N.A.P.-Ausbildung bei Renata Horst

Die N.A.P.-Weiterbildung – Neuroorthopädische Aktivitätsabhängige Plastizität – ist eine spezialisierte physiotherapeutische Fortbildung an der Schnittstelle zwischen Neurologie und Orthopädie.

Unsere Physiotherapeutin Mandy Werkstätter absolvierte ihre Weiterbildung direkt bei Renata Horst, der Entwicklerin des N.A.P.-Konzepts.

Die Weiterbildung ergänzt die grundlegende Physiotherapieausbildung um spezielle Kenntnisse zur Bewegungsanalyse, Neuroorthopädie, motorischem Lernen und zur Verbindung funktioneller Aktivitäten mit manualtherapeutischen und neurophysiologischen Prinzipien.

Was bedeutet N.A.P.?

N.A.P. steht für Neuroorthopädische Aktivitätsabhängige Plastizität.

Das Konzept wurde von der Physiotherapeutin Renata Horst entwickelt. Sie ist auf neurologische Rehabilitation, Orthopädische Manuelle Therapie und motorisches Lernen spezialisiert.

Ein zentraler Gedanke des Konzeptes ist, neurologische und orthopädische Zusammenhänge nicht getrennt voneinander zu betrachten.

Funktionelle Aktivitäten des Menschen bilden dabei einen wesentlichen Ausgangspunkt für Befund und Therapie.

Die N.A.P.-Akademie beschreibt das Konzept als integrative neuroorthopädische Therapie, bei der manualtherapeutisches Wissen und neurophysiologische Prinzipien miteinander verbunden werden.

Was lernen Therapeutinnen und Therapeuten in der N.A.P.-Weiterbildung?

Die Weiterbildung beschäftigt sich intensiv mit der Frage, warum eine bestimmte Bewegung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist und welche therapeutischen Möglichkeiten sich daraus ergeben.

Zu den zentralen Themen gehören unter anderem:

  • funktionelle Bewegungsanalyse
  • Neuroanatomie und Neurophysiologie
  • orthopädische und neurologische Zusammenhänge
  • motorische Kontrolle
  • motorisches Lernen
  • Haltung und posturale Kontrolle
  • Gleichgewicht und Koordination
  • alltagsrelevante Bewegungsabläufe
  • aktive Bewegung unter funktioneller Belastung
  • manualtherapeutische Techniken innerhalb einer Aktivität
  • Entwicklung individueller Bewegungsstrategien
  • Eigentraining
  • Anpassung der Therapie an persönliche Ziele

Der praktische Anteil spielt in der N.A.P.-Weiterbildung eine große Rolle. Auch die heutige N.A.P.-Akademie beschreibt ihre Fachtherapeutenkurse mit einem hohen Praxisanteil.

Neurologie und Orthopädie miteinander verbinden

Eine Besonderheit des N.A.P.-Konzeptes ist die Verbindung verschiedener physiotherapeutischer Fachgebiete.

Bewegungsprobleme können beispielsweise durch Veränderungen des Nervensystems, durch Gelenk- oder Muskelprobleme oder durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren beeinflusst werden.

Die Weiterbildung schult deshalb eine Betrachtungsweise, bei der nicht ausschließlich ein einzelner Muskel oder ein einzelnes Gelenk behandelt wird.

Stattdessen wird untersucht:

  • Welche Aktivität ist eingeschränkt?
  • Wie führt der Mensch diese Bewegung aktuell aus?
  • Welche Strukturen und Funktionen sind daran beteiligt?
  • Welche Möglichkeiten besitzt die Patientin oder der Patient bereits?
  • Welche therapeutische Unterstützung kann die Bewegung erleichtern?
  • Welche Bewegung ist für den persönlichen Alltag tatsächlich wichtig?

Funktionelle Aktivitäten im Mittelpunkt

Ein wesentliches Ziel ist, Therapie mit konkreten Aktivitäten zu verbinden.

Das können beispielsweise sein:

  • Aufstehen und Hinsetzen
  • Gehen
  • Treppensteigen
  • Greifen und Halten
  • Drehen im Bett
  • Anziehen
  • Arbeiten
  • sportliche Bewegungen
  • andere persönlich bedeutsame Alltagshandlungen

Dadurch wird eine therapeutische Technik nicht isoliert durchgeführt, sondern möglichst mit einer Bewegung verbunden, die für den jeweiligen Menschen einen konkreten Nutzen hat.

Aktive Bewegung statt ausschließlich passiver Behandlung

Ein wichtiger Grundgedanke von N.A.P. ist die aktive Beteiligung der Patientinnen und Patienten.

Die Therapeutin kann eine Bewegung manuell unterstützen, mobilisieren oder stabilisieren. Gleichzeitig führt die Patientin oder der Patient die entsprechende Aktivität aktiv aus.

Die Hände der Therapeutin dienen dabei als gezielte Unterstützung innerhalb des Bewegungsablaufs.

Ziel ist nicht, eine Bewegung vollständig für den Patienten auszuführen, sondern geeignete Bedingungen für eigenständiges motorisches Lernen zu schaffen.

Motorisches Lernen und Plastizität

Der Begriff Plastizität beschreibt grundsätzlich die Fähigkeit biologischer Systeme, sich an veränderte Anforderungen anzupassen.

Im Rahmen der N.A.P.-Weiterbildung spielt deshalb die Verbindung von Bewegung, Erfahrung und Lernen eine wichtige Rolle.

Therapeutische Übungen werden möglichst so gestaltet, dass sie:

  • aktiv ausgeführt werden,
  • ein konkretes Ziel besitzen,
  • für den Alltag relevant sind,
  • wiederholt werden können und
  • an die individuellen Fähigkeiten angepasst sind.

Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte „richtige“ Bewegung jedem Menschen vorzugeben.

Vielmehr soll eine funktionelle und individuell geeignete Bewegungsstrategie entwickelt werden.

Befund und Behandlung gehören zusammen

Wie bei anderen modernen physiotherapeutischen Konzepten beginnt die Behandlung nicht mit einer vorgegebenen Technik, sondern mit einer individuellen Befundaufnahme.

Die Therapeutin analysiert beispielsweise:

Was möchte der Mensch können?
Was gelingt bereits?
Wo entsteht die Einschränkung?
Welche Faktoren beeinflussen die Bewegung?
Welche therapeutische Unterstützung ist sinnvoll?

Aus dieser Analyse werden individuelle Therapieziele und geeignete Maßnahmen abgeleitet.

N.A.P. in der neurologischen Rehabilitation

Das Konzept kann unter anderem in der neurologischen Physiotherapie eingesetzt werden.

Die N.A.P.-Akademie nennt beispielsweise neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose und Parkinson als mögliche Anwendungsbereiche.

In unserer Praxis ist N.A.P. deshalb ein Bestandteil des neurologischen Behandlungsspektrums neben weiteren spezialisierten Konzepten.

→ Neurologische Physiotherapie und KG-ZNS in Leipzig

N.A.P. auch bei orthopädischen Fragestellungen

N.A.P. beschränkt sich nicht ausschließlich auf neurologische Erkrankungen.

Das Konzept wird laut N.A.P.-Akademie auch in der orthopädischen und traumatologischen Rehabilitation sowie in der Sportrehabilitation eingesetzt.

Entscheidend ist deshalb weniger eine bestimmte Diagnose als die Frage, welche funktionelle Einschränkung besteht und welches individuelle Therapieziel erreicht werden soll.

N.A.P. ist kein festes Übungsprogramm

Die Weiterbildung vermittelt keine Sammlung von Standardübungen, die bei jeder Patientin und jedem Patienten identisch durchgeführt werden.

Die therapeutische Vorgehensweise richtet sich nach:

  • Diagnose
  • physiotherapeutischem Befund
  • Bewegungsmöglichkeiten
  • Belastbarkeit
  • persönlichen Zielen
  • Anforderungen des Alltags
  • Verlauf der Therapie

Dadurch können zwei Menschen mit derselben Diagnose unterschiedliche therapeutische Schwerpunkte benötigen.

Diese Qualifikation in unserem Team

In unserer Praxis verfügt Mandy Werkstätter über die N.A.P.-Weiterbildung.

Ihr besonderer Schwerpunkt liegt in der neurologischen und neuroorthopädischen Physiotherapie. Zusätzlich verfügt sie über Weiterbildungen in Bobath und PNF und kann unterschiedliche therapeutische Konzepte entsprechend dem individuellen Befund miteinander verbinden. Ihre aktuellen Qualifikationen sind auf ihrem Teamprofil bereits entsprechend ausgewiesen.

→ Mandy Werkstätter – Behandlungsschwerpunkte und Qualifikationen

Von der Ausbildung zur Behandlung

Diese Seite beschreibt die N.A.P.-Weiterbildung und die fachliche Qualifikation.

Wenn Sie erfahren möchten, wie N.A.P. in der physiotherapeutischen Behandlung eingesetzt wird, finden Sie die Patienteninformationen auf unserer Leistungsseite:

→ N.A.P.-Therapie in der Praxis Beger

Bei neurologischen Erkrankungen erhalten Sie einen umfassenderen Überblick über Bobath, PNF, N.A.P. und KG-ZNS hier:

→ Neurologische Physiotherapie und KG-ZNS in Leipzig

Fachliche Informationen

Weiterführende Informationen zum Konzept, zur Weiterbildung und zu Renata Horst finden Sie beim offiziellen N.A.P.-Weiterbildungsinstitut:

→ N.A.P.-Akademie – Renata Horst

Über die Autorin

Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin

Autorin und fachliche Prüfung: Ines Beger
Zuletzt aktualisiert: August 2026

Welche Behandlung passt zu Ihnen?

Nicht immer ist auf den ersten Blick klar, welche Behandlung für die eigenen Beschwerden geeignet ist. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Orientierung. Welche Therapie tatsächlich infrage kommt, richtet sich nach Ihrem individuellen Befund.

Rücken und Nacken
Physiotherapie, Manuelle Therapie und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten

Schulter oder Gelenke
Physiotherapeutische Behandlung bei Beschwerden von Schulter und Gelenken

Kieferbeschwerden / CMD
Spezialisierte physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks

Neurologische Erkrankungen
Neurologische Physiotherapie mit Bobath, PNF und N.A.P.

Babys, Kinder und Jugendliche
Physiotherapie, Skoliosebehandlung nach Schroth, Osteopathie und Kinderchiropraktik

Osteopathie
Osteopathische Untersuchung und individuell abgestimmte Behandlung

Chiropraktik
Manuelle Untersuchung und chiropraktische Behandlung

Termin anfragen

 

Praxis Ines Beger

Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg – individuell und befundorientiert.

Informationen

Physiotherapie

Pestalozzistraße 60
04178 Leipzig

0341 4422796
info@physio-beger.de

Montag–Freitag:
7.00–20.00 Uhr

Facebook Physio YouTube

Osteopathie und Chiropraktik

Pestalozzistraße 66
04178 Leipzig

0341 4422796
info@osteopathie-beger-leipzig.de

Montag–Freitag:
nach Vereinbarung

Facebook Osteo

Wie verwenden Cookies
Wir möchten die Informationen auf dieser Webseite und auch unsere Leistungsangebote auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck setzen wir sog. Cookies ein.