Die Atemtherapie für zu Hause umfasst einfache Übungen zur bewussten Wahrnehmung und Steuerung der Atmung. Sie kann dabei helfen, den Brustkorb beweglicher zu halten, eine ruhige Atemführung zu fördern und unnötige Anspannung in der Atemhilfsmuskulatur zu reduzieren.
Die Übungen können ohne besondere Hilfsmittel durchgeführt werden. Das Video zeigt Ihnen die einzelnen Bewegungen und Atemabläufe:
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Schwerpunkt und Übungsziele
- die eigene Atmung bewusst wahrnehmen
- eine ruhige und gleichmäßige Atemführung fördern
- die Beweglichkeit des Brustkorbs unterstützen
- die Zwerchfellatmung anbahnen
- unnötige Anspannung der Atemhilfsmuskulatur reduzieren
- das Zusammenspiel von Atmung und Bewegung verbessern
- eine verlängerte und kontrollierte Ausatmung unterstützen
Welche Muskeln sind an der Atmung beteiligt?
Bei den Atemübungen arbeiten insbesondere:
- Zwerchfell (Diaphragma) – wichtigster Muskel der Einatmung
- Äußere Zwischenrippenmuskulatur (Mm. intercostales externi) – unterstützt die Erweiterung des Brustkorbs
- Innere Zwischenrippenmuskulatur (Mm. intercostales interni) – beteiligt sich insbesondere an der verstärkten Ausatmung
- Bauchmuskulatur – unterstützt die aktive und kontrollierte Ausatmung
- Atemhilfsmuskulatur im Hals- und Schulterbereich – kann bei erhöhter Atemarbeit zusätzlich eingesetzt werden
- Brust- und Rückenmuskulatur – beeinflusst die Haltung und Beweglichkeit des Brustkorbs
Bei welchen Problemen können Atemübungen sinnvoll sein?
Atemtherapie kann beispielsweise sinnvoll sein bei:
- einer flachen oder überwiegend oberen Brustkorbatmung
- eingeschränkter Beweglichkeit des Brustkorbs
- erhöhter Anspannung im Schulter-Nacken-Bereich
- dem Gefühl, nicht ruhig oder gleichmäßig atmen zu können
- körperlicher Schonung und Bewegungsmangel
- nach längeren Erkrankungs- oder Ruhephasen
- Atemwegserkrankungen wie COPD
- als Ergänzung einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Behandlung
Bei bestehenden Erkrankungen der Lunge, des Herzens oder des Kreislaufs sollte vor dem selbstständigen Üben geklärt werden, welche Atemübungen geeignet sind.
Durchführung
Nehmen Sie die im Video gezeigte Ausgangsposition ein. Achten Sie auf eine bequeme und möglichst aufrechte beziehungsweise entspannt gelagerte Körperhaltung.
Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit zunächst auf Ihre normale Atmung. Lassen Sie die Luft anschließend ruhig durch die Nase einströmen und atmen Sie langsam und kontrolliert wieder aus. Führen Sie die im Video gezeigten Bewegungen ohne Kraftaufwand und passend zu Ihrem eigenen Atemrhythmus aus.
Atmen Sie nur so tief ein, wie es sich angenehm anfühlt. Die Atmung darf nicht erzwungen oder gepresst werden. Legen Sie zwischen den Übungen bei Bedarf eine Pause ein.
Wichtig
Die Atemübungen sollten ruhig, kontrolliert und ohne Überforderung durchgeführt werden. Unterbrechen Sie das Training bei Schwindel, Schmerzen, starkem Hustenreiz, Herzrasen, zunehmender Atemnot oder deutlichem Unwohlsein.
Bei plötzlich auftretender oder starker Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder bläulichen Lippen ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
Die Übungen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder individuell angeleitete Atemtherapie. Weitere Informationen zu physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Krankengymnastik.
Zuletzt aktualisiert: August 2026