Im Rahmen unserer phytotherapeutischen Beratung können individuell zusammengestellte Teerezepturen zum Einsatz kommen.
Die Auswahl der Heilpflanzen richtet sich nach dem persönlichen Beschwerdebild, bestehenden Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten sowie möglichen Gegenanzeigen und Wechselwirkungen.
Damit die ausgewählten Pflanzenbestandteile richtig angewendet werden, sind die Dosierung und Zubereitung der Teemischung besonders wichtig.
Herstellung in unseren Partnerapotheken
Die von uns rezeptierte Teemischung wird in einer Menge von 200 Gramm von einer unserer Partnerapotheken fachgerecht angefertigt:
Beide Apotheken halten die benötigten Arzneidrogen in geprüfter pharmazeutischer Qualität vorrätig. Dadurch können die einzelnen Kräuter genau nach unserer Rezeptur abgewogen, in kleinen Mengen verarbeitet und zu einer individuellen 200-Gramm-Teemischung zusammengestellt werden. Patientinnen und Patienten müssen die verschiedenen Bestandteile deshalb nicht einzeln und in größeren Packungen kaufen.
Weitere Informationen zur Herstellung von Teemischungen finden Sie auf der Seite der Goethe-Apotheke Leipzig.
Zubereitung der rezeptierten Teemischung
So bereiten Sie eine Tasse zu:
- Geben Sie einen Esslöffel der Teemischung in eine große Tasse oder ein ausreichend großes Teesieb.
- Bringen Sie frisches Wasser zum Kochen.
- Übergießen Sie die Teemischung gleich mit dem heißen Wasser.
- Decken Sie die Tasse ab.
- Lassen Sie den Tee zehn Minuten zugedeckt ziehen.
- Seihen Sie die Pflanzenteile anschließend vollständig ab.
Sofern keine abweichende individuelle Anweisung erfolgt ist, trinken Sie dreimal täglich eine Tasse.
Warum sollte der Tee zugedeckt ziehen?
Einige Heilpflanzen enthalten flüchtige Bestandteile, beispielsweise ätherische Öle. Beim offenen Ziehen können Teile davon zusammen mit dem Wasserdampf entweichen.
Durch das Abdecken der Tasse bleiben diese Bestandteile besser im Aufguss erhalten. Nach der Ziehzeit können Tropfen, die sich am Deckel gesammelt haben, zurück in die Tasse gegeben werden.
Wie lange reichen 200 Gramm Teemischung?
Bei der empfohlenen Zubereitung mit einem Esslöffel pro Tasse und drei Tassen täglich ist die angefertigte Menge von 200 Gramm für eine Anwendungsdauer von ungefähr sechs Wochen vorgesehen.
Da Pflanzenteile unterschiedlich groß und schwer sein können, handelt es sich um einen ungefähren Zeitraum. Bitte erhöhen Sie die verwendete Menge nicht eigenständig.
Die Teemischung vor der Entnahme durchmischen
Eine Rezeptur kann Blüten, Blätter, Kräuter, Samen, Wurzeln oder andere unterschiedlich große Pflanzenteile enthalten. Während der Aufbewahrung können sich die Bestandteile innerhalb der Packung etwas unterschiedlich verteilen.
Bewegen beziehungsweise durchmischen Sie die geschlossene Teepackung deshalb vor der Entnahme vorsichtig. So lässt sich die Zusammensetzung möglichst gleichmäßig verteilen.
Tee möglichst frisch zubereiten
Bereiten Sie jede Tasse möglichst frisch zu. Verwenden Sie sauberes Trinkwasser und halten Sie die Ziehzeit von zehn Minuten ein.
Eine längere Ziehzeit oder eine größere Teemenge führt nicht automatisch zu einer besseren Wirkung. Sie kann den Geschmack verändern und beeinflussen, welche Mengen der Pflanzeninhaltsstoffe in den Aufguss übergehen.
Richtig aufbewahren
Bewahren Sie die trockene Teemischung:
- in der dafür vorgesehenen Verpackung,
- gut verschlossen,
- trocken,
- vor Licht und Wärme geschützt sowie
- außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
Feuchtigkeit kann die Qualität der Mischung beeinträchtigen. Verwenden Sie zur Entnahme deshalb immer einen sauberen und trockenen Löffel.
Beachten Sie außerdem die Angaben zur Haltbarkeit und Lagerung auf dem Apothekenetikett.
