Patellofemurales Schmerzsyndrom

Das Patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS), auch vorderer Knieschmerz genannt, gehört zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen im Bereich der Kniescheibe. Betroffen sind vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und sportlich aktive Menschen, aber auch Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit können Beschwerden entwickeln.

Typisch sind Schmerzen hinter oder rund um die Kniescheibe, insbesondere bei Belastungen wie Treppensteigen, Kniebeugen, Laufen oder längerem Sitzen mit gebeugtem Knie.

Früher wurde häufig angenommen, dass die Kniescheibe „nicht richtig läuft“. Heute weiß man, dass das Patellofemorale Schmerzsyndrom meist durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht und nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen ist.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend.

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen hinter oder um die Kniescheibe
  • Schmerzen beim Treppensteigen oder Bergabgehen
  • Beschwerden bei Kniebeugen oder Ausfallschritten
  • Schmerzen nach längerem Sitzen ("Kinoknie")
  • Beschwerden beim Joggen oder Springen
  • Anlaufschmerzen nach Ruhephasen
  • gelegentlich Reibungs- oder Knirschgeräusche im Knie

Eine Schwellung oder Blockierung des Kniegelenks gehört in der Regel nicht zu den typischen Beschwerden und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Welche Ursachen gibt es?

Das Patellofemorale Schmerzsyndrom entsteht meist durch mehrere Einflussfaktoren gleichzeitig.

Dazu gehören beispielsweise:

  • hohe oder ungewohnte Trainingsbelastung
  • verminderte Kraft der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • veränderte Bewegungsmuster
  • Überlastung im Alltag oder Sport
  • Fehlbelastungen der unteren Extremität

Nicht jeder dieser Faktoren liegt bei jedem Betroffenen vor. Deshalb ist eine individuelle Untersuchung besonders wichtig.

Wie wird das Patellofemorale Schmerzsyndrom diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt überwiegend anhand der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung.

Dabei werden unter anderem beurteilt:

  • Schmerzlokalisation
  • Beweglichkeit des Kniegelenks
  • Bewegungsmuster
  • Muskelkraft
  • Beinachse
  • Hüft- und Fußfunktion

Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT sind häufig nicht notwendig, können aber sinnvoll sein, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Ursachen und Beschwerden.

Je nach Befund können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:

  • gezielte Physiotherapie
  • Kräftigung der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur
  • Bewegungs- und Koordinationstraining
  • Anpassung der sportlichen Belastung
  • Dehnübungen
  • Beratung zum Belastungsmanagement
  • Stoßwelle
  • Kinnesiotaping
  • Einlagen, wenn sie individuell sinnvoll sind

Operationen sind beim Patellofemoralen Schmerzsyndrom nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Therapie nach aktuellen Leitlinien

Die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen sehen ein individuell angepasstes Übungsprogramm als wichtigste Behandlungsmaßnahme. Besonders wirksam ist eine Kombination aus Kräftigungsübungen für Hüfte und Oberschenkel sowie einer schrittweisen Anpassung der Belastung.

Ergänzende Maßnahmen wie Patella-Taping, manuelle Therapie oder Fußorthesen können in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, ersetzen jedoch kein aktives Training.

Wann kann Physiotherapie helfen?

Eine physiotherapeutische Behandlung kann unter anderem sinnvoll sein bei:

  • Schmerzen beim Sport
  • Beschwerden beim Treppensteigen
  • Schmerzen beim Laufen
  • wiederkehrenden Knieschmerzen
  • eingeschränkter Belastbarkeit
  • funktionellen Bewegungsstörungen

Nach einer ausführlichen physiotherapeutischen Befundung wird ein individueller Therapieplan erstellt, der sich an Ihren Beschwerden und Ihren persönlichen Zielen orientiert.

Unser Blog

Intro Image
10.Juli.2026
Viele Menschen denken beim Begriff Beckenbodentraining sofort an ein paar Kräftigungsübungen oder an...

Weiterlesen: Mehr als...

Intro Image
07.Juli.2026
Schmerzen, Schwellungen oder hartnäckige Verspannungen können den Alltag erheblich...

Weiterlesen: ...

Intro Image
05.Juli.2026
„Ich schone mich lieber noch ein paar Tage.“ Diesen Satz hören wir in unserer Praxis häufig....

Weiterlesen: Warum...

Interesse geweckt?

Unser erfahrenes und engagiertes Team freut sich darauf, Ihnen zu helfen. Klicken Sie jetzt auf den untenstehenden Button, um zum Kontaktformular zu gelangen.

Kontakt
 

Physiotherapie

Pestalozzistraße 60, 04178 Leipzig
Fon: 0341/4422796
Mail: info@physio-beger.de
Montag - Freitag: 7.00-20.00 Uhr

Osteopathie und Chiropraktik

Pestalozzistraße 66, 04178 Leipzig
Fon: 0341/4422796
Mail: info@osteopathie-beger-leipzig.de  
Montag - Freitag: nach Vereinbarung

Wie verwenden Cookies
Wir möchten die Informationen auf dieser Webseite und auch unsere Leistungsangebote auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck setzen wir sog. Cookies ein.