Schädel-Hirn-Trauma

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) entsteht durch eine äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf. Häufige Ursachen sind Stürze, Verkehrsunfälle, Sportverletzungen oder andere Unfälle. Dabei können sowohl der Schädel als auch das Gehirn verletzt werden.

Die Ausprägung reicht von einer leichten Gehirnerschütterung bis hin zu schweren Hirnverletzungen mit langfristigen körperlichen, geistigen und neurologischen Einschränkungen.

Je nach Schweregrad und betroffenem Hirnareal unterscheiden sich die Beschwerden und der Rehabilitationsverlauf erheblich.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Symptome hängen von der Schwere der Verletzung ab und können unmittelbar nach dem Unfall oder auch erst später auftreten.

Häufige Beschwerden sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
  • Koordinationsstörungen
  • Muskelschwäche oder Lähmungen
  • Spastik
  • Sehstörungen
  • Sprach- und Schluckstörungen
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Einschränkungen im Alltag

Nicht alle Beschwerden treten bei jedem Betroffenen auf.

Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt unmittelbar nach dem Unfall durch eine ärztliche Untersuchung. Je nach Verletzung werden bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Zusätzlich beurteilen Neurologen und andere Fachärzte die neurologischen Funktionen, Beweglichkeit, Wahrnehmung und kognitiven Fähigkeiten.

Nach der Akutbehandlung beginnt häufig eine neurologische Rehabilitation.

Wie kann Physiotherapie helfen?

Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma. Ziel ist es, verloren gegangene Funktionen wiederzuerlangen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu erreichen.

Je nach Beschwerden können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Mobilisation nach längerer Bettlägerigkeit
  • Gangschule
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Verbesserung der Rumpfstabilität
  • Kräftigung abgeschwächter Muskulatur
  • Behandlung von Spastik und Bewegungseinschränkungen
  • Training von Transfers (z. B. Aufstehen oder Umsetzen)
  • Sturzprophylaxe
  • Atemtherapie
  • Anleitung von Angehörigen
  • Hilfsmittelberatung

Die Behandlung richtet sich stets nach den individuellen Einschränkungen und Rehabilitationszielen.

Therapie nach aktuellen Leitlinien

Die aktuellen medizinischen Leitlinien und Empfehlungen zur neurologischen Rehabilitation betonen die Bedeutung einer frühzeitigen, intensiven und individuell abgestimmten Therapie.

Empfohlen werden insbesondere:

  • ein frühzeitiger Beginn der Rehabilitation,
  • ein interdisziplinäres Behandlungskonzept,
  • aktives, aufgabenorientiertes Training,
  • regelmäßiges Gleichgewichts- und Gangtraining,
  • die Förderung der Selbstständigkeit im Alltag,
  • die Einbeziehung von Angehörigen sowie
  • eine kontinuierliche Anpassung der Therapie an den Rehabilitationsfortschritt.

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass insbesondere wiederholtes funktionelles Üben alltagsrelevanter Bewegungen die Rehabilitation positiv unterstützen kann.

So setzen wir die Leitlinien in unserer Praxis um

Zu Beginn der Behandlung führen wir eine ausführliche physiotherapeutische Befundaufnahme durch. Gemeinsam mit Ihnen legen wir individuelle Therapieziele fest, die sich an Ihren aktuellen Fähigkeiten und Ihrem persönlichen Alltag orientieren.

Je nach Situation kombinieren wir verschiedene physiotherapeutische Behandlungskonzepte mit aktivem Training und funktionellen Übungen. Dabei achten wir auf eine angemessene Belastung und passen den Therapieplan regelmäßig an Ihre Fortschritte an.

Unser Ziel ist es, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Selbstständigkeit Schritt für Schritt zu verbessern und Sie auf Ihrem Weg zurück in den Alltag bestmöglich zu begleiten.

Was können Sie selbst tun?

Der Rehabilitationserfolg hängt wesentlich von regelmäßiger Bewegung und dem Üben alltagsrelevanter Aktivitäten ab.

Individuell angepasste Eigenübungen können helfen,

  • Gleichgewicht und Koordination zu verbessern,
  • Beweglichkeit zu erhalten,
  • Muskelkraft aufzubauen und
  • mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Gerne erstellen wir gemeinsam mit Ihnen ein Übungsprogramm, das zu Ihren aktuellen Möglichkeiten passt und sicher zu Hause durchgeführt werden kann.

Unser Ziel

Ein Schädel-Hirn-Trauma verändert häufig den Alltag der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich. Mit einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Behandlung möchten wir Sie dabei unterstützen, verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen, vorhandene Funktionen zu fördern und Ihre Selbstständigkeit sowie Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Unsere Therapie orientiert sich dabei an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, den Empfehlungen der medizinischen Leitlinien und Ihren persönlichen Zielen.

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