Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick
Distale Radiusfraktur der Speiche unmittelbar oberhalb des Handgelenks

Eine Radiusfraktur ist ein Bruch der Speiche, eines der beiden Unterarmknochen. Besonders häufig bricht der Radius unmittelbar am Handgelenk. Mediziner sprechen dann von einer distalen Radiusfraktur.

Typische Ursachen sind ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, ein Sport- oder Verkehrsunfall. Bei älteren Menschen kann bereits ein Sturz aus dem Stand zu einem Bruch führen, wenn die Knochenfestigkeit durch eine Osteoporose vermindert ist.

Je nach Lage und Stabilität wird die Radiusfraktur mit einem Gips oder einer Schiene ruhiggestellt oder operiert. Physiotherapie unterstützt anschließend dabei, Schwellung und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren sowie Kraft, Geschicklichkeit und Belastbarkeit der Hand wieder aufzubauen.

Was ist eine distale Radiusfraktur?

Der Unterarm besteht aus zwei Knochen:

  • der Speiche (Radius) auf der Daumenseite
  • der Elle (Ulna) auf der Kleinfingerseite

Der körperferne Abschnitt des Radius bildet gemeinsam mit den Handwurzelknochen und der Elle das Handgelenk. Bricht die Speiche wenige Zentimeter oberhalb des Handgelenks, liegt eine distale Radiusfraktur vor.

Der Bruch kann:

  • verschoben oder unverschoben sein
  • stabil oder instabil sein
  • außerhalb oder innerhalb der Gelenkfläche verlaufen
  • mit einer Verletzung der Elle, von Bändern, Sehnen oder Nerven verbunden sein
  • offen oder geschlossen sein

Diese Unterschiede beeinflussen die Behandlung und den zeitlichen Verlauf der Rehabilitation.

Welche Formen der Radiusfraktur gibt es?

Colles-Fraktur

Bei der Colles-Fraktur ist das handgelenknahe Bruchstück in Richtung Handrücken verschoben. Sie entsteht typischerweise bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand.

Smith-Fraktur

Bei der Smith-Fraktur ist das Bruchstück zur Handflächenseite verschoben. Häufig entsteht sie durch einen Sturz auf das gebeugte Handgelenk.

Intraartikuläre Radiusfraktur

Bei einer intraartikulären Fraktur reicht der Bruch bis in die Gelenkfläche. Eine möglichst gute Wiederherstellung der Gelenkfläche ist wichtig, um Fehlbelastungen und spätere Verschleißerscheinungen zu begrenzen.

Galeazzi-Verletzung

Hierbei handelt es sich um eine Fraktur des Radiusschaftes in Verbindung mit einer Verletzung oder Verrenkung des körperfernen Gelenks zwischen Radius und Ulna. Sie ist keine gewöhnliche Handgelenksfraktur und muss gesondert behandelt werden.

Die Monteggia-Verletzung gehört dagegen nicht zu den Radiusfrakturen. Bei ihr ist die Elle gebrochen und der Radiuskopf am Ellenbogen ausgerenkt.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine distale Radiusfraktur entsteht häufig durch:

  • einen Sturz auf die ausgestreckte Hand
  • einen Fahrrad- oder Verkehrsunfall
  • einen Sturz beim Sport
  • einen direkten Schlag gegen den Unterarm
  • einen Sturz aus größerer Höhe
  • seltener eine starke wiederholte Überlastung

Bei jüngeren Menschen ist meist eine größere Krafteinwirkung notwendig. Im höheren Lebensalter kann bereits ein vergleichsweise leichter Sturz ausreichen.

Begünstigende Faktoren sind unter anderem:

  • Osteoporose oder eine verminderte Knochendichte
  • höheres Lebensalter
  • erhöhtes Sturzrisiko
  • Gleichgewichts- oder Gangstörungen
  • bestimmte Medikamente
  • vorausgegangene Knochenbrüche
  • Erkrankungen, welche die Knochenfestigkeit beeinträchtigen

Ein Handgelenksbruch nach einem geringfügigen Sturz kann ein Anlass sein, das persönliche Osteoporoserisiko ärztlich beurteilen zu lassen.

Typische Symptome

Mögliche Zeichen einer Radiusfraktur sind:

  • starke Schmerzen am Handgelenk
  • rasch zunehmende Schwellung
  • Bluterguss
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen beim Greifen oder Drehen des Unterarms
  • Druckschmerz über der Speiche
  • sichtbare Fehlstellung
  • verminderte Kraft
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Hand oder Fingern

Nicht jeder Bruch verursacht eine deutlich sichtbare Fehlstellung. Nach einem Sturz sollten anhaltende Schmerzen und eine eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit der Hand deshalb ärztlich untersucht werden.

