Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine seltene, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Dabei werden die Nervenzellen geschädigt, die für die Steuerung unserer Muskulatur verantwortlich sind. Die Folge ist eine zunehmende
Muskelschwäche, die sich auf Beweglichkeit, Koordination und im späteren Verlauf auch auf Atmung und Schluckfunktion auswirken kann.
Der Verlauf der Erkrankung ist individuell unterschiedlich. Auch wenn ALS derzeit nicht heilbar ist, kann eine frühzeitige und gezielte Therapie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Welche Beschwerden treten auf?
Die ersten Anzeichen entwickeln sich meist schleichend. Häufige Beschwerden sind:
- Muskelschwäche an Armen oder Beinen
- Unsicheres Gehen oder häufiges Stolpern
- Schwierigkeiten beim Greifen oder Halten von Gegenständen
- Muskelzuckungen (Faszikulationen)
- Muskelkrämpfe
- Muskelabbau
- Einschränkungen der Feinmotorik
- Im weiteren Verlauf Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden
Nicht alle Symptome treten bei jedem Betroffenen in gleicher Weise auf.
Wie wird ALS diagnostiziert?
Die Diagnose wird durch einen Neurologen gestellt. Neben einer ausführlichen körperlichen Untersuchung kommen unter anderem elektrophysiologische Untersuchungen (EMG), Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen sowie bildgebende Verfahren und Blutuntersuchungen zum Einsatz. Ziel ist es, andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden auszuschließen.
Wie kann Physiotherapie helfen?
Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Menschen mit ALS. Ziel ist es, vorhandene Funktionen möglichst lange zu erhalten und den Alltag zu erleichtern.
Je nach Krankheitsstadium können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:
- Erhalt der Beweglichkeit
- Vorbeugung von Gelenkversteifungen (Kontrakturen)
- Gang- und Gleichgewichtstraining
- Training alltagsrelevanter Bewegungsabläufe
- Atemtherapeutische Maßnahmen
- Beratung zu Hilfsmitteln
- Anleitung von Angehörigen
- Schmerzlinderung
- Unterstützung beim sicheren Transfer
Die Therapie wird regelmäßig an den Krankheitsverlauf angepasst.
Therapie nach aktuellen Leitlinien
Die Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose orientiert sich an internationalen wissenschaftlichen Leitlinien. Diese empfehlen eine frühzeitige, individuell angepasste und interdisziplinäre Therapie, um Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Für die Physiotherapie bedeutet dies vor allem:
- regelmäßige physiotherapeutische Begleitung,
- individuell dosierte Bewegungs- und Kraftübungen ohne Überlastung,
- Erhalt der Gelenkbeweglichkeit,
- Vorbeugung von Kontrakturen,
- Gleichgewichts- und Gangtraining,
- atemtherapeutische Maßnahmen bei Bedarf,
- frühzeitige Beratung zu Hilfsmitteln und Unterstützung im Alltag.
So setzen wir die Leitlinien in unserer Praxis um
Jeder Mensch mit ALS hat einen individuellen Krankheitsverlauf. Deshalb entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen persönlichen Therapieplan, der sich an Ihren aktuellen Beschwerden, Ihren Zielen und den wissenschaftlichen Empfehlungen orientiert.
Unser Schwerpunkt liegt darauf, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und Ihnen ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen. Dabei überprüfen wir den Therapieverlauf regelmäßig und passen die Behandlung an Ihre aktuelle Situation an.
Unser Ziel
Auch wenn ALS derzeit nicht heilbar ist, kann eine gezielte physiotherapeutische Behandlung wesentlich dazu beitragen, Mobilität, Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Gerne begleiten wir Sie und Ihre Angehörigen mit einer individuell abgestimmten Therapie und beraten Sie umfassend zu den Möglichkeiten der modernen Physiotherapie.