Sie möchten nach einer Verletzung, einer Operation oder bei länger bestehenden Beschwerden wieder mehr Kraft und Belastbarkeit gewinnen? In unserer Physiotherapiepraxis in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg bieten wir Krankengymnastik am Gerät (KGG) an.
Gemeinsam besprechen wir, was Ihnen im Alltag wieder leichter fallen soll. Auf Grundlage Ihrer physiotherapeutischen Befunderhebung planen wir Ihr Training und stimmen Übungen, Geräte und Belastung auf Ihren Befund und Ihre Ziele ab.
Sie möchten mit der Krankengymnastik am Gerät beginnen oder haben Fragen zur Behandlung? Wir beraten Sie gern und vereinbaren einen passenden Termin mit Ihnen.
Termin online anfragen oder rufen Sie uns unter 0341 4422796 an.
Was ist Krankengymnastik am Gerät?
Die Krankengymnastik am Gerät – kurz KGG – ist eine von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannte physiotherapeutische Behandlung. Sie richtet sich an Menschen, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit nach Verletzungen, Operationen oder bei Beschwerden des Bewegungsapparates gezielt wieder aufbauen möchten.
Im Gegensatz zum klassischen Fitnesstraining erfolgt das Training auf Grundlage einer physiotherapeutischen Untersuchung. Belastung, Übungen und Trainingsintensität werden individuell geplant und regelmäßig angepasst.
Das Ziel besteht nicht darin, möglichst schwere Gewichte zu bewegen, sondern Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Stabilität sicher und nachhaltig zu verbessern.
Bei welchen Beschwerden kann KGG verordnet werden?
Krankengymnastik am Gerät kann bei bestimmten Erkrankungen der Wirbelsäule, der Extremitäten und des Beckens sowie bei chronifiziertem Schmerzsyndrom verordnet werden. Ob KG-Gerät im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach der ärztlichen Verordnung, den funktionellen Einschränkungen und dem Therapieziel.
Wirbelsäule (WS): zum Beispiel bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen, Bandscheibenprolaps, Wirbelsäulenverletzungen, Spondylolisthesis, Skoliose oder Osteoporose. Mehr zu Rücken und Wirbelsäule.
Extremitäten und Becken (EX): zum Beispiel bei Verletzungen und Frakturen, nach Operationen, bei Arthrose, Bandverletzungen oder Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit und Muskelfunktion. Bei Schulterbeschwerden finden Sie Informationen zur Schulterbehandlung. Weitere Beispiele stehen in unserer Diagnosenübersicht.
Chronifiziertes Schmerzsyndrom (CS): zum Beispiel bei Fibromyalgie, neuropathischen Schmerzen oder komplexem regionalem Schmerzsyndrom.
Die Beispiele orientieren sich am b . Die ärztliche Verordnung richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und Befund.
Welche Behandlungsmöglichkeiten nach einem Kreuzbandriss bestehen, lesen Sie in unserem Beitrag: Kann ein vorderer Kreuzbandriss von selbst heilen?
Ob KGG für Ihre Beschwerden geeignet ist, entscheiden wir immer nach einer ausführlichen Untersuchung.
Die Untersuchung – Grundlage Ihres Trainings
Jedes Trainingsprogramm beginnt mit einer sorgfältigen physiotherapeutischen Befunderhebung.
Dabei beurteilen wir unter anderem:
- Beweglichkeit,
- Muskelkraft,
- Koordination,
- Gleichgewicht,
- Stabilität,
- Bewegungsabläufe,
- Belastbarkeit im Alltag.
Gemeinsam mit Ihnen legen wir realistische Therapieziele fest und erstellen einen individuellen Trainingsplan.
KGG bei uns: 60 Minuten für gezielt gesteuertes Training
Für Krankengymnastik am Gerät nennt die GKV-Leistungsbeschreibung einen Richtwert von 60 Minuten pro Patientin oder Patient. Verglichen mit einer üblichen KG-Einheit von etwa 20 Minuten steht damit ungefähr die dreifache Behandlungszeit zur Verfügung. Diese zusätzliche Zeit nutzen wir für eine gezielte Trainingssteuerung: Wir wählen passende Geräte und Übungen aus und stimmen Belastung, Wiederholungen und Serien auf Ihren Befund und Ihre Therapieziele ab.