Erste Hilfe nach einem Sturz

Bis zur medizinischen Untersuchung sollte das Handgelenk möglichst ruhig gehalten werden.

Sinnvoll sind:

  • Ringe, Uhren und enge Armbänder frühzeitig abnehmen
  • Hand und Unterarm ruhigstellen
  • die Hand möglichst erhöht lagern
  • die Region vorsichtig und mit einem Tuch geschützt kühlen
  • nicht versuchen, eine Fehlstellung selbst zu korrigieren
  • die verletzte Hand nicht belasten
  • den Bruch zeitnah ärztlich abklären lassen

Bei einer offenen Wunde sollte diese steril abgedeckt werden. Ein sichtbarer Knochen darf nicht zurückgeschoben werden.

Wann ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich?

Eine umgehende ärztliche oder unfallchirurgische Versorgung ist notwendig bei:

  • sichtbarer Fehlstellung
  • offener Wunde oder sichtbarem Knochen
  • sehr starken oder rasch zunehmenden Schmerzen
  • blassen, blauen oder kalten Fingern
  • neuem Taubheitsgefühl
  • nachlassender Beweglichkeit der Finger
  • deutlich zunehmender Schwellung
  • einem zu eng erscheinenden Gips oder Verband
  • starken Schmerzen trotz verordneter Schmerzmittel
  • einem Unfall mit erheblicher Krafteinwirkung

Auch unter einem Gips müssen Durchblutung, Gefühl und Beweglichkeit der Finger erhalten bleiben.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die ärztliche Untersuchung umfasst die Unfallgeschichte sowie die Beurteilung von:

  • Schwellung und Fehlstellung
  • Haut und möglichen Wunden
  • Durchblutung der Hand
  • Gefühl und Nervenfunktion
  • Beweglichkeit der Finger
  • möglichen Begleitverletzungen

Röntgenaufnahmen zeigen Lage, Verlauf und Verschiebung des Bruches. Bei komplexen Brüchen oder einer Beteiligung der Gelenkfläche kann zusätzlich eine Computertomografie erforderlich sein.

Eine Magnetresonanztomografie wird bei einer akuten Radiusfraktur nur in ausgewählten Fällen benötigt, beispielsweise zur Beurteilung bestimmter Begleitverletzungen.

Wie wird eine Radiusfraktur behandelt?

Die Behandlung hängt unter anderem ab von:

  • Stellung und Stabilität des Bruches
  • Beteiligung der Gelenkfläche
  • Knochenqualität
  • möglichen Begleitverletzungen
  • Alter und allgemeinem Gesundheitszustand
  • alltäglichen und beruflichen Anforderungen
  • sportlichen Zielen

Konservative Behandlung

Ein stabiler, nicht oder nur gering verschobener Bruch kann häufig ohne Operation behandelt werden. Das Handgelenk wird dafür mit einer Schiene oder einem Gips ruhiggestellt.

Ist der Bruch verschoben, kann zunächst eine Reposition erforderlich sein. Dabei werden die Knochenanteile unter Schmerzstillung oder Betäubung wieder möglichst gut ausgerichtet. Anschließend wird das Ergebnis durch Röntgenkontrollen überprüft.

Operative Behandlung

Eine Operation kann beispielsweise erforderlich sein, wenn:

  • der Bruch deutlich verschoben oder instabil ist
  • die Gelenkfläche betroffen und nicht ausreichend ausgerichtet ist
  • die Fraktur offen ist
  • Nerven oder Gefäße gefährdet sind
  • die Stellung im Gips nicht gehalten werden kann
  • weitere Verletzungen vorliegen

Zur Stabilisierung können je nach Fraktur unter anderem Platten und Schrauben, Drähte oder ein äußerer Fixateur eingesetzt werden.

Eine Operation führt nicht automatisch zu einer schnelleren vollständigen Genesung. Auch nach stabiler Versorgung benötigen Knochen und umgebende Strukturen Zeit zur Heilung.

Sobald ärztlich geklärt ist, wann die Physiotherapie beginnen darf, empfiehlt sich eine frühzeitige Terminvereinbarung. Teilen Sie uns dabei bitte vorhandene Belastungs- und Bewegungsvorgaben mit. Wie Sie sich auf die Behandlung vorbereiten können, erklären wir in unserer Podcastfolge Der perfekte Patient – gut vorbereitet zur Physiotherapie.

