Die KGG-Ausbildung ist eine spezielle physiotherapeutische Weiterbildung für die Durchführung der Krankengymnastik am Gerät.
Sie baut auf der abgeschlossenen Physiotherapieausbildung auf und vermittelt zusätzliche Kenntnisse in medizinischer Trainingslehre, Trainingssteuerung, funktioneller Bewegungsanalyse und dem gezielten Einsatz medizinischer Trainingsgeräte.
Für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten gelten für KG-Gerät besondere Qualifikationsanforderungen. Nach den aktuell gültigen Vorgaben des GKV-Spitzenverbandes muss hierfür eine anerkannte spezielle Fortbildung absolviert werden. Für die Abrechnung gegenüber gesetzlichen Krankenkassen ist außerdem eine entsprechende Abrechnungserlaubnis erforderlich. Die derzeitige Leistungsbeschreibung nennt für die spezielle KG-Gerät-Fortbildung einen Umfang von mindestens 40 Stunden.
Was lernen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in der KGG-Ausbildung?
Die Weiterbildung beschäftigt sich nicht einfach mit der Bedienung von Trainingsgeräten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie körperliche Belastung therapeutisch geplant, dosiert und im Verlauf angepasst wird.
Typische Ausbildungsinhalte sind:
- medizinische Trainingslehre und Trainingssteuerung
- funktionelle Anatomie und Biomechanik
- Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer
- physiotherapeutische Befundaufnahme
- Auswahl geeigneter Übungen und Trainingsgeräte
- Festlegung von Belastung und Widerstand
- Planung individueller Trainingsprogramme
- Anpassung der Belastung an Heilungsverlauf und Leistungsfähigkeit
- Kontrolle und Dokumentation des Trainingsverlaufs
- Entwicklung ergänzender Eigenübungen
Vom physiotherapeutischen Befund zum Trainingsplan
KGG ist kein standardisiertes Fitnesstraining.
Vor Beginn des Trainings wird beurteilt, welche Bewegungen möglich sind, welche Funktionen eingeschränkt sind und welche Belastungen aktuell sinnvoll erscheinen.
Dabei können beispielsweise Beweglichkeit, Muskelkraft, Koordination, Stabilität und Belastbarkeit berücksichtigt werden.
Auf dieser Grundlage erstellt die Therapeutin oder der Therapeut einen individuellen Trainingsplan und passt Übungen, Widerstände und Umfang im weiteren Therapieverlauf an.
Belastung gezielt steuern
Eine wesentliche Kompetenz der KGG-Ausbildung ist die Trainingssteuerung.
Dabei geht es nicht darum, möglichst hohe Gewichte zu bewegen. Entscheidend ist, wie viel Belastung zu einem bestimmten Zeitpunkt sinnvoll ist.
Gerade nach Verletzungen oder Operationen muss die Belastung schrittweise aufgebaut werden. Gleichzeitig kann bei länger bestehenden Beschwerden eine andere Trainingsstrategie erforderlich sein.
Die Weiterbildung vermittelt deshalb Kenntnisse darüber, wie Trainingsreize individuell geplant und verändert werden können.
Kraft, Koordination und Beweglichkeit
In der Krankengymnastik am Gerät können unterschiedliche körperliche Fähigkeiten trainiert werden.
Je nach Befund können beispielsweise Kraftaufbau, Stabilisation, Koordination, Beweglichkeit oder allgemeine körperliche Belastbarkeit im Mittelpunkt stehen.
Diese Bereiche werden nicht isoliert betrachtet. Eine Bewegung im Alltag oder Sport erfordert häufig das Zusammenspiel mehrerer Fähigkeiten.
KGG nach Verletzungen und Operationen
Ein häufiges Einsatzgebiet der Krankengymnastik am Gerät ist der kontrollierte Belastungsaufbau nach Verletzungen oder Operationen.
Die Weiterbildung vermittelt deshalb auch die Planung einer schrittweisen Rehabilitation.
Dabei wird berücksichtigt, welche Belastung aktuell möglich ist und welche Funktionen für Alltag, Beruf oder Sport wieder benötigt werden.
Welche konkrete KGG-Behandlung wir in unserer Praxis anbieten, erklären wir auf unserer Leistungsseite „Krankengymnastik am Gerät (KGG)“. KGG-Behandlung in der Praxis Beger
KGG und medizinische Trainingstherapie
KGG weist viele Gemeinsamkeiten mit der medizinischen Trainingstherapie auf. Beide nutzen gezielt dosierte körperliche Belastungen zur Verbesserung von Funktion und Belastbarkeit.
Für die vertragsärztlich verordnete Krankengymnastik am Gerät bestehen jedoch konkrete Anforderungen hinsichtlich Qualifikation und Durchführung. Die KGG ist deshalb nicht einfach mit einem allgemeinen Trainingsangebot gleichzusetzen.
Diese Qualifikation in unserem Team
Ines Beger – KGG-Qualifikation über die MTT-Ausbildung
Julia Annowsky – KGG
Falk Scheibner – KGG
Mandy Werkstätter – KGG
Erik Püschel – KGG
Wolfgang Greb – KGG-Qualifikation über die MTT-Ausbildung
Vincent Böhm – KGG
Kirstin Fokuhl – KGG
Die individuellen Behandlungsschwerpunkte und weiteren Qualifikationen finden Sie auf den jeweiligen Teamseiten.
Krankengymnastik am Gerät (KGG) in unserer Praxis
Von der Ausbildung zur Behandlung
Diese Seite erläutert die KGG-Ausbildung und die fachliche Zusatzqualifikation unserer Therapeutinnen und Therapeuten.
Wenn Patientinnen und Patienten dagegen wissen möchten, wie Krankengymnastik am Gerät abläuft, für welche Beschwerden sie eingesetzt werden kann und wie das Training in eurer Praxis organisiert ist, sollte ausschließlich auf die KGG-Leistungsseite verwiesen werden:
Krankengymnastik am Gerät (KGG) in Leipzig
Fachliche Grundlage
Für KG-Gerät gelten innerhalb der Versorgung gesetzlich Versicherter besondere Anforderungen an Weiterbildung und Abrechnung. Der GKV-Spitzenverband führt KG-Gerät ausdrücklich als besondere physiotherapeutische Maßnahme mit entsprechender Qualifikationsanforderung. Die aktuellen Weiterbildungsregelungen gelten seit Juni 2026; der vdek veröffentlicht dazu auch die anerkannten Weiterbildungsträger und Fachlehrkräfte.
Ich würde hier nicht unnötig einzelne Paragraphen und Abrechnungsdetails für Patienten ausbreiten. Der kurze Hinweis zeigt fachliche Seriosität und grenzt die KGG-Qualifikation zugleich von einem normalen Geräteeinweisungskurs ab.
Über die Autorin
Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin
Ines Beger – Teamprofil
Zuletzt aktualisiert: August 2026