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In der Physiotherapie behandeln wir täglich Menschen mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder den Folgen von Verletzungen und Erkrankungen. Dabei erleben wir immer wieder,

dass zwei Menschen mit derselben Diagnose einen völlig unterschiedlichen Heilungsverlauf haben. Warum ist das so?

Die Antwort liegt häufig nicht allein im Körper. Auch unser Nervensystem, unsere Erfahrungen, unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen, wie wir Schmerzen wahrnehmen und wie Heilung gelingt.

Aus diesem Grund haben wir unsere physiotherapeutische Kompetenz durch die Ausbildung zum NLP Practitioner bei Corpus & Anima unter der Leitung von Nancy Ahrens und Konstanze Thalmann erweitert.

Was uns an dieser Ausbildung besonders überzeugt hat, war nicht das Erlernen einzelner Techniken – sondern eine therapeutische Haltung, die den Menschen als Ganzes betrachtet.


Nicht gegen den Schmerz kämpfen

Nancy Ahrens prägt die Ausbildung mit einem Gedanken, der auch unsere Arbeit in der Physiotherapie nachhaltig beeinflusst hat:

„Gegen eine Krankheit zu kämpfen, schafft immer aufs Neue einen Gegner. Mit ihr zu kämpfen – für etwas – schafft eher heilsame Ergebnisse.“

Dieser Satz verändert den Blick auf Beschwerden.

Natürlich möchten wir Schmerzen lindern und Beweglichkeit verbessern. Doch anstatt ausschließlich das Symptom zu bekämpfen, fragen wir auch:

  • Warum reagiert der Körper gerade so?
  • Welche Schutzfunktion übernimmt das Nervensystem?
  • Was braucht der Mensch, damit sich Sicherheit und Vertrauen wieder entwickeln können?

Denn unser Körper arbeitet nicht gegen uns – er versucht stets, uns zu schützen.


Was bedeutet NLP?

Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) beschäftigt sich damit, wie Menschen ihre Erfahrungen verarbeiten, wie Sprache unser Denken beeinflusst und wie innere Überzeugungen unser Verhalten prägen.

In der Ausbildung bei Corpus & Anima wird NLP jedoch nicht als Sammlung von Kommunikationstechniken vermittelt.

Vielmehr steht eine wertschätzende, ressourcenorientierte Haltung im Mittelpunkt. Jeder Mensch bringt seine eigene Lebensgeschichte, seine Erfahrungen und seine Fähigkeiten mit. Therapie bedeutet deshalb nicht, fertige Lösungen vorzugeben, sondern Menschen dabei zu begleiten, ihre eigenen Ressourcen wiederzuentdecken.


Die Vermittlerposition – Verstehen statt Verurteilen

Ein besonderer Bestandteil der Ausbildung ist die sogenannte Vermittlerposition.

Sie hilft dabei, zwischen dem Menschen und seinem Symptom zu vermitteln.

Viele Betroffene erleben Schmerzen als etwas, das bekämpft werden muss. Die Vermittlerposition eröffnet einen anderen Weg: Sie lädt dazu ein, den Körper neugierig und ohne Bewertung wahrzunehmen.

Nicht mit der Frage:

„Wie werde ich den Schmerz los?“

Sondern auch mit der Frage:

„Was möchte mein Körper mir gerade zeigen?“

Dieser Perspektivwechsel bedeutet nicht, Schmerzen zu akzeptieren oder auszuhalten. Er schafft vielmehr Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Körper, Nervensystem und persönlichen Erfahrungen – und eröffnet oft neue Möglichkeiten für Veränderung.


Ressourcen erkennen statt Defizite suchen

Ein weiterer Grundgedanke der Ausbildung lautet:

Jeder Mensch verfügt über Fähigkeiten und Ressourcen, die ihn auf seinem Weg unterstützen können.

Schmerzen, Stress oder belastende Lebenssituationen können den Blick auf diese Ressourcen verstellen.

Deshalb richten wir unsere Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf das, was im Moment nicht funktioniert, sondern auch auf das, was bereits vorhanden ist und Heilung unterstützen kann.

Diese Haltung stärkt die Eigenverantwortung und das Vertrauen in den eigenen Körper.


Warum wir diese Ausbildung in unsere Physiotherapie integrieren

Physiotherapie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, klinischer Erfahrung und einer individuellen Begleitung jedes einzelnen Menschen.

Die Ausbildung bei Corpus & Anima ergänzt diesen Ansatz auf besondere Weise. Sie hilft uns,

  • Menschen noch individueller zu begleiten,
  • Beschwerden im Gesamtkontext zu betrachten,
  • verständlich über Schmerzen und Heilung zu sprechen,
  • Ressourcen bewusst in den Therapieprozess einzubeziehen und
  • gemeinsam mit unseren Patienten Wege zu entwickeln, die nachhaltig wirken.

Unser Verständnis von Therapie

Für uns bedeutet Therapie mehr, als ein Gelenk zu mobilisieren oder einen Muskel zu kräftigen.

Sie bedeutet, den Menschen hinter der Diagnose kennenzulernen.

Mit Fachwissen, Empathie und einer Haltung, die davon ausgeht, dass Heilung nicht durch Kampf entsteht, sondern durch Verständnis, Vertrauen und die Aktivierung der eigenen Möglichkeiten.

Denn jeder Mensch bringt die Fähigkeit zur Veränderung in sich – manchmal braucht es nur jemanden, der ihn auf diesem Weg begleitet.


NLP als Ergänzung zur Physiotherapie

Die NLP-Ausbildung ersetzt keine medizinische Diagnostik, Psychotherapie oder physiotherapeutische Behandlung. Sie erweitert unseren therapeutischen Blick und ergänzt unsere Arbeit um eine ressourcenorientierte, wertschätzende Haltung – immer mit dem Ziel, Sie als Menschen in Ihrer individuellen Situation bestmöglich zu begleiten.


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