Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick

Der Knick-Senk-Spreizfuß ist eine häufige Fußfehlstellung, bei der sich mehrere Veränderungen miteinander verbinden: Die Ferse knickt nach innen, das Längsgewölbe senkt sich ab und der Vorfuß verbreitert sich. Dadurch verändern sich die Belastungsverteilung und die natürliche Stoßdämpferfunktion

des Fußes. Nicht jeder Knick-Senk-Spreizfuß verursacht Beschwerden oder muss behandelt werden. Treten jedoch Schmerzen, wiederkehrende Überlastungsprobleme oder Einschränkungen beim Gehen und Sport auf, kann eine gezielte physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

In unserer Praxis für Physiotherapie in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg untersuchen wir nicht nur den Fuß, sondern berücksichtigen auch Beinachse, Knie, Hüfte, Becken und den gesamten Bewegungsablauf.

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Was ist ein Knick-Senk-Spreizfuß?

Der Begriff beschreibt eine Kombination aus drei Veränderungen:

  • Knickfuß: Die Ferse weicht nach außen aus, während der innere Fußrand absinkt.
  • Senkfuß: Das natürliche Längsgewölbe des Fußes ist abgeflacht.
  • Spreizfuß: Die Mittelfußknochen weichen auseinander und der Vorfuß wird breiter.

Das Fußgewölbe verteilt die Belastung hauptsächlich auf die Ferse sowie den Groß- und Kleinzehenballen. Gleichzeitig wirkt es gemeinsam mit Muskeln, Sehnen und Bändern als natürlicher Stoßdämpfer. Verändert sich diese Konstruktion, können bestimmte Bereiche des Fußes stärker belastet werden.

Ein Knick-Senk-Spreizfuß ist nicht automatisch mit einem ausgeprägten Plattfuß gleichzusetzen. Beim Plattfuß liegt die Fußsohle unter Belastung nahezu vollständig auf dem Boden auf.

Mögliche Ursachen

An der Entstehung eines Knick-Senk-Spreizfußes können unterschiedliche Faktoren beteiligt sein:

  • eine angeborene Veranlagung
  • schwach ausgeprägte Fuß- und Unterschenkelmuskulatur
  • verminderte Stabilität des Kapsel-Band-Apparates
  • eingeschränkte Beweglichkeit von Fuß oder Sprunggelenk
  • ungünstige Belastungs- und Bewegungsmuster
  • langes Stehen oder hohe wiederkehrende Belastungen
  • ungeeignetes oder einengendes Schuhwerk
  • Verletzungen des Fußes oder Sprunggelenks
  • altersbedingte Veränderungen von Sehnen und Bändern
  • Übergewicht als zusätzlicher Belastungsfaktor

Oft entsteht die Fußfehlstellung nicht durch eine einzelne Ursache, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Typische Beschwerden

Viele Menschen haben einen Knick-Senk-Spreizfuß, ohne Schmerzen zu verspüren. Behandlungsbedarf kann entstehen, wenn die Belastbarkeit abnimmt oder Beschwerden auftreten.

Mögliche Symptome sind:

  • Schmerzen an der Fußsohle oder am inneren Fußrand
  • Beschwerden im Vorfuß oder an den Zehenballen
  • Druckstellen und verstärkte Hornhautbildung
  • Schmerzen oder Schwellungen am Innenknöchel
  • schnelle Ermüdung der Füße
  • Unsicherheit beim Gehen oder Stehen
  • wiederkehrendes Umknicken
  • Beschwerden nach längerem Gehen, Stehen oder Laufen
  • Veränderungen des Gangbildes
  • Schmerzen in Knie, Hüfte oder Rücken

Beschwerden in anderen Körperregionen können viele Ursachen haben. Ob sie tatsächlich mit der Fußstellung zusammenhängen, muss deshalb individuell untersucht werden.

Knick-Senk-Fuß bei Kindern

Ein abgeflachtes Fußgewölbe ist bei kleinen Kindern häufig Teil der normalen Entwicklung. Das Fußgewölbe bildet sich erst im Laufe des Wachstums deutlicher aus. Ein schmerzfreier, beweglicher Knick-Senk-Fuß muss daher nicht automatisch behandelt werden.

Eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung ist besonders empfehlenswert, wenn:

  • das Kind Schmerzen hat
  • nur ein Fuß betroffen ist
  • die Fehlstellung sehr deutlich ausgeprägt ist
  • der Fuß steif und kaum korrigierbar erscheint
  • das Kind häufig stolpert oder schnell ermüdet
  • das Gangbild auffällig ist
  • sich die Fußstellung zunehmend verschlechtert
  • zusätzliche Auffälligkeiten der Beine oder Wirbelsäule bestehen

Bei Kindern stehen spielerische Übungen, natürliche Bewegung und eine altersgerechte Förderung im Vordergrund.

Mehr über unsere Physiotherapie für Babys und Kinder erfahren

Physiotherapeutische Untersuchung

Vor der Behandlung führen wir eine individuelle Befunderhebung durch. Dabei betrachten wir den Fuß nicht isoliert, sondern als Teil der gesamten Bewegungskette.

Die Untersuchung kann folgende Bereiche umfassen:

  • Fußstellung im Sitzen und Stehen
  • Form und Beweglichkeit des Fußgewölbes
  • Stellung der Ferse und des Sprunggelenks
  • Beweglichkeit der Zehen
  • Kraft und Ansteuerung der Fußmuskulatur
  • Beweglichkeit und Stabilität des Sprunggelenks
  • Beinachse sowie Stellung von Knie und Hüfte
  • Gleichgewicht und Koordination
  • Abrollverhalten beim Gehen
  • Beschwerden bei beruflichen oder sportlichen Belastungen

Auf Grundlage des Befundes entwickeln wir einen Behandlungsplan, der zu Ihren Beschwerden und Ihren persönlichen Zielen passt.

Physiotherapie beim Knick-Senk-Spreizfuß

Die physiotherapeutische Behandlung richtet sich nicht allein nach der sichtbaren Fußform. Entscheidend sind die Beschwerden, die Beweglichkeit, die muskuläre Kontrolle und die Belastbarkeit im Alltag.

Mögliche Bestandteile der Therapie sind:

  • gezieltes Training der kurzen Fußmuskulatur
  • Kräftigung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Fuß und Sprunggelenk
  • Mobilisation eingeschränkter Gelenke
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Stabilisation der Beinachse
  • Schulung des Abrollverhaltens
  • Gang- und Laufanalyse
  • Anpassung der Belastung im Alltag und beim Sport
  • ein individuelles Übungsprogramm für zu Hause

Ziel ist es, die aktive Stabilität des Fußes zu verbessern, Beschwerden zu reduzieren und den Fuß wieder belastbarer zu machen. Eine sichtbare Fußfehlstellung lässt sich im Erwachsenenalter nicht in jedem Fall vollständig verändern. Trotzdem können Kraft, Bewegungsqualität und Belastbarkeit häufig gezielt beeinflusst werden.

Einlagen oder aktive Übungen?

Schuheinlagen können bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein, beispielsweise um schmerzhafte Bereiche zu entlasten oder die Belastung vorübergehend besser zu verteilen. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch das aktive Training der Fuß- und Beinmuskulatur.

Ob Einlagen erforderlich sind, sollte individuell beurteilt werden. Häufig ist eine Kombination aus geeigneten Schuhen, aktiven Übungen, Belastungsanpassung und – falls notwendig – Einlagen sinnvoll.

Bei anhaltenden Beschwerden empfehlen wir eine fachübergreifende Abstimmung mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder der Orthopädietechnik.

Übungen für ein aktives Fußgewölbe

Die folgenden Übungen dienen als allgemeine Anregung. Welche Übungen für Sie geeignet sind, hängt von der Ursache Ihrer Beschwerden und Ihrem physiotherapeutischen Befund ab.

Fußsohle mobilisieren

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und stellen Sie einen kleinen Ball unter die Fußsohle. Rollen Sie den Fuß langsam und mit angenehmem Druck über den Ball. Stark schmerzhafte Bereiche sollten nicht aggressiv bearbeitet werden.

Der „kurze Fuß“

Lassen Sie Ferse, Großzehenballen und Kleinzehenballen am Boden. Ziehen Sie den Vorfuß leicht in Richtung Ferse, sodass sich das Längsgewölbe sanft anhebt. Die Zehen bleiben dabei möglichst lang und entspannt.

Die Bewegung soll klein und kontrolliert sein. Vermeiden Sie es, die Zehen fest in den Boden zu krallen.

Zehen einzeln bewegen

Versuchen Sie zunächst, nur den großen Zeh anzuheben, während die übrigen Zehen am Boden bleiben. Danach bleibt der große Zeh unten, während die anderen Zehen angehoben werden.

