Beschwerden des Kiefergelenks können mit unterschiedlichen Strukturen und Funktionen im Bereich von Kiefer, Gesicht, Kopf und Halswirbelsäule zusammenhängen.
Die Weiterbildung am Interdisziplinären Forum für Cranio-Faziale Symptomatik (IFCFS) nach John Langendoen-Sertel vermittelt Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten vertiefte Kenntnisse für die Untersuchung und physiotherapeutische Behandlung von Menschen mit Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) und funktionellen Beschwerden der craniofazialen Region.
In unserer Praxis verfügt Ines Beger über diese spezielle Zusatzqualifikation.
Was bedeutet IFCFS?
IFCFS steht für Interdisziplinäres Forum für Cranio-Faziale Symptomatik.
Die Weiterbildung richtet den Blick nicht ausschließlich auf das Kiefergelenk. In die physiotherapeutische Untersuchung können – abhängig von Beschwerden und Befund – auch angrenzende Strukturen einbezogen werden.
Dazu gehören insbesondere:
- Kiefergelenk
- Kaumuskulatur
- Mundöffnung und Unterkieferbewegung
- Halswirbelsäule
- Kopfhaltung
- Gesichtsmuskulatur
- funktionelle Zusammenhänge innerhalb der Kopf-Hals-Region
Der interdisziplinäre Ansatz berücksichtigt außerdem, dass bei CMD eine Zusammenarbeit mit Zahnmedizin, Kieferorthopädie oder anderen medizinischen Fachrichtungen sinnvoll sein kann.
Inhalte der IFCFS-Weiterbildung
Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf einer strukturierten Befundaufnahme.
Zu den Fortbildungsinhalten gehören unter anderem:
- funktionelle Anatomie des Kiefergelenks
- Biomechanik der Unterkieferbewegung
- Untersuchung der Mundöffnung
- Beurteilung von Kieferbewegungen
- Untersuchung der Kaumuskulatur
- Untersuchung der Halswirbelsäule
- Zusammenhänge zwischen Kiefer und Kopf-Hals-Region
- manuelle Untersuchungstechniken
- physiotherapeutische Behandlungstechniken
- aktive Übungen
- Anleitung zu Eigenübungen
- Erkennen möglicher Kontraindikationen
- Einschätzung, wann eine weiterführende zahnärztliche oder medizinische Abklärung erforderlich ist
- interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Weiterbildung vermittelt damit nicht nur einzelne Behandlungstechniken, sondern insbesondere eine systematische Untersuchung und individuelle Auswahl geeigneter Maßnahmen.
Das Kiefergelenk nicht isoliert betrachten
Ein wesentliches Merkmal der IFCFS-Ausbildung ist die Betrachtung des Kiefergelenks innerhalb eines größeren funktionellen Zusammenhangs.
Bei Kieferbeschwerden können beispielsweise gleichzeitig Veränderungen oder Beschwerden auftreten im Bereich von:
- Kaumuskulatur
- Nacken
- Halswirbelsäule
- Kopfhaltung
- Schultergürtel
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass zwischen allen Beschwerden ein ursächlicher Zusammenhang besteht.
Aufgabe der physiotherapeutischen Untersuchung ist es vielmehr, herauszufinden, welche Befunde für die individuelle Beschwerdesituation tatsächlich relevant sind.
Strukturierte Untersuchung bei CMD
Vor einer Behandlung steht eine ausführliche Befunderhebung.
Dabei können beispielsweise folgende Fragen eine Rolle spielen:
- Ist die Mundöffnung eingeschränkt?
- Verläuft die Unterkieferbewegung gleichmäßig?
- Bestehen Schmerzen bei bestimmten Bewegungen?
- Sind Kaumuskeln druckempfindlich?
- Treten Knack- oder Reibegeräusche auf?
- Bestehen gleichzeitig Nackenbeschwerden?
- Welche Bewegungen oder Gewohnheiten verstärken die Beschwerden?
- Gibt es Hinweise, die eine zahnärztliche oder ärztliche Abklärung erforderlich machen?
Aus diesen Informationen wird ein individueller physiotherapeutischer Behandlungsplan entwickelt.
Zusammenarbeit mit Zahnärztinnen und Zahnärzten
CMD liegt an der Schnittstelle verschiedener Fachgebiete.
Zahnmedizinische Faktoren, Aufbissschienen, kieferorthopädische Behandlungen und physiotherapeutische Funktionsstörungen können sich überschneiden.
Die IFCFS-Weiterbildung legt deshalb besonderen Wert auf einen interdisziplinären Blick.
Mit Einverständnis der Patientin oder des Patienten kann bei Bedarf ein fachlicher Austausch mit der behandelnden Zahnärztin, dem Zahnarzt oder anderen beteiligten Fachrichtungen sinnvoll sein.
IFCFS ist eine Zusatzqualifikation
Die IFCFS-Fortbildung baut auf der physiotherapeutischen Grundausbildung und weiteren Kenntnissen der Manuellen Therapie auf.
Sie erweitert diese um spezifisches Wissen über die craniofaziale Region und das Kiefergelenk.
Weitere Grundlagen finden Sie hier:
Ausbildung in Manueller Therapie
Die IFCFS-Weiterbildung ist jedoch keine eigenständige ärztliche oder zahnärztliche Qualifikation. Medizinische und zahnmedizinische Diagnostik bleiben Aufgabe der jeweils zuständigen Fachrichtungen.
Diese Qualifikation in unserem Team
Über die spezielle CMD-Weiterbildung am IFCFS nach John Langendoen-Sertel verfügt in unserer Praxis:
Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin
Ines verbindet die IFCFS-Weiterbildung mit ihren zusätzlichen Qualifikationen in Manueller Therapie einschließlich Kiefergelenk, Osteopathie und weiteren physiotherapeutischen und heilpraktischen Fachgebieten.
Ines Beger – Behandlungsschwerpunkte und weitere Qualifikationen
Von der Ausbildung zur CMD-Behandlung
Diese Seite informiert über die IFCFS-Ausbildung und die fachliche Zusatzqualifikation.
Wenn Sie Beschwerden am Kiefer haben und wissen möchten, wie eine physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung abläuft, finden Sie die Patienteninformationen auf unserer Leistungsseite:
CMD-Physiotherapie und Kieferbehandlung in Leipzig
Dort finden Sie Informationen zu:
- Kieferschmerzen
- eingeschränkter Mundöffnung
- Kieferknacken
- Zähneknirschen und Pressen
- Untersuchung und Behandlung
- Eigenübungen
- Verordnung und Kosten
- Terminvereinbarung
Weitere CMD-Qualifikationen in unserem Team
Neben der IFCFS-Weiterbildung verfügen weitere Teammitglieder über zusätzliche spezialisierte Fortbildungen für die Kieferbehandlung.
Dazu gehören unter anderem:
Osteopathisch orientierte Kiefergelenkstherapie
Die unterschiedlichen Weiterbildungen ergänzen sich innerhalb unseres Teams und ermöglichen verschiedene fachliche Blickwinkel auf Kiefergelenk und Kopf-Hals-Region.
Über die Autorin
Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin
Zuletzt aktualisiert: August 2026