfang und Belastung werden im Heilungsverlauf kontinuierlich angepasst.
So setzen wir diese Empfehlungen in unserer Praxis um
Nach einer ausführlichen Befunderhebung erstellen wir einen individuellen Therapieplan, der sich an Ihrer Fraktur, einer möglichen Operation und dem aktuellen Heilungsverlauf orientiert.
Je nach Heilungsphase kommen unter anderem folgende Maßnahmen zum Einsatz:
- Schmerzlinderung und Ödemreduktion
- schonende Mobilisation von Schulter, Ellenbogen und Hand
- Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
- Kräftigung der Schulter- und Armmuskulatur
- Koordinations- und Alltagstraining
- individuelles Heimübungsprogramm
Unser Ziel ist es, die Beweglichkeit des Arms möglichst vollständig wiederherzustellen und Sie sicher in Alltag, Beruf und Sport zurückzuführen.
Was können Sie selbst tun?
Ihre aktive Mitarbeit trägt wesentlich zum Behandlungserfolg bei. Führen Sie die Übungen ausschließlich im mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten abgestimmten Bewegungsumfang durch.
Hand öffnen und schließen: Fördert die Durchblutung und reduziert Schwellungen der Hand.
Pendelübung: Lassen Sie den Arm locker hängen und bewegen Sie ihn vorsichtig in kleinen Kreisen – sofern diese Übung bereits freigegeben wurde.
Schulterblätter bewegen: Ziehen Sie die Schulterblätter langsam nach hinten unten zusammen und lösen Sie die Spannung wieder.
Finger-Wandlauf: Nach Freigabe durch Ihren Therapeuten können Sie die Finger langsam an einer Wand nach oben „laufen“ lassen, um die Beweglichkeit der Schulter schrittweise zu verbessern.
Unser Praxistipp: Versuchen Sie, Schulter, Ellenbogen und Hand im erlaubten Bewegungsumfang regelmäßig zu bewegen. Eine zu lange Schonhaltung kann die Beweglichkeit verzögern und das Risiko einer Schultersteife erhöhen.
Unser Ziel
Wir begleiten Sie während des gesamten Heilungsverlaufs – von der Ruhigstellung bis zur vollständigen Rückkehr in Alltag, Beruf und Sport. Dabei orientieren wir uns an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und passen die Behandlung individuell an Ihre Heilungsphase und Ihre persönlichen Ziele an.