Schroth-Ausbildung – spezialisierte Physiotherapie bei Skoliose
Die physiotherapeutische Behandlung einer Skoliose erfordert besondere Kenntnisse über die dreidimensionale Veränderung der Wirbelsäule, unterschiedliche Krümmungsmuster und die individuell angepasste Auswahl von Übungen.
Die Schroth-Ausbildung ist eine spezialisierte Weiterbildung für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die Menschen mit Skoliose gezielt behandeln möchten.
Sie ergänzt die allgemeine Physiotherapieausbildung um spezielles Wissen zur physiotherapeutischen Befundung, Haltungskorrektur, Atmung und aktiven Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen.
Was ist die Schroth-Methode?
Die Schroth-Methode wurde ursprünglich von Katharina Schroth für die konservative Behandlung von Skoliosen entwickelt und im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt steht die dreidimensionale Betrachtung der Wirbelsäule und des Rumpfes.
Eine Skoliose zeigt sich nicht nur als seitliche Abweichung der Wirbelsäule. Auch Rotation und Veränderungen des Rumpfes spielen eine Rolle. Deshalb werden Übungen und Korrekturen an das individuelle Krümmungsmuster angepasst.
Mehr über die konkrete Behandlung in unserer Praxis erfahren Sie auf unserer Leistungsseite:
→ Skoliosebehandlung nach Schroth in Leipzig
Was lernen Physiotherapeutinnen in der Schroth-Ausbildung?
Die Weiterbildung vermittelt spezielle Kenntnisse für die physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung von Menschen mit Skoliose.
Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:
- Erkennen und Einordnen unterschiedlicher Skoliosemuster
- dreidimensionale Betrachtung von Wirbelsäule und Rumpf
- physiotherapeutische Befundung und Haltungsanalyse
- Auswahl individueller Ausgangsstellungen
- aktive Haltungskorrekturen
- spezifische Atemtechniken
- Wahrnehmung und Korrektur der eigenen Körperhaltung
- Anpassung von Übungen an das jeweilige Krümmungsmuster
- Übertragung der Korrekturen auf Sitzen, Stehen und Alltagsbewegungen
- Anleitung eines individuellen Übungsprogramms
- Anpassung an Alter, Belastbarkeit und persönliche Therapieziele
- Begleitung einer eventuell notwendigen Korsettversorgung im physiotherapeutischen Kontext
Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, dass Patientinnen und Patienten die erarbeiteten Korrekturen zunehmend selbst wahrnehmen und aktiv umsetzen können.
Warum ist die individuelle Befundung so wichtig?
Skoliose ist nicht gleich Skoliose.
Ausprägung, Krümmungsmuster, Rotation, Alter, Wachstumsphase, körperliche Voraussetzungen und mögliche Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.
Deshalb reicht es nicht aus, allen Patientinnen und Patienten dieselben Rückenübungen zu zeigen.
Die Schroth-Ausbildung vermittelt die Kenntnisse, um Übungen auf die individuelle Wirbelsäulenform und den physiotherapeutischen Befund abzustimmen.
Welche Behandlung tatsächlich geeignet ist, richtet sich zusätzlich nach der ärztlichen Diagnose und – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – nach der weiteren körperlichen Entwicklung.
Dreidimensionale Haltungskorrektur
Ein wesentliches Merkmal der Schroth-Therapie ist die dreidimensionale Haltungskorrektur.
Dabei wird nicht nur versucht, eine seitliche Abweichung zu beeinflussen. Auch Rotation, Rumpfform und die individuelle Haltung werden berücksichtigt.
Die Therapeutin unterstützt dabei, geeignete Korrekturpositionen zu finden und diese zunehmend aktiv einzunehmen.
Ziel ist es, die korrigierte Haltung nicht nur während einer einzelnen Übung zu erreichen, sondern sie soweit möglich auch auf alltägliche Situationen zu übertragen.
Atmung als Bestandteil der Schroth-Therapie
Spezielle Atemtechniken gehören ebenfalls zur Schroth-Methode.
Dabei wird die Atmung mit der individuellen Haltungskorrektur verbunden. Patientinnen und Patienten lernen, Atmung und aktive Aufrichtung gezielt miteinander zu kombinieren.
Welche Atem- und Korrekturtechniken eingesetzt werden, richtet sich nach dem individuellen Krümmungsmuster und dem physiotherapeutischen Befund.
