Achillodynie

Achillodynie: Ursachen, typische Beschwerden und Physiotherapie bei Schmerzen der Achillessehne. Behandlung und Belastungsaufbau in Leipzig.

Schmerzen an der Achillessehne können beim Aufstehen, Gehen, Treppensteigen, Laufen oder beim Sport auftreten.

Manche Beschwerden entwickeln sich langsam, andere beginnen nach einer ungewohnten oder deutlich gesteigerten Belastung.

Bei einer Achillodynie ist nicht allein entscheidend, dass die Achillessehne schmerzt. Wichtig ist auch, wo die Beschwerden auftreten, wie belastbar die Sehne aktuell ist und welche Aktivitäten die Symptome beeinflussen.

In unserer Physiotherapiepraxis in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg untersuchen wir diese Faktoren und entwickeln darauf aufbauend einen individuellen Behandlungs- und Belastungsplan.

Was ist eine Achillodynie?

Als Achillodynie werden Schmerzen im Bereich der Achillessehne bezeichnet. Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und überträgt beim Gehen, Laufen und Springen große Kräfte.

Heute werden länger bestehende Achillessehnenbeschwerden häufig als Achillessehnen-Tendinopathie bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine klassische Entzündung. Häufig besteht vielmehr ein Missverhältnis zwischen der aktuellen Belastung und der Belastbarkeit der Sehne.

Grundsätzlich lassen sich zwei häufige Schmerzbereiche unterscheiden:

Beschwerden im mittleren Abschnitt der Achillessehne

Der Schmerz befindet sich meist einige Zentimeter oberhalb des Fersenbeins. Die Sehne kann dort druckempfindlich oder verdickt sein.

Beschwerden am Achillessehnenansatz

Hier liegt der Schmerz direkt am Übergang der Achillessehne zum Fersenbein. Schuhe oder eine starke Beugung des Fußes nach oben können diesen Bereich zusätzlich reizen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Übungen und Belastung nicht bei beiden Formen gleich dosiert werden sollten.

Typische Beschwerden

Mögliche Symptome sind:

  • Anlaufschmerzen morgens oder nach längerem Sitzen
  • Schmerzen beim Gehen oder Treppensteigen
  • Beschwerden beim Laufen oder Springen
  • Druckempfindlichkeit der Achillessehne
  • Steifigkeitsgefühl
  • Verdickung der Sehne
  • verminderte Kraft beim Abdrücken des Fußes
  • eingeschränkte sportliche Belastbarkeit

Typisch ist, dass sich die Beschwerden nach einigen Minuten Bewegung zunächst bessern können und nach stärkerer Belastung wieder zunehmen.

Wie entstehen Achillessehnenbeschwerden?

Eine einzige Ursache lässt sich häufig nicht feststellen. Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • eine schnelle Steigerung von Lauf- oder Trainingsumfang
  • ungewohnte Geh-, Lauf- oder Sprungbelastungen
  • zu kurze Erholungszeiten
  • verminderte Kraft oder Ausdauer der Wadenmuskulatur
  • Veränderungen von Schuhwerk oder Trainingsuntergrund
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks
  • Veränderungen des Gang- oder Laufverhaltens
  • bestimmte Erkrankungen oder Medikamente

Eine vermeintlich „schlechte Durchblutung“ der Achillessehne allein erklärt die Beschwerden dagegen nicht ausreichend.

Wie untersuchen wir eine Achillodynie?

Zu Beginn besprechen wir, wann die Beschwerden entstanden sind und durch welche Belastungen sie verstärkt oder vermindert werden.

Je nach Befund untersuchen wir unter anderem:

  • die genaue Lage des Schmerzes
  • Beweglichkeit von Fuß und Sprunggelenk
  • Kraft und Ausdauer der Wadenmuskulatur
  • Belastbarkeit beim einbeinigen Fersenheben
  • Stand und Abrollbewegung
  • Gleichgewicht und Koordination
  • funktionelle Zusammenhänge mit Knie und Hüfte
  • sportliche und berufliche Belastungen

Eine Bildgebung ist bei typischen Beschwerden nicht immer erforderlich. Bei unklarem Befund, Verletzungsverdacht oder ungewöhnlichem Verlauf kann eine zusätzliche ärztliche Untersuchung sinnvoll sein.

Physiotherapie bei Achillodynie

Eine vollständige und langfristige Schonung ist meistens nicht das Ziel. Stattdessen wird die Belastung zunächst angepasst und anschließend schrittweise wieder aufgebaut.