Bei uns beginnen bis zu drei Patientinnen und Patienten gemeinsam. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm trainieren sie parallel an verschiedenen Stationen. Wir leiten die Übungen an, beaufsichtigen die Bewegungsausführung kontinuierlich und korrigieren sie bei Bedarf. Im Verlauf überprüfen wir den individuellen Trainingsplan und passen die Belastung an. Ein kurzes Abwärmprogramm schließt die Einheit ab.
Zusätzlich erarbeiten wir mit Ihnen ein begleitendes Übungsprogramm für Mobilisation, Stabilität und Beweglichkeit, das Sie auch außerhalb der Behandlung nutzen können.
KG, KGG und MTT: Was ist der Unterschied?
Krankengymnastik (KG) ist eine ärztlich verordnete physiotherapeutische Behandlung. Die Regelbehandlungszeit beträgt 15 bis 25 Minuten, häufig etwa 20 Minuten. Je nach Befund arbeiten wir mit individuellen Übungen und weiteren physiotherapeutischen Maßnahmen. Auch Geräte können ergänzend zum Einsatz kommen.
Krankengymnastik am Gerät (KGG) ist ein eigenständiges Heilmittel der gesetzlichen Krankenkassen. Der Richtwert beträgt 60 Minuten pro Patientin oder Patient. Bis zu drei Personen können parallel behandelt werden. In unserer Praxis beginnen sie gemeinsam und trainieren im Kreistraining an verschiedenen Stationen. Übungen und Belastung werden individuell gesteuert.
Medizinische Trainingstherapie (MTT) bieten wir als Privatleistung an. Sie ist nicht an den KGG-Richtwert von 60 Minuten gebunden. Dauer und Umfang vereinbaren wir passend zu Ihrem Trainingsziel und Bedarf. MTT kann bei umfassenderen oder komplexeren Trainingsvorhaben sinnvoll sein und wird von Therapeutinnen und Therapeuten mit entsprechender MTT-Qualifikation durchgeführt.
Welche Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen wir anhand Ihrer Beschwerden, Ziele und Ihres Befunds.
Aktive Therapie für nachhaltige Ergebnisse
Die KGG setzt auf Ihre aktive Mitarbeit.
Durch gezieltes Training werden Muskeln aufgebaut, Bewegungsabläufe verbessert und Gelenke stabilisiert. Gleichzeitig lernen Sie Übungen kennen, die Sie auch außerhalb der Therapie durchführen können.
Unser Ziel ist es, Sie dabei zu unterstützen, Ihre körperliche Belastbarkeit langfristig wiederzuerlangen und Beschwerden möglichst nachhaltig zu reduzieren.
Unsere Qualifikation
Die Krankengymnastik am Gerät darf nur von speziell qualifizierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Unsere Therapeutinnen und Therapeuten verfügen über die anerkannte KGG-Zusatzqualifikation. In dieser Weiterbildung werden unter anderem medizinische Trainingslehre, Trainingssteuerung, Biomechanik, funktionelle Bewegungsanalyse und die sichere Anwendung medizinischer Trainingsgeräte vermittelt.
Durch regelmäßige Fortbildungen halten wir unser Fachwissen auf dem aktuellen Stand und entwickeln individuelle Trainingsprogramme auf Grundlage moderner physiotherapeutischer Erkenntnisse.
Unsere KGG-qualifizierten Therapeutinnen und Therapeuten
Für die Krankengymnastik am Gerät (KGG) stehen Ihnen in unserer Praxis mehrere entsprechend qualifizierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zur Verfügung.
Ines Beger – KGG-Qualifikation über die MTT-Ausbildung
Julia Annowsky – KGG
Falk Scheibner – KGG
Mandy Werkstätter – KGG
Erik Püschel – KGG
Wolfgang Greb – KGG-Qualifikation über die MTT-Ausbildung
Vincent Böhm – KGG
Kirstin Fokuhl – KGG
Welche Therapeutin oder welcher Therapeut für Ihre Behandlung besonders geeignet ist, richtet sich nach Ihrem individuellen Befund, Ihren Therapiezielen und den jeweiligen Behandlungsschwerpunkten.