Medizinische Teemischung gezielt anwenden
Bei der individuell zusammengestellten Rezeptur handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Kräuter- oder Genusstee, sondern um eine medizinisch eingesetzte Teemischung. Ihre Zusammensetzung richtet sich nach den bestehenden Beschwerden, der jeweiligen Indikation und der persönlichen gesundheitlichen Situation.
Die Auswahl, Menge und Kombination der Arzneidrogen sowie die Dosierung und Anwendungsdauer werden gezielt festgelegt. Deshalb sollte die Rezeptur genau nach der erhaltenen Anleitung zubereitet und eingenommen werden.
Süßungsmittel wie Zucker, Honig oder Süßstoffe sind bei der vorgesehenen Anwendung nicht eingeplant. Der Mischung sollten außerdem keine weiteren Kräuter oder sonstigen Bestandteile hinzugefügt werden.
Die Teemischung ist ausschließlich für die Person bestimmt, für die sie rezeptiert wurde. Sie sollte nicht an Familienangehörige oder andere Personen weitergegeben werden, auch wenn ähnliche Beschwerden bestehen.
Was tun, wenn eine Einnahme vergessen wurde?
Nehmen Sie bei einer vergessenen Anwendung nicht die doppelte Menge ein. Setzen Sie die Anwendung zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt wie gewohnt fort.
Verändern Sie Dosierung oder Häufigkeit nicht ohne Rücksprache.
Wechselwirkungen und Gegenanzeigen beachten
Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen verursachen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken. Informieren Sie uns deshalb über:
- regelmäßig oder gelegentlich eingenommene Medikamente,
- Nahrungsergänzungsmittel und weitere pflanzliche Präparate,
- bestehende Erkrankungen,
- bekannte Allergien und Unverträglichkeiten,
- Schwangerschaft oder Stillzeit sowie
- geplante Operationen.
Verordnete Medikamente dürfen nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt, verändert oder durch die Teemischung ersetzt werden.
Wann sollte die Anwendung unterbrochen werden?
Unterbrechen Sie die Anwendung und holen Sie fachlichen Rat ein, wenn nach dem Trinken der Teemischung neue oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise:
- Hautausschlag oder Juckreiz,
- Schwellungen,
- Übelkeit oder ausgeprägte Magen-Darm-Beschwerden,
- Schwindel oder Kreislaufprobleme,
- eine deutliche Verschlechterung der bestehenden Beschwerden.
Bei Atemnot, starken Schwellungen oder anderen schweren Reaktionen ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
Auch bei starken Schmerzen, Fieber, Blutungen, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Fragen zur Rezeptur oder Zubereitung
Bei Fragen zur persönlichen Anwendung, Verträglichkeit oder zu möglichen Wechselwirkungen wenden Sie sich bitte an unsere Praxis.
Fragen zur Herstellung, Bestellung, Abfüllung, Haltbarkeit oder zu den Angaben auf dem Etikett beantworten Ihnen die:
Weitere Informationen zu unserer individuellen Beratung finden Sie auf der Seite Phytotherapie in Leipzig. Die verwendeten Pflanzen stellen wir teilweise auch in unserem Heilpflanzenlexikon vor.
Zubereitung auf einen Blick
- Teemenge: ein Esslöffel
- Wassermenge: eine große Tasse
- Wassertemperatur: kochendes Wasser
- Ziehzeit: zehn Minuten
- Wichtig: zugedeckt ziehen lassen
- Anschließend: vollständig abseihen
- Anwendung: dreimal täglich eine Tasse
- Packungsgröße: 200 Gramm
- Vorgesehene Anwendungsdauer: ungefähr sechs Wochen
Wissenschaftliche Grundlage und Evidenz
Die Auswahl einer medizinischen Teemischung erfolgt nicht pauschal. Sie richtet sich nach den bestehenden Beschwerden, der jeweiligen Indikation, möglichen Vorerkrankungen, der aktuellen Medikamenteneinnahme und den Eigenschaften der verwendeten Arzneipflanzen.
Als wissenschaftliche Grundlage dienen insbesondere die Monografien des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA/HMPC). Darin werden einzelne Heilpflanzen und Pflanzenzubereitungen hinsichtlich ihrer Anwendungsgebiete, Dosierung, Zubereitungsformen, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen bewertet.
Die EMA unterscheidet dabei zwischen:
- einer wissenschaftlich anerkannten medizinischen Anwendung, die durch ausreichende wissenschaftliche Daten gestützt wird, und
- einer traditionellen Anwendung, die auf langjähriger medizinischer Verwendung und einer plausiblen Wirkung beruht, für die aber keine gleichwertige klinische Studienlage vorliegt.
