Die Kassenverbände auf Bundesebene setzen die Prüfung der Unterbrechnungsfristen von Heilmittelverordnungen aus, wenn die letzte Behandlung vor der Unterbrechnung nach dem 17.Februar 2020 erfolgte. Für alle Verordnungen, die der Arzt nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt hat, entfällt der Zeitraum für den Behandlungsbeginn von 14 Tagen. Diese beiden Regelungen gelten aktuell sowohl für ärztliche als auch zahnärztliche Heilmittelverordnungen und für Verordnungen der Berufsgenossenschaften, die bis zum 31. Mai 2020 ausgestellt werden. 

Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte können Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen. Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung erfolgt ist. Die Verordnung kann dann postalisch an die Versicherte oder den Versicherten übermittelt werden.Krankenhausärztinnen und -ärzte können im Rahmen des sogenannten Entlassmanagements Heilmittel nicht nur für eine Dauer von bis zu 7 Tagen, sondern bis zu 14 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus verordnen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn das zusätzliche Aufsuchen einer Arztpraxis vermieden werden soll.

Seit dem 20.03.2020 konnten ärztliche Verordnungen über Krankengymnastik via Telemedizin (als Videobehandlung) in Anspruch genommen werden. Diese Regelung gilt bis einschließlich 30.05.2020, sie wurde am 02.04.2020 nochmals um einen Monat durch die Kassen verlängert.

In den Empfehlungen für den Heilmittelbereich sind die Regelungen zur Videobehandlung und telefonischen Beratung wieder gestrichen wurden. Damit gilt nur noch bis 30.06.2020, dass diese Leistungen erbracht und abgerechnet werden dürfen.

Notwendig wäre für die Videobehandlung ein internetfähiges Endgerät. Wir arbeiten mit Physiapp, die für die Patienten von uns kostenlos zur Verfügung gestellt wird.  Es kann eine Echtzeitbehandlung durchgeführt werden, wo auch entsprechende Korrekturen während der Behandlung erfolgen können.

Dabei entwirft der Therapeut ein Übungsprogramm und sendet einen Zugangscode zu. Professionell erstellte Videos zeigen Ihnen, wie die Übung richtig ausgeführt wird. Über einen E-Mail oder SMS-Service werden Sie erinnert, wann Sie Ihre Übungen absolvieren müssen. Diese Übungen können auch auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Die App verfolgt Ihre Fortschritte und Ihr Feedback, sodass der Therapeut auf der Grundlage klarer Ergebnisdaten besser unterstützen kann.

Diese Voraussetzungen müssen laut GKV erfüllt sein:

1. Die Videobehandlung muss in Räumen stattfinden, die Privatspäre bieten. Die Videotherapie darf also auch von zu Hause aus durchgeführt werden.

2. Die Therapeuten und die Patienten müssen über eine Technik verfügen, die eine angemessene gegenseitige Kommunikation ermöglicht. Wie diese genau auszusehen hat, ist nicht definiert. Die Videotherapie kann also über PC, Laptop, Tablet oder Smartphone mit Kanera sowie Audioein- und -ausgang durchgeführt werden.

3. Der Patient muss zur Videotherapie einwilligen. Wie die Einwilligung genau auszusehen hat, ist nicht weiter definiert. Und: Sie muss der Abrechnung nicht beigefügt, sondern nur auf Rückfrage vorgelegt werden.

 

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