→ Mehr über die KGG-Ausbildung und fachliche Qualifikation erfahren
KGG im Rahmen Ihrer Behandlung
Die KGG ist ein eigenständiges, ärztlich verordnungsfähiges Heilmittel. Je nach Befund und ärztlicher Verordnung können weitere physiotherapeutische Maßnahmen hinzukommen. Übungen für zu Hause stimmen wir auf Ihren Trainingsplan ab. Private Leistungen wie Chiropraktik besprechen und vereinbaren wir separat.
Einblick in die Krankengymnastik am Gerät
Das Video zeigt beispielhaft verschiedene Möglichkeiten der Krankengymnastik am Gerät (KGG) in unserer Physiotherapiepraxis.
Die Übungen, Trainingsgeräte und Widerstände werden individuell an den physiotherapeutischen Befund, die körperlichen Voraussetzungen und die persönlichen Therapieziele angepasst.
Die gezeigten Übungen sind kein allgemeines Trainingsprogramm zum selbstständigen Nachmachen. Welche Übungen und Belastungen geeignet sind, wird im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung individuell festgelegt.
Häufige Fragen zur Krankengymnastik am Gerät
Was ist der Unterschied zwischen KGG und Fitnessstudio?
Bei der Krankengymnastik am Gerät trainieren Sie unter physiotherapeutischer Anleitung auf Grundlage einer medizinischen Diagnose oder eines individuellen Befundes. Übungen, Belastung und Trainingsziele werden gezielt an Ihre Beschwerden angepasst und regelmäßig überprüft.
Benötige ich Vorkenntnisse?
Nein. Die Übungen werden ausführlich erklärt und individuell an Ihre körperlichen Voraussetzungen angepasst.
Wie viele Behandlungen umfasst eine Verordnung?
Bei einer regulären KGG-Verordnung sind in den Diagnosegruppen WS, EX und CS grundsätzlich bis zu sechs Behandlungseinheiten je Verordnung vorgesehen.
Bei einer Blankoverordnung für bestimmte Schulterdiagnosen kann die Anzahl der Behandlungseinheiten auf dem Rezept offenbleiben. Dann plant die behandelnde Physiotherapeutin oder der behandelnde Physiotherapeut den Umfang der Behandlung im Rahmen der maximal 16-wöchigen Gültigkeit nach Befund und Therapieziel. Die konkrete Planung besprechen wir mit Ihnen.
Kann ich trotz Schmerzen trainieren?
Das hängt von der Ursache Ihrer Beschwerden ab. Ziel der Therapie ist es, die Belastung so zu wählen, dass sie Ihrem Heilungsverlauf entspricht. Schmerzen werden dabei stets berücksichtigt und das Training entsprechend angepasst.
Benötige ich Sportkleidung?
Ja. Für das Training empfehlen wir bequeme Sportkleidung sowie saubere Hallenschuhe oder geeignete Trainingsschuhe.
Kann KGG nach einer Operation durchgeführt werden?
Ja. Die Krankengymnastik am Gerät wird häufig nach Operationen eingesetzt, um Kraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit schrittweise wieder aufzubauen. Voraussetzung ist, dass die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Therapie freigegeben hat.
Was sagt die Forschung zu Bewegungstherapie und KGG?
Eine Cochrane-Übersicht von 2025 fasst 31 Cochrane-Reviews mit 644 Studien und 97.183 Erwachsenen zusammen. Bei chronischen Kreuzschmerzen können Bewegungstherapien Schmerzen wahrscheinlich verringern und die körperliche Funktion leicht verbessern. Die ausgewerteten Forschungsdaten reichen bis April 2023.
Die Übersicht untersucht Bewegungstherapie allgemein, nicht gezielt die deutsche Heilmittelposition KGG oder den Ablauf in unserer Praxis. Sie ist daher kein direkter Wirksamkeitsnachweis für jede KGG-Behandlung.
Der praktische Mehrwert der KGG liegt in der gezielten Trainingssteuerung und dem 60-Minuten-Richtwert pro Patientin oder Patient. Die längere Zeit bietet Raum, Übungen und Belastung auf Befund und Therapieziel abzustimmen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch eine dreifache Wirkung gegenüber KG.
Quellen und weiterführende Informationen
-
Hayden et al. (2021): Exercise therapy for chronic low back pain – Cochrane Review
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Heilmittel-Richtlinie und Heilmittelkatalog
Fachlich geprüft von
Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin
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Zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert: Oktober 2026