Nicht jede individuell zusammengestellte Teerezeptur wurde als vollständige Kombination in klinischen Studien untersucht. Die wissenschaftliche Beurteilung stützt sich deshalb auf die Erkenntnisse zu den einzelnen Arzneipflanzen, die verwendeten Mengen, die pharmazeutische Plausibilität der Kombination und die persönliche gesundheitliche Situation.
Aus den Untersuchungen einer einzelnen Heilpflanze lässt sich nicht automatisch ein Wirksamkeitsnachweis für jede beliebige Teemischung ableiten. Deshalb vermeiden wir pauschale Heilversprechen und wählen eine Rezeptur immer individuell aus.
Die Teemischung ersetzt keine notwendige medizinische Diagnostik oder leitliniengerechte Behandlung. Bei akuten, schweren, unklaren oder zunehmenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.
Qualität und rechtliche Grundlagen
Die in der Apotheke verwendeten Arzneidrogen müssen eine für die pharmazeutische Verarbeitung geeignete und geprüfte Qualität aufweisen. Grundlage hierfür sind insbesondere das Arzneimittelgesetz, die Apothekenbetriebsordnung sowie die anerkannten Regeln des Deutschen und Europäischen Arzneibuchs.
Das Arzneibuch enthält verbindliche pharmazeutische Regeln zur Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln und ihren Ausgangsstoffen. Die konkreten Anforderungen hängen von der jeweiligen Pflanze und ihrer Arzneibuchmonografie ab.
Bei der Herstellung einer individuellen Rezeptur muss die Apotheke unter anderem:
- die ordnungsgemäße Qualität der Ausgangsstoffe sicherstellen,
- die Identität der verwendeten Arzneidrogen entsprechend den geltenden Vorgaben prüfen,
- die Rezeptur vor der Herstellung auf Plausibilität prüfen,
- eine schriftliche Herstellungsanweisung verwenden,
- Art und Menge der Bestandteile dokumentieren,
- die Herstellung protokollieren und
- die fertige Teemischung sachgerecht verpacken und kennzeichnen.
Das unterscheidet eine medizinische Teerezeptur aus der Apotheke von einem gewöhnlichen Kräuter- oder Genusstee.
Quellen und weiterführende Informationen
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Pflanzliche Arzneimittel und europäische Pflanzenmonografien
Informationen zur wissenschaftlichen Bewertung pflanzlicher Stoffe und Zubereitungen sowie zu anerkannten und traditionellen Anwendungen. - Europäische Arzneimittel-Agentur: Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel – HMPC
Der HMPC erstellt die europäischen Monografien zu Anwendungsgebieten und sicheren Anwendungsbedingungen pflanzlicher Arzneimittel. - BfArM: Das Arzneibuch
Informationen zu den anerkannten pharmazeutischen Regeln für Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln und Ausgangsstoffen. - EDQM: Europäisches Arzneibuch
Das Europäische Arzneibuch bildet die maßgebliche Grundlage für offizielle Qualitätsstandards von Arzneimitteln und ihren Bestandteilen in Europa. - § 6 Apothekenbetriebsordnung: Herstellung und Prüfung
- § 7 Apothekenbetriebsordnung: Rezepturarzneimittel
- § 11 Apothekenbetriebsordnung: Prüfung der Ausgangsstoffe
- § 55 Arzneimittelgesetz: Arzneibuch
Fazit
Die individuell rezeptierte Teemischung ist ein medizinisch eingesetztes pflanzliches Arzneimittel und kein gewöhnlicher Genusstee. Ihre Zusammensetzung, Dosierung und Anwendungsdauer orientieren sich an den persönlichen Beschwerden und der jeweiligen Indikation.
Bei drei Tassen täglich ist die von der Apotheke hergestellte 200-Gramm-Mischung für einen Zeitraum von ungefähr sechs Wochen vorgesehen. Verändern Sie die Dosierung oder Anwendungsdauer nicht ohne Rücksprache.
Verantwortlich für den Inhalt
Ines Beger
Physiotherapeutin · Osteopathin · Heilpraktikerin · Pflanzenheilkunde
Qualifikationen und Fortbildungen von Ines Beger
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag erläutert die allgemeine Zubereitung der in unserer Praxis rezeptierten Teemischungen. Individuelle oder abweichende Angaben auf der Rezeptur beziehungsweise dem Apothekenetikett haben Vorrang. Der Beitrag ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung, Diagnose oder phytotherapeutische Beratung.
Zuletzt aktualisiert: September 2026