Was darf während der Ruhigstellung bewegt werden?

Solange keine anderen ärztlichen Vorgaben bestehen, sollen häufig die nicht ruhiggestellten Gelenke regelmäßig und vorsichtig bewegt werden. Dazu können gehören:

  • Finger öffnen und schließen
  • Daumen bewegen
  • Ellenbogen beugen und strecken
  • Schulter bewegen
  • Arm in einer angenehmen Position hochlagern

Das kann Schwellung und Steifigkeit entgegenwirken.

Das Handgelenk selbst darf während der Ruhigstellung nur bewegt werden, wenn dies ausdrücklich freigegeben wurde. Kräftiges Greifen, Abstützen, Tragen und eigenständige Bewegungsversuche gegen den Gips sind zu vermeiden.

Physiotherapie nach einer Radiusfraktur

Die Physiotherapie richtet sich nach der Art der Fraktur, ihrer Stabilisierung, dem Heilungsverlauf und den ärztlichen Vorgaben. Nicht alle Menschen benötigen den gleichen Therapieumfang. Ein verständliches Eigenübungsprogramm kann bei unkompliziertem Verlauf ausreichen; bei stärkeren Einschränkungen ist eine engere therapeutische Begleitung sinnvoll.

Zu Beginn werden unter anderem beurteilt:

  • Schmerzen und Schwellung
  • Beweglichkeit von Fingern, Handgelenk und Unterarm
  • Beweglichkeit von Ellenbogen und Schulter
  • Greifkraft
  • Gefühl und Nervenfunktion
  • Narbenbeweglichkeit nach einer Operation
  • Geschicklichkeit und Handfunktion
  • Anforderungen in Alltag, Beruf und Sport

Daraus wird ein individuelles Behandlungsprogramm entwickelt.

Aktuelle Leitlinien empfehlen eine frühzeitige, aktive und alltagsorientierte Rehabilitation. Welche Bewegungen und Belastungen bereits möglich sind, richtet sich jedoch nicht nach einem starren Wochenplan, sondern nach der Stabilität des Bruches, der gewählten Versorgung und der ärztlichen Freigabe. In der Physiotherapie werden Beweglichkeit, Kraft und sicherer Handgebrauch deshalb individuell und schrittweise aufgebaut. Kräftige Dehnungen oder Belastungen in starke Schmerzen hinein sollten vermieden werden.

Mögliche Phasen der Rehabilitation

Die folgenden Phasen dienen nur der Orientierung. Ärztliche Freigaben und der individuelle Heilungsverlauf haben immer Vorrang.

Phase 1: Schutz und Abschwellung

Während der Ruhigstellung stehen der Schutz der Fraktur und der Erhalt der Beweglichkeit angrenzender Gelenke im Vordergrund.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • geeignete Hochlagerung
  • aktive Fingerbewegungen
  • Bewegung von Ellenbogen und Schulter
  • Anleitung zum Umgang mit Gips oder Schiene
  • Beobachtung von Durchblutung und Sensibilität
  • Unterstützung bei Alltagsanpassungen

Phase 2: Wiedergewinnung der Beweglichkeit

Nach ärztlicher Freigabe wird die Beweglichkeit des Handgelenks schrittweise aufgebaut.

Geübt werden können:

  • Beugung und Streckung des Handgelenks
  • Bewegung zur Daumen- und Kleinfingerseite
  • Drehung des Unterarms mit Handfläche nach oben und unten
  • Finger- und Daumenbeweglichkeit
  • leichte alltägliche Handlungen

Die Bewegungen sollten kontrolliert und regelmäßig ausgeführt werden. Starke, erzwungene Dehnungen sind nicht erforderlich und können das Gewebe unnötig reizen.

Phase 3: Kraft und Handfunktion

Wenn die Knochenheilung und Belastungsfreigabe es erlauben, werden Kraft und Belastbarkeit aufgebaut.

Mögliche Inhalte sind:

  • dosiertes Greiftraining
  • Kräftigung von Handgelenk und Unterarm
  • Training der Feinmotorik
  • Koordinationsübungen
  • leichte Stützbelastungen
  • alltags- und berufsspezifische Aufgaben
  • schrittweiser Aufbau sportlicher Belastungen

Das Gewicht und die Schwierigkeit werden nicht allein anhand einer bestimmten Woche, sondern entsprechend der Belastbarkeit und der medizinischen Freigabe gesteigert.