Mögliche Bestandteile der Behandlung sind:

  • Beratung zur Belastungssteuerung
  • dosiertes Training der Achillessehne
  • Kräftigung der Waden- und Fußmuskulatur
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Anpassung von Alltag und sportlicher Belastung
  • funktionelles Training von Bein und Fuß
  • ergänzende manuelle Maßnahmen

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Krankengymnastik in Leipzig.

Welche Übungen sind sinnvoll?

Bei Achillessehnenbeschwerden können unterschiedliche Formen des Krafttrainings eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise statische Halteübungen sowie langsames Fersenheben mit zunehmend höherem Widerstand.

Entscheidend ist weniger eine einzelne „beste“ Übung als ein regelmäßiger, ausreichend dosierter und schrittweise gesteigerter Belastungsaufbau.

Das häufig empfohlene Absenken der Ferse über eine Treppenstufe ist nicht für jeden geeignet. Bei Beschwerden direkt am Achillessehnenansatz kann die starke Beugung im Sprunggelenk zusätzlichen Druck auf den schmerzhaften Bereich ausüben.

Deshalb sollte das Übungsprogramm an den jeweiligen Sehnenabschnitt und die individuelle Belastbarkeit angepasst werden.

Wann kann Stoßwellentherapie sinnvoll sein?

Bei länger bestehenden Achillessehnenbeschwerden kann die radiale Stoßwellentherapie in ausgewählten Fällen ergänzend eingesetzt werden.

Sie ersetzt jedoch nicht den aktiven Belastungsaufbau und ist nicht bei jedem Achillessehnenschmerz gleichermaßen sinnvoll.

Mehr über unsere radiale Stoßwellentherapie in Leipzig

Achillodynie oder Fersensporn?

Schmerzen an der Rückseite der Ferse können von der Achillessehne oder ihrem Ansatz ausgehen. Schmerzen unterhalb der Ferse stehen dagegen häufig mit der Plantarfaszie in Zusammenhang.

Da sich die Beschwerden teilweise überschneiden können, ist die genaue Schmerzlokalisation wichtig.

Mehr über Fersensporn und Fersenschmerzen erfahren

Was können Sie selbst tun?

  • Belastungen nicht abrupt steigern
  • besonders schmerzauslösende Aktivitäten vorübergehend reduzieren
  • den Fuß weiterhin im verträglichen Umfang bewegen
  • Übungen regelmäßig durchführen
  • Belastung Schritt für Schritt erhöhen
  • ausreichend Erholung zwischen stärkeren Belastungen einplanen
  • die Reaktion der Sehne auch am Folgetag beobachten

Mehr Belastung ist nicht automatisch besser. Gleichzeitig ist eine lange vollständige Schonung häufig ebenfalls ungünstig.

Wann ist eine ärztliche Abklärung wichtig?

Zeitnah ärztlich untersucht werden sollten:

  • plötzlich auftretende starke Schmerzen
  • ein hör- oder spürbarer Knall
  • deutlicher Kraftverlust
  • ausgeprägte Schwellung
  • Beschwerden nach einem Unfall
  • Rötung, Überwärmung oder Fieber
  • anhaltende starke Ruhe- oder Nachtschmerzen
  • neurologische Beschwerden

Bei einem plötzlichen Rissgefühl und deutlicher Einschränkung beim Abdrücken muss insbesondere eine Achillessehnenruptur ausgeschlossen werden.

Häufige Fragen zur Achillodynie

Darf ich mit Achillessehnenschmerzen weiter Sport treiben?

Eine vollständige Sportpause ist nicht immer erforderlich. Umfang und Intensität müssen jedoch an die Beschwerden und die Reaktion der Sehne angepasst werden.

Sollte ich die Achillessehne dehnen?

Das hängt vom Befund ab. Besonders bei Schmerzen direkt am Sehnenansatz kann eine starke Dehnung ungünstig sein.

Wie lange dauert eine Achillodynie?

Sehnen passen sich relativ langsam an Belastung an. Bei länger bestehenden Beschwerden kann der Wiederaufbau der Belastbarkeit mehrere Wochen oder Monate benötigen.

Ist Stoßwellentherapie immer sinnvoll?

Nein. Ob sie infrage kommt, hängt von Schmerzort, Befund, Dauer der Beschwerden und bisherigen Behandlungsmaßnahmen ab.

Physiotherapie bei Achillessehnenschmerzen in Leipzig

Wir untersuchen Ihre Beschwerden und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der zu Ihrem Alltag, Ihrer Belastbarkeit und Ihren persönlichen Zielen passt.

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Quellen und weiterführende Informationen

Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische oder physiotherapeutische Untersuchung.

Fachlich geprüft von Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin

Zuletzt aktualisiert: August 2026

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