Die Fortbildung „Kiefergelenkstherapie mit osteopathischen Grundlagen“ vermittelt Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusätzliche Kenntnisse für die Untersuchung und Behandlung von Beschwerden im Bereich des Kiefergelenks und der angrenzenden Kopf-Hals-Region.
Unsere Physiotherapeutin Katharina Daniel absolvierte diese Weiterbildung bei der Salutaris Akademie am Fortbildungsstandort FORTIS-FAKULTAS in Chemnitz.
Die Fortbildung umfasste 26 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und verbindet physiotherapeutische Kiefergelenkstherapie mit ausgewählten osteopathisch orientierten Grundlagen.
Was vermittelt die Fortbildung?
Im Mittelpunkt stehen die Anatomie und Funktion des Kiefergelenks, die Kaumuskulatur sowie die nervale Versorgung der craniomandibulären Region.
Zu den Inhalten gehören unter anderem:
- Anatomie und Biomechanik des Kiefergelenks
- Kaumuskulatur
- Nervenversorgung der Kiefer- und Gesichtsregion
- Anamnese bei Kieferbeschwerden
- CMD-Kurzbefund
- Untersuchung der Mundöffnung
- Beurteilung der Unterkieferbewegung
- klinische Funktionsuntersuchungen
- manuelle Untersuchungstechniken
- Einordnung von Zähneknirschen und Zähnepressen
- Zusammenhänge zwischen Kiefer und Kopf-Hals-Region
- manuelle Gelenktechniken
- Dehn- und Entspannungstechniken
- Faszientechniken
- aktive Übungen und Empfehlungen für den Alltag
- Erkennen eines möglichen ärztlichen oder zahnärztlichen Abklärungsbedarfs
Strukturierter CMD-Kurzbefund
Ein wichtiger Bestandteil der Fortbildung ist die strukturierte Untersuchung bei Beschwerden des Kiefergelenks.
Dabei können beispielsweise folgende Fragen berücksichtigt werden:
- Ist die Mundöffnung eingeschränkt?
- Verläuft die Bewegung des Unterkiefers gleichmäßig?
- Bestehen Schmerzen bei bestimmten Bewegungen?
- Ist die Kaumuskulatur druckempfindlich?
- Treten Knack- oder Reibegeräusche auf?
- Bestehen gleichzeitig Beschwerden im Nacken- oder Kopfbereich?
- Gibt es Hinweise auf Zähneknirschen oder Zähnepressen?
Aus Anamnese und Untersuchung werden anschließend die für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten geeigneten physiotherapeutischen Maßnahmen abgeleitet.
Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Kopf-Hals-Region
Das Kiefergelenk arbeitet nicht isoliert. Beim Kauen, Sprechen und Öffnen des Mundes wirken Gelenke, Muskulatur und nervale Steuerung zusammen.
Auch Beschwerden im Bereich von Kiefer und Nacken können gemeinsam auftreten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Region die Ursache der anderen ist.
Die Fortbildung unterstützt deshalb eine differenzierte Untersuchung der beteiligten Strukturen und Funktionen.
Wie wir Kieferbeschwerden in unserer Praxis untersuchen und physiotherapeutisch behandeln, erfahren Sie hier:
CMD-Physiotherapie und Kieferbehandlung in Leipzig
Was bedeutet „osteopathische Grundlagen“?
Die Fortbildung beinhaltet ausgewählte osteopathisch orientierte Untersuchungs- und Behandlungselemente.
Dabei wird der Blick über das Kiefergelenk hinaus auch auf funktionell angrenzende Bereiche gerichtet.
Wichtig ist jedoch die klare fachliche Abgrenzung:
Diese einzelne Fortbildung ist keine Osteopathieausbildung und berechtigt nicht dazu, sich aufgrund dieses Kurses als Osteopathin oder Osteopath zu bezeichnen.
Eine vollständige Osteopathieausbildung ist wesentlich umfangreicher und umfasst zahlreiche zusätzliche theoretische und praktische Ausbildungsbereiche.
Mehr über eine umfassende Osteopathie-Ausbildung erfahren
Physiotherapeutische Anwendung
Katharina setzt die Kenntnisse aus der Fortbildung im Rahmen ihrer physiotherapeutischen Tätigkeit ein.
Je nach individuellem Befund können beispielsweise folgende Maßnahmen Bestandteil der Behandlung sein:
- manuelle Behandlung des Kiefergelenks
- Behandlung der Kaumuskulatur
- sanfte Mobilisationen
- Dehn- und Entspannungstechniken
- Faszientechniken
- aktive Übungen für den Unterkiefer
- Übungen für die Kopf-Hals-Region
- Hinweise für den Alltag
Welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind, richtet sich nach den Beschwerden und dem physiotherapeutischen Untersuchungsbefund.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei CMD
Beschwerden des Kiefergelenks liegen häufig an der Schnittstelle zwischen Physiotherapie und Zahnmedizin.
Deshalb kann je nach Situation eine Zusammenarbeit mit Zahnärztinnen und Zahnärzten, Kieferorthopädie oder anderen medizinischen Fachrichtungen sinnvoll sein.
Ergeben sich während der physiotherapeutischen Untersuchung Hinweise auf einen weiteren diagnostischen Abklärungsbedarf, empfehlen wir eine entsprechende zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung.
Diese Qualifikation in unserem Team
Katharina Daniel
Katharina Daniel
Physiotherapeutin · Schroththerapeutin
Katharina verfügt über die Fortbildung „Kiefergelenkstherapie mit osteopathischen Grundlagen“ und hat die physiotherapeutische Behandlung von Kieferbeschwerden und CMD zu einem ihrer Behandlungsschwerpunkte entwickelt.
Neben der Kieferbehandlung liegen ihre weiteren Schwerpunkte unter anderem in der Skoliosebehandlung nach Schroth und der Manuellen Lymphdrainage.
Katharina Daniel – Behandlungsschwerpunkte und Qualifikationen
Von der Fortbildung zur Behandlung
Diese Seite beschreibt die Fortbildung und fachliche Zusatzqualifikation.
Wenn Sie selbst Kieferbeschwerden haben und wissen möchten, wie eine CMD-Behandlung abläuft, wann Physiotherapie sinnvoll sein kann und welche weiteren spezialisierten Qualifikationen unser Team besitzt, finden Sie die Patienteninformationen hier:
CMD-Physiotherapie und Kieferbehandlung in Leipzig
Weitere CMD-Qualifikationen in unserem Team
Innerhalb unseres Teams bestehen unterschiedliche spezialisierte Fortbildungswege für die physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks.
CMD-Ausbildung am IFCFS nach John Langendoen-Sertel
Die unterschiedlichen Weiterbildungen ergänzen die fachlichen Schwerpunkte unserer Therapeutinnen und Therapeuten.
Über die Autorin
Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin
Zuletzt aktualisiert: August 2026