Welche Behandlungsmethoden können eingesetzt werden?

Abhängig vom Befund kommen infrage:

  • aktive Bewegungsübungen
  • individuell dosiertes Krafttraining
  • funktionelles Greif- und Geschicklichkeitstraining
  • Beratung zur Belastungssteuerung
  • Maßnahmen zur Schwellungsreduktion
  • Narbenbehandlung nach abgeschlossener Wundheilung
  • Sensibilitätstraining
  • sanfte Gelenkmobilisation
  • Heimübungen mit regelmäßiger Verlaufskontrolle

Ergänzend können Manuelle Therapie und bei ausgeprägter Schwellung eine Manuelle Lymphdrainage eingesetzt werden, sofern sie medizinisch geeignet und verordnet sind.

Passive Maßnahmen sollten mit aktiven Übungen und der schrittweisen Wiederaufnahme alltäglicher Tätigkeiten verbunden werden.

Sind Schmerzen bei den Übungen normal?

Ein Spannungsgefühl, leichte Schmerzen oder Steifigkeit können nach einer Ruhigstellung auftreten. Übungen sollten jedoch nicht mit Gewalt oder in starke Schmerzen hinein ausgeführt werden.

Das Programm sollte angepasst und fachlich überprüft werden, wenn:

  • die Schmerzen während oder nach den Übungen deutlich zunehmen
  • die Hand stärker anschwillt
  • Beschwerden über längere Zeit nachhalten
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle auftreten
  • Finger oder Hand blass, blau oder kalt werden
  • die Beweglichkeit plötzlich abnimmt
  • ein Schnappen, Blockieren oder neuer Kraftverlust entsteht

Das Ziel ist ein kontrollierter Belastungsaufbau – nicht das Erzwingen eines möglichst großen Bewegungsumfangs.

Mögliche Komplikationen

Die meisten Radiusfrakturen heilen gut. Dennoch können unter anderem auftreten:

  • anhaltende Bewegungseinschränkung
  • verminderte Greifkraft
  • Fehlstellung des Knochens
  • Reizung des Medianusnervs beziehungsweise Beschwerden ähnlich einem Karpaltunnelsyndrom
  • Sehnenreizungen oder selten Sehnenverletzungen
  • Instabilität zwischen Radius und Ulna
  • verzögerte Knochenheilung
  • Arthrose nach Beteiligung der Gelenkfläche
  • Infektion nach einer offenen Verletzung oder Operation
  • komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)

Hinweise auf ein mögliches CRPS

Ein komplexes regionales Schmerzsyndrom ist selten, sollte aber früh erkannt werden. Hinweise können sein:

  • Schmerzen, die für den Heilungsverlauf ungewöhnlich stark sind
  • ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit
  • anhaltende oder zunehmende Schwellung
  • auffällige Veränderungen von Hautfarbe oder Hauttemperatur
  • starkes Schwitzen oder ungewöhnlich trockene Haut
  • zunehmende Steifigkeit
  • deutlicher Funktionsverlust

Solche Veränderungen sollten frühzeitig ärztlich untersucht werden. Einzelne Symptome allein beweisen noch kein CRPS.

Was können Sie selbst tun?

Orientieren Sie sich an den Vorgaben der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

Hilfreich können sein:

  • freigegebene Übungen regelmäßig und dosiert durchführen
  • die Hand bei Schwellung zeitweise hochlagern
  • Finger, Ellenbogen und Schulter beweglich halten
  • die Hand schrittweise wieder in leichte Alltagstätigkeiten einbeziehen
  • Belastungen langsam steigern
  • auf ausreichende Erholung achten
  • nicht rauchen, da Rauchen die Knochenheilung beeinträchtigen kann
  • auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Maßnahmen zur Sturzprävention prüfen
  • bei geringfügigem Unfallmechanismus das Osteoporoserisiko abklären lassen

Vermeiden Sie eigenständige kräftige Dehnungen, schwere Gewichte oder frühes Abstützen, solange diese Belastungen nicht freigegeben sind.

Wann darf die Hand wieder belastet werden?

Eine pauschale Zeitangabe ist nicht möglich. Die Belastbarkeit hängt von der Fraktur, der gewählten Behandlung und dem Heilungsverlauf ab.

Leichte Alltagstätigkeiten können häufig vor schwerem Heben oder Abstützen aufgenommen werden. Sport, Gartenarbeit, körperlich schwere Berufe und Stützbelastungen benötigen meist einen schrittweisen Aufbau.

