Blutegeltherapie in Leipzig
Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten bekannten Naturheilverfahren und wird seit Jahrhunderten angewendet. Heute kommen ausschließlich medizinische Blutegel aus kontrollierter Zucht zum Einsatz. Während des Saugvorgangs geben die Tiere verschiedene biologisch aktive Substanzen über ihren Speichel in das Gewebe ab. Diese werden unter anderem mit gerinnungshemmenden, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften in Verbindung gebracht.
In unserer Praxis setzen wir die Blutegeltherapie als ergänzende Behandlung bei ausgewählten Beschwerden des Bewegungsapparates ein. Voraussetzung ist stets eine sorgfältige Untersuchung sowie die individuelle Prüfung, ob diese Therapie für Sie geeignet ist.
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Wann kann eine Blutegeltherapie sinnvoll sein?
Die Blutegeltherapie kann unter anderem in folgenden Situationen eingesetzt werden:
- Gonarthrose
- Tennisellenbogen (Epicondylitis)
- Omarthrose (Schulterarthrose)
- Bicepssehnenreizung
- Achillodynie
- schmerzhafte Muskel- und Faszienbeschwerden
- Hämatome und Schwellungen nach Verletzungen (je nach Befund)
- ausgewählte entzündliche Beschwerden des Bewegungsapparates
Ob eine Blutegeltherapie für Ihre Beschwerden infrage kommt, entscheiden wir nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung.
Die Untersuchung
Vor jeder Behandlung führen wir ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente.
Dabei prüfen wir unter anderem:
- die genaue Diagnose
- den aktuellen Gesundheitszustand
- mögliche Gegenanzeigen
- die Einnahme blutverdünnender Medikamente
- mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten
Falls erforderlich, beziehen wir vorhandene ärztliche Befunde oder bildgebende Untersuchungen in unsere Beurteilung mit ein.
Die Behandlung
Nach der Desinfektion der Haut werden – je nach Beschwerdebild – mehrere medizinische Blutegel auf die betroffene Körperregion gesetzt.
Der Biss wird meist als leichtes Stechen beschrieben und lässt nach kurzer Zeit nach. Anschließend saugen die Blutegel etwa 30 bis 90 Minuten und fallen von selbst ab.
Nach der Behandlung bluten die kleinen Bissstellen noch mehrere Stunden nach. Diese Nachblutung ist ein normaler Bestandteil der Therapie. Anschließend wird ein steriler Verband angelegt und Sie erhalten genaue Hinweise zur Nachsorge.
Jeder Blutegel wird ausschließlich einmal verwendet und anschließend entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aus dem medizinischen Einsatz genommen.
Häufige Fragen zur Blutegeltherapie
Bei welchen Beschwerden kann eine Blutegeltherapie infrage kommen?
Die Blutegeltherapie kann nach individueller Untersuchung beispielsweise bei bestimmten schmerzhaften Gelenkbeschwerden erwogen werden. Am besten untersucht ist sie bei Kniearthrose. Die Studienergebnisse lassen sich jedoch nicht automatisch auf andere Beschwerden übertragen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die medizinischen Blutegel werden auf die zuvor gereinigte Haut gesetzt. Sie saugen sich fest und fallen gewöhnlich selbstständig ab. Anschließend wird die Bissstelle mit einem saugfähigen Verband versorgt, da eine längere Nachblutung Bestandteil der Behandlung ist.
Wie lange dauert eine Blutegelbehandlung?
Planen Sie einschließlich Vorbereitung, Anwendung und Verband ungefähr zwei Stunden ein. Die tatsächliche Dauer hängt davon ab, wie lange die Blutegel saugen und wann sie sich selbstständig lösen.
Ist der Biss schmerzhaft?
Der Biss wird unterschiedlich empfunden. Häufig wird er mit einem Mückenstich, einem kurzen Brennen oder Ziehen verglichen. Während des Saugens kann ein leichtes Spannungsgefühl entstehen.
Wie lange blutet die Wunde nach?
Die Bissstellen können mehrere Stunden nachbluten. Deshalb erhalten Sie einen saugfähigen Verband und genaue Hinweise für das Verhalten nach der Behandlung. Die Blutung darf nicht eigenständig durch Abbinden oder andere Maßnahmen unterdrückt werden.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Möglich sind längere Nachblutungen, Blutergüsse, Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen, Kreislaufreaktionen und kleine Narben. Selten können stärkere Blutverluste, allergische Reaktionen oder Infektionen auftreten. Bei ungewöhnlich starker Blutung, Fieber, zunehmender Rötung oder starken Beschwerden sollten Sie uns beziehungsweise ärztliche Hilfe kontaktieren.
