Bicepssehnenreizung

Die lange Bizepssehne verbindet den Bizepsmuskel mit dem Schultergelenk und trägt zur Stabilität sowie zur Bewegung der Schulter bei. Durch wiederholte Belastungen, Verschleiß oder im Zusammenhang mit anderen Schultererkrankungen kann die Sehne gereizt

oder geschädigt werden. Häufig tritt eine Bizepssehnerkrankung gemeinsam mit einem Impingement-Syndrom oder Veränderungen der Rotatorenmanschette auf.

Je nach Ausprägung handelt es sich um eine Reizung der Sehne (Tendinopathie), eine Entzündung der Sehnenscheide oder – seltener – einen Teilriss oder Riss der Sehne.

Typische Beschwerden

  • Schmerzen an der Vorderseite der Schulter
  • Druckschmerz über der Bizepssehne
  • Schmerzen beim Heben des Arms
  • Beschwerden beim Tragen oder Heben von Lasten
  • Schmerzen bei Überkopfarbeiten
  • Kraftverlust beim Beugen des Ellenbogens oder Drehen des Unterarms
  • gelegentlich Schnappen oder Reiben im Schulterbereich

Wie wird eine Bizepssehnerkrankung diagnostiziert?

Nach einem ausführlichen Gespräch erfolgt eine gezielte Untersuchung der Schulter. Dabei prüfen wir Beweglichkeit, Kraft und die Funktion der Bizepssehne sowie der umliegenden Strukturen. Spezielle Funktionstests helfen dabei, die Beschwerden einzugrenzen.

Bei Bedarf können Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um die Sehne genauer zu beurteilen und Begleitverletzungen der Rotatorenmanschette oder des Schultergelenks auszuschließen.

Was empfehlen die aktuellen medizinischen Leitlinien?

Die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen sehen bei den meisten Bizepssehnerkrankungen zunächst eine konservative Behandlung vor.

Im Mittelpunkt stehen:

  • eine individuell angepasste Belastungssteuerung
  • aktive Physiotherapie
  • gezielter Muskelaufbau
  • Verbesserung der Schulter- und Schulterblattfunktion
  • schrittweise Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport

Passive Maßnahmen können die Beschwerden kurzfristig lindern, langfristig entscheidet jedoch vor allem ein gezieltes Übungsprogramm über den Behandlungserfolg.

So setzen wir diese Empfehlungen in unserer Praxis um

Nach einer ausführlichen Befunderhebung analysieren wir nicht nur die Bizepssehne, sondern die gesamte Schulterfunktion. Häufig liegt die Ursache der Beschwerden in einem gestörten Zusammenspiel von Schulterblatt, Rotatorenmanschette und Oberarmkopf.

Je nach Befund kommen unter anderem folgende Maßnahmen zum Einsatz:

Unser Ziel ist es, die Belastbarkeit der Sehne schrittweise zu steigern und die normale Schulterfunktion wiederherzustellen.

Was können Sie selbst tun?

Regelmäßige Übungen unterstützen den Heilungsverlauf und helfen, die Belastbarkeit der Sehne wieder aufzubauen.

Isometrische Bizepsspannung: Beugen Sie den Ellenbogen um etwa 90 Grad und drücken Sie die Hand leicht gegen einen festen Widerstand, ohne den Arm zu bewegen. Halten Sie die Spannung 10–20 Sekunden.

Außenrotation mit dem Theraband: Kräftigt die Rotatorenmanschette und verbessert die Stabilität des Schultergelenks.

Schulterblatttraining: Ziehen Sie die Schulterblätter langsam nach hinten unten zusammen und halten Sie die Position für einige Sekunden.

Dehnung der Brustmuskulatur: Eine gute Beweglichkeit des Brustkorbs unterstützt die Schulterfunktion und kann die Bizepssehne entlasten.

Unser Praxistipp: Eine gereizte Sehne braucht keine vollständige Schonung. Entscheidend ist die richtige Belastung zur richtigen Zeit. Ein individuell angepasstes Training fördert die Heilung meist besser als längere Ruhephasen.

Unser Ziel

Unser Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Belastbarkeit der Bizepssehne wiederherzustellen und die Funktion Ihrer Schulter nachhaltig zu verbessern. Dabei orientieren wir uns an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und kombinieren evidenzbasierte Physiotherapie mit einem individuell abgestimmten Trainings- und Heimübungsprogramm.

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