Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick
Anatomische Darstellung einer Spondylolisthesis mit Verschiebung eines Wirbels an der Lendenwirbelsäule

Eine Spondylolisthesis, auch Wirbelgleiten genannt, kann sich durch Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar machen.

Manche Menschen spüren die Beschwerden vor allem beim längeren Stehen oder Gehen, beim Zurückneigen des Oberkörpers oder nach körperlicher Belastung. Andere haben trotz eines deutlich sichtbaren Wirbelgleitens keine oder nur geringe Beschwerden.

Bei einer Spondylolisthesis verschiebt sich ein Wirbel gegenüber dem darunterliegenden Wirbel. Am häufigsten betrifft dies die Lendenwirbelsäule, insbesondere die unteren Lendenwirbel.

Ein Wirbelgleiten ist zunächst ein bildgebender Befund. Aus dem Ausmaß der Verschiebung allein lässt sich nicht sicher ableiten, ob und wie stark ein Mensch darunter leidet. Neben der Stellung der Wirbel können Bandscheiben, Facettengelenke, Nerven, Muskulatur, körperliche Belastbarkeit und weitere persönliche Faktoren an den Beschwerden beteiligt sein.

Deshalb betrachten wir nicht nur Röntgen- oder MRT-Aufnahmen, sondern vor allem Ihre Beschwerden, Ihre Beweglichkeit und die Einschränkungen in Alltag, Beruf oder Sport.

Unser Blick auf die Spondylolisthesis

Nicht jedes Wirbelgleiten muss behandelt werden. Viele Menschen leben dauerhaft mit einer Spondylolisthesis, ohne dadurch im Alltag eingeschränkt zu sein.

Bestehen Beschwerden, beginnen wir mit einer sorgfältigen Untersuchung. Wir möchten wissen, welche Bewegungen die Schmerzen verstärken oder lindern, wie belastbar Sie beim Stehen und Gehen sind und ob Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kraftverluste in einem Bein auftreten.

Unser Ziel besteht nicht darin, einen Wirbel durch eine einzelne Technik dauerhaft „zurückzuschieben“. Eine strukturelle Verschiebung lässt sich durch Physiotherapie in der Regel nicht rückgängig machen. Die Behandlung kann jedoch dabei unterstützen, Schmerzen zu beeinflussen, Kraft und Bewegungskontrolle zu verbessern und die Wirbelsäule im Alltag wieder belastbarer zu machen.

Je nach Befund können Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Osteopathie oder ein individuell abgestimmtes aktives Behandlungskonzept sinnvoll sein.

Was bedeutet Spondylolisthesis?

Der Begriff Spondylolisthesis setzt sich aus den griechischen Wörtern für Wirbel und Gleiten zusammen. Er beschreibt die Verschiebung eines Wirbels gegenüber dem darunterliegenden Wirbelsäulenabschnitt.

Meist gleitet der obere Wirbel nach vorn. Seltener kann eine Verschiebung nach hinten auftreten. Besonders häufig findet sich das Wirbelgleiten am Übergang zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel oder zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein.

Die Verschiebung kann gering ausgeprägt sein oder einen größeren Teil der Wirbelkörperbreite betreffen. Zur Beschreibung wird häufig die Einteilung nach Meyerding verwendet:

  • Grad I: Verschiebung bis 25 Prozent
  • Grad II: Verschiebung zwischen 25 und 50 Prozent
  • Grad III: Verschiebung zwischen 50 und 75 Prozent
  • Grad IV: Verschiebung zwischen 75 und 100 Prozent
  • Spondyloptose: vollständiges Abgleiten des Wirbels

Diese Einteilung beschreibt die sichtbare Verschiebung. Sie sagt jedoch nicht zuverlässig voraus, wie stark die Beschwerden sind oder welche Behandlung benötigt wird.

Welche Formen des Wirbelgleitens gibt es?

Je nach Ursache werden verschiedene Formen unterschieden.

Isthmische Spondylolisthesis

Bei einer isthmischen Spondylolisthesis besteht eine Veränderung oder Unterbrechung im Bereich des Wirbelbogens. Diese Veränderung wird als Spondylolyse bezeichnet.

Sie kann sich während des Wachstums entwickeln und wird unter anderem mit wiederholten hohen Belastungen der nach hinten geneigten Lendenwirbelsäule in Verbindung gebracht. Dies kann beispielsweise bei bestimmten Turn-, Wurf- oder Sprungsportarten vorkommen.