Auch wenn der Knochen im Röntgenbild ausreichend verheilt ist, können Beweglichkeit, Kraft und Geschicklichkeit noch einige Zeit eingeschränkt sein.

Autofahren nach einer Radiusfraktur

Autofahren ist erst sinnvoll, wenn:

  • das Fahrzeug sicher beherrscht werden kann
  • kräftiges Lenken und eine Notbremsung möglich sind
  • keine beeinträchtigende Schiene oder Ruhigstellung mehr besteht
  • keine Medikamente eingenommen werden, welche die Fahrtüchtigkeit einschränken
  • ärztliche und versicherungsrechtliche Vorgaben erfüllt sind

Eine starre Wochenangabe ist dafür nicht geeignet. Im Zweifel sollte die Fahrtauglichkeit mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sowie der Versicherung geklärt werden.

Radiusfraktur und Osteoporose

Eine Radiusfraktur nach einem Sturz aus dem Stand kann eine sogenannte Fragilitätsfraktur sein. Besonders bei Frauen nach den Wechseljahren und älteren Männern sollte geprüft werden, ob eine Osteoporose oder ein erhöhtes Risiko für weitere Knochenbrüche besteht.

Zur Vorbeugung weiterer Frakturen können abhängig vom individuellen Risiko beitragen:

  • ärztliche Osteoporosediagnostik
  • regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining
  • Überprüfung des Sturzrisikos
  • ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D nach fachlicher Beratung
  • gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung
  • Anpassung ungünstiger Medikamente oder Risikofaktoren

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Osteoporose.

Unser Ziel

In der Physiotherapie möchten wir Ihnen helfen, die Hand wieder sicher und möglichst selbstverständlich im Alltag einzusetzen.

Gemeinsam arbeiten wir daran:

  • Schwellung und Beschwerden zu reduzieren
  • Beweglichkeit zurückzugewinnen
  • Greifkraft und Belastbarkeit aufzubauen
  • Geschicklichkeit und Koordination zu verbessern
  • Unsicherheit bei Bewegungen abzubauen
  • die Rückkehr in Beruf, Haushalt und Sport vorzubereiten

Die Behandlung wird regelmäßig an den Heilungsverlauf und Ihre persönlichen Ziele angepasst.

Termin zur physiotherapeutischen Behandlung vereinbaren

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Heilung einer Radiusfraktur?

Die knöcherne Heilung nimmt häufig mehrere Wochen in Anspruch. Bis Beweglichkeit, Kraft und sichere Handfunktion wieder erreicht sind, kann es deutlich länger dauern. Komplexe Frakturen, Begleitverletzungen und eine längere Ruhigstellung können die Rehabilitation verlängern.

Muss jede Radiusfraktur operiert werden?

Nein. Stabile und ausreichend gut ausgerichtete Brüche können häufig mit einer Schiene oder einem Gips behandelt werden. Eine Operation wird vor allem bei instabilen, stark verschobenen, offenen oder komplexen Frakturen erwogen.

Wann beginnt die Physiotherapie?

Bewegungen der nicht ruhiggestellten Finger, des Ellenbogens und der Schulter können häufig schon früh begonnen werden. Wann das Handgelenk bewegt und belastet werden darf, richtet sich nach der Stabilität des Bruches und den ärztlichen Vorgaben.

Muss ich nach einer Radiusfraktur zur Physiotherapie?

Nicht alle Menschen benötigen eine längere physiotherapeutische Behandlung. Bei unkompliziertem Verlauf kann ein angeleitetes Eigenübungsprogramm genügen. Physiotherapie ist besonders sinnvoll bei ausgeprägter Steifigkeit, Schwellung, Kraftverlust, Unsicherheit oder besonderen Anforderungen in Alltag, Beruf und Sport.

Darf ich das Handgelenk kräftig dehnen?

Nicht ohne entsprechende Freigabe und Anleitung. Starke Dehnungen sind in der frühen Heilungsphase ungeeignet. Später werden Beweglichkeit und Belastung kontrolliert gesteigert, ohne das Gelenk gewaltsam in eine Endstellung zu drücken.

Warum sind meine Finger nach dem Bruch geschwollen?

Schwellungen sind nach einer Fraktur, Operation und Ruhigstellung häufig. Freigegebene Fingerbewegungen und Hochlagerung können helfen. Nimmt die Schwellung deutlich zu oder treten kalte, blaue oder taube Finger auf, muss der Verband umgehend kontrolliert werden.