Wann darf keine Blutegeltherapie durchgeführt werden?
Eine Behandlung kommt beispielsweise bei schweren Gerinnungsstörungen, ausgeprägter Blutarmut, bestimmten Erkrankungen des Immunsystems oder akuten Infektionen nicht infrage. Auch bei der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente kann sie ungeeignet sein. Medikamente dürfen niemals eigenständig abgesetzt werden.
Was muss ich vor dem Termin beachten?
Informieren Sie uns über alle Erkrankungen, Allergien und Medikamente – besonders über Blutverdünner. Am Behandlungstag sollten auf der vorgesehenen Hautstelle keine stark duftenden Cremes, Parfüms oder ätherischen Öle verwendet werden.
Was sollte ich nach der Behandlung beachten?
Schonen Sie den behandelten Bereich und vermeiden Sie am Behandlungstag Sport, Sauna, Schwimmen und intensive Wärme. Der Verband muss sauber und trocken bleiben. Genauere Hinweise erhalten Sie unmittelbar nach der Behandlung.
Bleiben Narben zurück?
An den Bissstellen können kleine, sternförmige Hautveränderungen entstehen. Diese verblassen meistens mit der Zeit, können jedoch dauerhaft sichtbar bleiben.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Das lässt sich nicht pauschal bestimmen. Ob eine weitere Anwendung sinnvoll ist, hängt vom Beschwerdebild, der Verträglichkeit und dem bisherigen Verlauf ab. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden.
Benötige ich ein Rezept?
Nein. Die Blutegeltherapie wird in unserer Praxis als Heilpraktikerleistung angeboten. Bei bestimmten Beschwerden oder Vorerkrankungen kann vorher eine ärztliche Abklärung erforderlich sein.
Kann die Blutegeltherapie mit anderen Verfahren kombiniert werden?
Abhängig vom Befund kann sie in ein individuelles Behandlungskonzept eingebunden und beispielsweise mit Osteopathie, Manueller Therapie, Phytotherapie oder aktiven Übungen kombiniert werden.
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Quellen und weiterführende Informationen
Für die Blutegeltherapie liegen insbesondere Untersuchungen zur symptomatischen Behandlung der Kniearthrose vor. Einzelne Studien zeigen mögliche kurzfristige Verbesserungen von Schmerzen und Gelenkfunktion. Aufgrund der begrenzten Anzahl und Größe der Studien lassen sich diese Ergebnisse jedoch nicht auf sämtliche Beschwerden und Körperregionen übertragen.
- PubMed: Blutegeltherapie bei Kniearthrose – systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse
- PubMed: Vergleich von Blutegeltherapie und TENS bei Kniearthrose
- PubMed: Nutzen und Risiken medizinischer Blutegel
- PubMed: Infektionsrisiken durch Aeromonas-Bakterien
- PharmNet.Bund: Informationen zu Arzneimitteln in Deutschland
Die Quellen belegen nicht, dass eine Blutegeltherapie bei allen genannten Beschwerden wirksam ist. Mögliche Risiken sind insbesondere längere Nachblutungen, Blutverlust, Wundinfektionen, allergische Reaktionen, Kreislaufbeschwerden und Narbenbildung. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Gerinnungsstörungen, Blutarmut, eingeschränkter Immunabwehr und der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente erforderlich.
Die Behandlung sollte ausschließlich mit für medizinische Zwecke vorgesehenen Blutegeln, nach sorgfältiger Indikationsstellung, unter hygienischen Bedingungen und nach einer verständlichen Aufklärung erfolgen. Sie ersetzt keine notwendige ärztliche Diagnostik oder leitliniengerechte Behandlung.
Über die Autorin
Ines Beger ist Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg. Seit mehr als 24 Jahren begleitet sie Menschen mit Beschwerden des Bewegungsapparates und funktionellen Gesundheitsproblemen. Zu ihren Schwerpunkten gehören Osteopathie, Chiropraktik, Neuraltherapie und individuell abgestimmte Behandlungskonzepte.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung oder Beratung.