Übungen für den Alltag
Ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung ist die Frage, wie erlernte Korrekturen in den Alltag übertragen werden können.
Dazu können beispielsweise gehören:
- angepasstes Sitzen
- korrigiertes Stehen
- Haltung bei alltäglichen Tätigkeiten
- selbstständiges Üben zu Hause
- individuelle Bewegungs- und Trainingsstrategien
Patientinnen und Patienten sollen ihre Übungen nicht lediglich während des Therapietermins durchführen, sondern lernen, selbstständig mit ihrer Haltung umzugehen.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Die Schroth-Therapie kann je nach individueller Situation bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden.
Bei Kindern und Jugendlichen spielen insbesondere Wachstum, Krümmungsentwicklung und gegebenenfalls eine ärztlich empfohlene Korsettversorgung eine wichtige Rolle.
Bei Erwachsenen können andere Ziele im Vordergrund stehen, beispielsweise Beweglichkeit, Körperwahrnehmung, Belastbarkeit oder der Umgang mit bestehenden Beschwerden.
Die Ausbildung vermittelt deshalb die Anpassung der Therapie an unterschiedliche Altersgruppen und Ausgangssituationen.
Schroth-Ausbildung und Korsettversorgung
Bei ausgeprägteren Skoliosen kann insbesondere während des Wachstums zusätzlich eine Korsettversorgung medizinisch erforderlich sein.
Die Entscheidung darüber trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Physiotherapie nach Schroth kann eine ärztlich verordnete Korsettbehandlung begleiten. Die Therapeutin kann dabei unter anderem helfen, aktive Haltungskorrekturen und individuell abgestimmte Übungen in das Behandlungskonzept zu integrieren.
Was bedeutet die Qualifikation für unsere Patientinnen und Patienten?
Eine Schroth-Zusatzqualifikation bedeutet, dass die behandelnde Physiotherapeutin über spezielles Wissen zur physiotherapeutischen Behandlung von Skoliosen verfügt.
Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das insbesondere:
- individuelle Befundung statt eines allgemeinen Rückenprogramms
- Übungen passend zum jeweiligen Krümmungsmuster
- gezielte Anleitung der Haltungskorrektur
- Einbeziehung spezieller Atemtechniken
- Anpassung an Alter und Belastbarkeit
- Anleitung zum selbstständigen Üben
- regelmäßige Anpassung des Übungsprogramms an die Entwicklung
Die Weiterbildung ersetzt dabei weder die ärztliche Diagnose noch notwendige ärztliche Verlaufskontrollen.
Diese Qualifikation in unserem Team
In unserer Praxis verfügen Katharina Daniel und Kirstin Fokuhl über die spezialisierte Weiterbildung zur Schroth-Therapie.
Beide begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit individuell abgestimmten physiotherapeutischen Behandlungskonzepten.
→ Katharina Daniel – Behandlungsschwerpunkte und Qualifikationen
→ Kirstin Fokuhl – Behandlungsschwerpunkte und Qualifikationen
Von der Qualifikation zur Behandlung
Diese Seite erläutert die fachliche Zusatzqualifikation unserer Schroth-Therapeutinnen.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine Behandlung abläuft, für wen sie geeignet sein kann und wie Sie einen Termin vereinbaren können, finden Sie alle Informationen auf unserer Leistungsseite:
→ Skoliosebehandlung nach Schroth in Leipzig
Dort finden Sie auch Informationen zur Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, zu ärztlichen Verordnungen sowie zum Ablauf des ersten Termins.
Fachliche Einordnung
Physiotherapeutische skoliosespezifische Übungen gehören zu den etablierten konservativen Behandlungsmöglichkeiten bei idiopathischer Skoliose.
Welche Maßnahmen im individuellen Fall erforderlich sind, richtet sich unter anderem nach Alter, Wachstumsphase, Ausprägung der Skoliose, ärztlicher Beurteilung und individuellem physiotherapeutischem Befund.
Weiterführende Informationen:
Über die Autorin
Ines Beger – Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin
Ines Beger ist Inhaberin der Praxis Beger in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg. Regelmäßige fachliche Fort- und Weiterbildungen sowie die gezielte Spezialisierung einzelner Teammitglieder sind ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes der Praxis.
Autorin und fachliche Prüfung: Ines Beger
Zuletzt fachlich aktualisiert: August 2026