Unter einer Kalkschulter (Tendinosis calcarea) versteht man die Ablagerung kleiner Kalkdepots innerhalb einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette. Am häufigsten betroffen ist dabei die Supraspinatussehne, welche für das seitliche Anheben des Arms verantwortlich ist.

Die Kalkablagerungen können über einen längeren Zeitraum bestehen, ohne Beschwerden zu verursachen. Beginnt der Körper jedoch den Kalk wieder abzubauen, kommt es häufig zu einer starken Entzündungsreaktion, die erhebliche Schmerzen auslösen kann.


Ursache

Die genaue Ursache einer Kalkschulter ist bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine Kombination aus einer verminderten Durchblutung der Sehne, Stoffwechselveränderungen sowie einer langjährigen Überlastung oder einem natürlichen Verschleiß des Sehnengewebes.

Typischerweise tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf. Eine erhöhte Calciumaufnahme über die Ernährung spielt dabei keine Rolle.


Leitsymptomatik

  • stechende oder ziehende Schmerzen im Bereich der Schulter
  • Schmerzen beim seitlichen oder vorderen Anheben des Arms
  • starke Beschwerden beim Liegen auf der betroffenen Schulter
  • häufig ausgeprägte Nachtschmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen bei Überkopfbewegungen (z. B. Fenster putzen oder Jacke anziehen)
  • Ausstrahlung der Schmerzen in Oberarm oder Nacken möglich
  • während der Auflösungsphase plötzlich sehr starke Schmerzattacken

Therapieansatz

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und der jeweiligen Krankheitsphase.

Je nach Befund kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:

In vielen Fällen bildet sich die Kalkablagerung mit der Zeit von selbst zurück.


Übungen

Zur Erhaltung und Verbesserung der Schulterfunktion empfehlen sich regelmäßige, schmerzadaptierte Übungen.

Pendelübung

Den Oberkörper leicht nach vorne beugen und den betroffenen Arm locker nach unten hängen lassen. Anschließend den Arm langsam vor- und zurück sowie kreisförmig pendeln lassen.

Schulterblattmobilisation

Im Sitzen oder Stehen die Schulterblätter langsam nach hinten zusammenziehen, etwa fünf Sekunden halten und anschließend wieder entspannen.

Wandklettern

Mit den Fingern langsam an einer Wand nach oben "laufen", bis ein leichtes Spannungsgefühl entsteht. Kurz halten und anschließend langsam wieder nach unten gleiten.

Alle Übungen sollten schmerzfrei beziehungsweise nur bis zu einer leichten Schmerzgrenze durchgeführt werden.

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