Diese Übung verbessert die differenzierte Ansteuerung der Fußmuskulatur.

Gleichgewicht trainieren

Stellen Sie sich in der Nähe einer stabilen Haltemöglichkeit auf ein Bein. Achten Sie darauf, dass Ferse, Großzehenballen und Kleinzehenballen gleichmäßig belastet bleiben. Das Knie zeigt ungefähr in Richtung des zweiten Zehs.

Fußgewölbe beim Gehen einsetzen

Üben Sie ein kontrolliertes Abrollen über die Ferse und den äußeren Fußrand in Richtung Großzehenballen. Die Bewegung soll fließend bleiben und nicht erzwungen werden.

Führen Sie die Übungen langsam und schmerzfrei aus. Qualität ist wichtiger als eine hohe Wiederholungszahl. Bei Schmerzen oder Unsicherheit sollte das Trainingsprogramm physiotherapeutisch angepasst werden.

Wann ist eine ärztliche Abklärung notwendig?

Bitte lassen Sie Beschwerden ärztlich untersuchen, wenn:

  • starke oder plötzlich auftretende Schmerzen bestehen
  • der Fuß nach einem Unfall deutlich geschwollen ist
  • eine Belastung nicht mehr möglich ist
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten
  • der Fuß gerötet, überwärmt oder stark geschwollen ist
  • die Fehlstellung nur einseitig neu auftritt
  • sich die Fußform innerhalb kurzer Zeit deutlich verändert
  • Beschwerden trotz Entlastung und Übungen anhalten

Häufig gestellte Fragen

Kann man einen Knick-Senk-Spreizfuß wegtrainieren?

Das hängt unter anderem vom Alter, der Beweglichkeit des Fußes und der Ursache ab. Bei einer beweglichen Fehlstellung lassen sich muskuläre Kontrolle und aktive Aufrichtung häufig verbessern. Eine strukturell veränderte Fußform kann dagegen meist nicht vollständig korrigiert werden. Trotzdem können gezielte Übungen Beschwerden und Belastbarkeit positiv beeinflussen.

Sollte man bei einem Knick-Senk-Spreizfuß barfuß gehen?

Barfußgehen kann die Fußmuskulatur anregen, wenn es gut vertragen wird. Die Belastung sollte langsam gesteigert und an Untergrund, Trainingszustand und Beschwerden angepasst werden. Bei Schmerzen, ausgeprägten Fehlstellungen oder bestimmten Erkrankungen ist eine individuelle Beratung sinnvoll.

Welche Schuhe sind geeignet?

Schuhe sollten ausreichend Platz für die Zehen bieten, gut passen und dem Fuß eine natürliche Abrollbewegung ermöglichen. Eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Schuhtyp ist nicht sinnvoll, da Anforderungen und Beschwerden unterschiedlich sind.

Sind Einlagen immer notwendig?

Nein. Ob Einlagen sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden, der Ausprägung der Fehlstellung und der individuellen Belastung ab. Sie können entlasten, sollten aber bei Bedarf durch aktive Übungen ergänzt werden.

Benötige ich für die Physiotherapie eine Verordnung?

Für eine physiotherapeutische Behandlung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist in der Regel eine ärztliche Heilmittelverordnung erforderlich. Fragen zu einer möglichen Selbstzahlerbehandlung beantworten wir Ihnen gerne persönlich.

Unser Fuß im Podcast

Wie funktioniert das Fußgewölbe und warum verursacht nicht jede sichtbare Fußfehlstellung automatisch Beschwerden? In Folge 17 unseres Bootscast sprechen wir verständlich über Aufbau, Funktion und Belastbarkeit des Fußes.

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Individuelle Fußtherapie in Leipzig

Schmerzen Ihre Füße beim Gehen, Stehen oder Sport? Eine gezielte Untersuchung hilft dabei, die Ursache Ihrer Beschwerden und mögliche Zusammenhänge mit Sprunggelenk, Knie oder Hüfte zu erkennen.

In unserer Praxis in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Behandlungs- und Übungsprogramm. Unser Ziel ist es, Ihre Füße aktiv zu stabilisieren und Ihre Belastbarkeit im Alltag nachhaltig zu verbessern.

Praxis für Physiotherapie und Osteopathie Ines Beger
Pestalozzistraße 60
04178 Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle physiotherapeutische Befunderhebung.

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