Wann kann ich wieder Sport treiben?

Das hängt von Sportart, Fraktur und Heilungsverlauf ab. Ausdauertraining ohne Belastung der Hand ist oftmals früher möglich als Kontaktsport, Krafttraining oder Sportarten mit Sturzrisiko. Die Rückkehr sollte ärztlich freigegeben und schrittweise vorbereitet werden.

Wird das Handgelenk wieder vollständig beweglich?

Viele Menschen erreichen eine gute Handfunktion. Eine gewisse Einschränkung kann insbesondere nach komplexen, verschobenen oder gelenkbeteiligenden Frakturen zurückbleiben. Für den Alltag ist die Funktionsfähigkeit häufig wichtiger als ein exakt symmetrisches Bewegungsausmaß.

Sollte nach einem Handgelenksbruch die Knochendichte untersucht werden?

Nach einem Bruch durch einen geringfügigen Sturz sollte das persönliche Osteoporoserisiko ärztlich beurteilt werden. Ob eine Knochendichtemessung erforderlich ist, hängt von Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und weiteren Risikofaktoren ab.

Brauche ich für die Physiotherapie ein Rezept?

Physiotherapie wird in der Regel ärztlich verordnet. Je nach Befund können beispielsweise Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder ergänzende Maßnahmen verordnet werden.

Wissenschaftliche Grundlage

Aktuelle Empfehlungen betonen eine an die Stabilität der Fraktur angepasste Mobilisation. Die Rehabilitation soll Schmerzen, Schwellung, Beweglichkeit, Kraft und die tatsächlichen Anforderungen der Patientinnen und Patienten berücksichtigen.

Die Studienlage zeigt nicht, dass jede Person nach einer Radiusfraktur zwingend eine umfangreiche überwachte Therapie benötigt. Menschen mit stärkeren funktionellen Einschränkungen, Begleitverletzungen oder erhöhtem Komplikationsrisiko können jedoch von einer individuell angeleiteten Rehabilitation profitieren.

Die konkrete Freigabe für Bewegung und Belastung muss sich immer nach der Frakturversorgung und dem medizinischen Verlauf richten.

Quellen und weiterführende Informationen

Über die Autorin

Ines Beger ist Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg. Seit mehr als 24 Jahren begleitet sie Menschen mit Beschwerden des Bewegungsapparates und funktionellen Einschränkungen. Zu ihren Schwerpunkten gehören individuell abgestimmte physiotherapeutische Behandlungskonzepte, Manuelle Therapie, Osteopathie und aktive Bewegungstherapie.

Mehr über Ines Beger erfahren

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung, Diagnose oder Beratung.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Welche Behandlung passt zu Ihnen?

Nicht immer ist auf den ersten Blick klar, welche Behandlung für die eigenen Beschwerden geeignet ist. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Orientierung. Welche Therapie tatsächlich infrage kommt, richtet sich nach Ihrem individuellen Befund.

Rücken und Nacken
Physiotherapie, Manuelle Therapie und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten

Schulter oder Gelenke
Physiotherapeutische Behandlung bei Beschwerden von Schulter und Gelenken

Kieferbeschwerden / CMD
Spezialisierte physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks

Neurologische Erkrankungen
Neurologische Physiotherapie mit Bobath, PNF und N.A.P.

Babys, Kinder und Jugendliche
Physiotherapie, Skoliosebehandlung nach Schroth, Osteopathie und Kinderchiropraktik

Osteopathie
Osteopathische Untersuchung und individuell abgestimmte Behandlung

Chiropraktik
Manuelle Untersuchung und chiropraktische Behandlung

Termin anfragen

 

Praxis Ines Beger

Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg – individuell und befundorientiert.

Informationen

Physiotherapie

Pestalozzistraße 60
04178 Leipzig

0341 4422796
info@physio-beger.de

KIM – sichere medizinische Kommunikation
physio.ines.beger@adad95.kim.telematik

Montag–Freitag:
7.00–20.00 Uhr

Facebook Physio YouTube

Osteopathie und Chiropraktik

Pestalozzistraße 66
04178 Leipzig

0341 4422796
info@osteopathie-beger-leipzig.de

Montag–Freitag:
nach Vereinbarung

Facebook Osteo

Wie verwenden Cookies
Wir möchten die Informationen auf dieser Webseite und auch unsere Leistungsangebote auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck setzen wir sog. Cookies ein.