Mutterkraut gehört zu den traditionsreichen Heilpflanzen Europas und wurde bereits in der Antike wegen seiner vielseitigen Verwendung geschätzt. Mit seinen weißen Blüten, die an kleine Margeriten erinnern, und den fein gefiederten, aromatisch duftenden Blättern ist es eine auffällige Pflanze in Gärten und an Wegrändern. Während Mutterkraut früher bei unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt wurde, liegt der Schwerpunkt seiner heutigen Anwendung auf
der Vorbeugung von Migräne. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt diese traditionelle Anwendung an, nachdem schwerwiegende Ursachen für die Kopfschmerzen ärztlich ausgeschlossen wurden.
Steckbrief
Botanischer Name: Tanacetum parthenium
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Blütezeit: Juni bis September
Verwendeter Pflanzenteil: Blühendes Kraut
Anwendungsformen: Standardisierte Trockenpräparate, Kapseln, Tabletten
Traditionelle Wirkungen: unterstützend zur Vorbeugung von Migräne
Das Wesen der Pflanze
In der traditionellen Pflanzenheilkunde steht Mutterkraut für Ausgleich, Stabilität und innere Widerstandskraft. Seine filigranen Blätter und die strahlenden Blüten symbolisieren Klarheit und Leichtigkeit.
Nach traditioneller Auffassung soll Mutterkraut dazu beitragen, wiederkehrende Belastungen besser zu bewältigen und das innere Gleichgewicht zu fördern. Diese Betrachtungsweise entstammt der traditionellen Pflanzenheilkunde und ist wissenschaftlich nicht belegt.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Mutterkraut enthält unter anderem:
- Sesquiterpenlactone (insbesondere Parthenolid)
- Flavonoide
- ätherisches Öl
- Bitterstoffe
- Gerbstoffe
Diese Inhaltsstoffe werden mit folgenden Eigenschaften in Verbindung gebracht:
- entzündungshemmend
- antioxidativ
- unterstützend bei der Migräneprophylaxe
Traditionell wird Mutterkraut eingesetzt zur:
- Vorbeugung wiederkehrender Migräneanfälle
Anwendung
Mutterkraut wird heute überwiegend als standardisiertes Fertigpräparat eingenommen.
Nach den Empfehlungen der EMA sollte die Anwendung über mindestens zwei Monate erfolgen, bevor die Wirkung beurteilt wird. Tritt in dieser Zeit keine Besserung ein oder verschlechtern sich die Beschwerden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Frische Blätter werden heute nicht mehr empfohlen, da sie Schleimhautreizungen im Mund verursachen können.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertet Mutterkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen, nachdem schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen wurden. Diese Bewertung beruht auf langjähriger sicherer Anwendung und nicht auf ausreichenden hochwertigen klinischen Studien.
Einige klinische Studien weisen auf eine mögliche Verringerung der Häufigkeit von Migräneanfällen hin. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich, sodass sich keine eindeutige Aussage über die Wirksamkeit treffen lässt. Deshalb stützt sich die EMA bei ihrer Bewertung auf die traditionelle Anwendung.
Unsere physiotherapeutische Einordnung
Migräne geht häufig mit Muskelverspannungen im Bereich von Nacken, Schultern und Kiefer sowie mit einer erhöhten Stressbelastung einher.
Die Physiotherapie kann dazu beitragen, muskuläre Dysbalancen zu behandeln, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu verbessern und Strategien zur Stressbewältigung zu vermitteln. Mutterkraut kann im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes eine ergänzende Maßnahme darstellen, ersetzt jedoch keine neurologische oder ärztliche Behandlung.
Im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes kann Mutterkraut eine ergänzende Möglichkeit zur Migräneprophylaxe darstellen. Regelmäßige Bewegung, Stressmanagement und weitere nichtmedikamentöse Maßnahmen können ebenfalls Bestandteil einer individuellen Migränebehandlung sein.
Mehr über Migräne: Symptome, Ursachen und Behandlung
Verwechslungsgefahr
Mutterkraut kann mit Kamillenarten oder anderen weiß blühenden Korbblütlern verwechselt werden.
Typische Merkmale sind:
- margeritenähnliche Blüten mit gelber Mitte,
- stark gefiederte, aromatisch duftende Blätter,
- buschiger Wuchs,
- charakteristischer, leicht bitterer Geruch.
Wissenswertes
Der botanische Artname parthenium geht vermutlich auf das griechische Wort parthenos („Jungfrau“) zurück. Bereits im antiken Griechenland wurde die Pflanze beschrieben und später in vielen Klostergärten kultiviert.
Der wichtigste Inhaltsstoff ist Parthenolid, dessen Gehalt im Europäischen Arzneibuch standardisiert wird, um eine gleichbleibende Qualität pflanzlicher Arzneimittel sicherzustellen.
Hinweise zur Anwendung
Mutterkraut sollte nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden.
Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mutterkraut verzichten.
Da Mutterkraut die Blutgerinnung beeinflussen kann, sollte vor einer geplanten Operation oder bei der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente ärztlicher Rat eingeholt werden. Nach längerer Einnahme sollte das Präparat nicht abrupt abgesetzt werden, da vorübergehend Kopfschmerzen oder Muskel- und Gelenkbeschwerden auftreten können.
Fazit
Mutterkraut gehört zu den traditionsreichen Heilpflanzen Europas und wird heute vor allem zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur erkennt diese traditionelle Anwendung an, auch wenn die klinische Studienlage bislang keine eindeutigen Aussagen zur Wirksamkeit zulässt.
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Weitere Informationen
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Verantwortlich für den Inhalt
Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin · Pflanzenheilkunde
Qualifikationen und Fortbildungen von Ines Beger
Zuletzt aktualisiert: August 2026