Blutdruck verständlich erklärt – Folge 14 des Bootscast
Unser Blutdruck verändert sich fortlaufend. Er reagiert unter anderem auf Bewegung, Ruhe, Stress, Schlaf und körperliche Anstrengung. Einzelne Schwankungen sind daher zunächst normal.
In Folge 14 unseres Bootscast erklären wir, was die beiden Blutdruckwerte bedeuten, wie eine Blutdruckmessung funktioniert und warum ein dauerhaft erhöhter Blutdruck medizinisch abgeklärt werden sollte.
Darum geht es in dieser Folge
Wir sprechen unter anderem darüber:
- wie der Blutdruck entsteht,
- was systolischer und diastolischer Blutdruck bedeuten,
- warum die Werte im Tagesverlauf schwanken,
- wie Blutdruck richtig gemessen wird,
- weshalb eine einzelne Messung keine Diagnose erlaubt,
- welche Rolle Bewegung und körperliche Belastung spielen,
- wann eine ärztliche Abklärung notwendig ist.
Folge 14 des Bootscast anhören
Was ist der Blutdruck?
Mit jedem Herzschlag wird Blut in die Gefäße gepumpt. Dabei entsteht ein Druck auf die Gefäßwände. Dieser Druck wird als Blutdruck bezeichnet und in Millimeter Quecksilbersäule – kurz mmHg – angegeben.
Der Blutdruck wird immer mit zwei Werten dargestellt, beispielsweise 125 zu 80 mmHg.
Der systolische Wert
Der erste beziehungsweise obere Wert entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in den Körperkreislauf pumpt.
Der diastolische Wert
Der zweite beziehungsweise untere Wert beschreibt den Druck in den Gefäßen während der Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens.
Warum schwankt der Blutdruck?
Der Blutdruck ist kein unveränderlicher Wert. Er kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- körperliche Bewegung,
- Aufregung und Stress,
- Schmerzen,
- Schlaf und Erholung,
- Temperatur,
- Kaffee, Nikotin und Alkohol,
- Medikamente,
- Erkrankungen.
Während körperlicher Belastung steigt besonders der systolische Blutdruck normalerweise an. Nach dem Ende der Belastung sollte er sich wieder in Richtung des Ausgangswertes entwickeln.
Was bedeutet Bluthochdruck?
Von einer arteriellen Hypertonie wird gesprochen, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Nach den europäischen Leitlinien wird Bluthochdruck in der Arztpraxis weiterhin ab wiederholt gemessenen Werten von mindestens 140/90 mmHg definiert.
Ein einzelner erhöhter Wert reicht für die Diagnose nicht aus. Zur Beurteilung können wiederholte Messungen zu Hause oder eine ärztlich veranlasste 24-Stunden-Messung notwendig sein.
Bluthochdruck verursacht häufig über längere Zeit keine eindeutigen Beschwerden. Unbehandelt kann er jedoch das Risiko für Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, des Gehirns und der Nieren erhöhen.
Blutdruck richtig messen
Damit die Messwerte möglichst aussagekräftig sind, sollten Sie:
- vor der Messung einige Minuten ruhig sitzen,
- während der Messung nicht sprechen,
- beide Füße auf den Boden stellen,
- Rücken und Arm abstützen,
- die passende Manschettengröße verwenden,
- die Manschette ungefähr auf Herzhöhe positionieren,
- mehrere Messungen zu vergleichbaren Zeiten durchführen,
- die Werte mit Datum und Uhrzeit dokumentieren.
Bei der erstmaligen Beurteilung kann es sinnvoll sein, an beiden Armen zu messen. Für spätere Messungen wird in der Regel der Arm mit den höheren Werten verwendet.
Blutdruck und Bewegung
Regelmäßige Bewegung kann zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Welche Belastung geeignet ist, hängt jedoch von den Blutdruckwerten, möglichen Begleiterkrankungen, Medikamenten und dem bisherigen Trainingszustand ab.
Bei bekanntem Bluthochdruck, Herzbeschwerden oder längerer Inaktivität sollte der Einstieg in ein Training mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Informationen über Bewegung und einen schrittweisen Trainingsaufbau finden Sie in unseren Podcastfolgen:
Wann ist medizinische Hilfe erforderlich?
Wiederholt auffällige Blutdruckwerte sollten ärztlich besprochen werden – auch wenn keine Beschwerden bestehen.
Bei stark erhöhten Werten in Verbindung mit Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder sehr starken Kopfschmerzen ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Bei Verdacht auf einen akuten Notfall wählen Sie 112.
Blutdruckmedikamente dürfen nicht eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden.
Die vorherige Herzfolge
Folge 13 erklärt den Aufbau des Herzens, die Funktion der Herzklappen sowie den kleinen und großen Blutkreislauf.
Folge 13 - Das Herz – Aufbau und Funktion | Podcast
Alle Folgen zum Gesundheitspodcast der Praxis Beger
Quellen und weiterführende Informationen
- gesund.bund.de: Bluthochdruck – Ursachen, Diagnose und Behandlung
- Europäische Gesellschaft für Kardiologie: Leitlinie 2024 zu erhöhtem Blutdruck und Hypertonie
- Deutsche Hochdruckliga: Informationen zur Blutdruckmessung
Medizinischer Hinweis
Dieser Podcast dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Blutdruckdiagnostik oder Behandlung.
Fachliche Verantwortung
Fachlich geprüft von Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026