Eine vorhandene Spondylolyse führt jedoch nicht zwangsläufig zu einem Wirbelgleiten oder zu Beschwerden.

Degenerative Spondylolisthesis

Eine degenerative Spondylolisthesis tritt häufiger mit zunehmendem Lebensalter auf. Veränderungen der Bandscheiben, Facettengelenke und weiterer stabilisierender Strukturen können dazu führen, dass sich ein Wirbel gegenüber dem nächsten verschiebt.

Begleitend können ein Facettensyndrom, eine Spinalkanalstenose oder andere verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule vorliegen.

Dysplastische Spondylolisthesis

Bei der dysplastischen Form bestehen angeborene Veränderungen im Bereich der Wirbel, der Wirbelgelenke oder des Kreuzbeins. Dadurch kann die Stabilität des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts vermindert sein.

Traumatische oder krankheitsbedingte Formen

Seltener entsteht ein Wirbelgleiten infolge einer Verletzung, einer Erkrankung des Knochens oder nach einer Operation an der Wirbelsäule.

Welche Beschwerden können auftreten?

Viele Spondylolisthesen werden zufällig entdeckt und verursachen keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, können sie sich von Mensch zu Mensch deutlich unterscheiden.

Möglich sind:

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen beim längeren Stehen oder Gehen
  • Beschwerden beim Zurückneigen der Wirbelsäule
  • Schmerzen nach körperlicher Belastung
  • Verspannungen der Rückenmuskulatur
  • Steifigkeit oder eine eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen im Gesäß
  • Ausstrahlung in ein oder beide Beine
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • eine verminderte Muskelkraft
  • eine verkürzte mögliche Gehstrecke

Werden Nervenwurzeln gereizt oder eingeengt, können Beschwerden auftreten, die einer Ischialgie oder einem Bandscheibenvorfall ähneln.

Bei einer begleitenden Einengung des Wirbelkanals können Schmerzen, Schweregefühl oder Schwäche in den Beinen besonders beim Stehen und Gehen auftreten. Manche Betroffene erleben eine Besserung beim Sitzen oder Vorbeugen. Dieses Beschwerdebild kann auch bei einer Spinalkanalstenose vorkommen.

Ein einzelnes Symptom reicht nicht aus, um ein Wirbelgleiten als Ursache der Beschwerden festzulegen.

Warum verursacht ein Wirbelgleiten nicht immer Schmerzen?

Bildgebende Veränderungen und Beschwerden stimmen nicht immer miteinander überein. Ein stärker ausgeprägtes Wirbelgleiten kann vollständig beschwerdefrei bleiben, während bei einer geringeren Verschiebung deutliche Schmerzen bestehen können.

Neben der Stellung der Wirbel können weitere Faktoren eine Rolle spielen:

  • Veränderungen der Bandscheiben
  • Belastung der Facettengelenke
  • Einengung des Wirbelkanals oder der Nervenaustrittsöffnungen
  • verminderte Kraft und Belastbarkeit
  • ungewohnte oder wiederholte Belastungen
  • Bewegungsmangel
  • Schlafprobleme
  • Stress und anhaltende Anspannung
  • Unsicherheit oder Angst vor Bewegung
  • frühere Verletzungen oder Operationen

Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Deshalb sollte die Behandlung nicht allein auf die sichtbare Verschiebung ausgerichtet werden.

Wie wird eine Spondylolisthesis festgestellt?

Die Diagnose erfolgt ärztlich und basiert auf dem Gespräch, der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls einer Bildgebung.

Dabei wird unter anderem geprüft:

  • wo die Beschwerden auftreten
  • welche Bewegungen die Schmerzen verändern
  • ob Schmerzen in Gesäß oder Beine ausstrahlen
  • ob Taubheitsgefühle oder Kraftverluste bestehen
  • wie lange Stehen und Gehen möglich sind
  • wie beweglich und belastbar die Wirbelsäule ist
  • ob Hinweise auf eine andere Ursache vorliegen

Röntgenaufnahmen im Stehen können die Stellung der Wirbel sichtbar machen. Abhängig von der Fragestellung können Funktionsaufnahmen in Vor- und Rückneigung angefertigt werden.

Eine Magnetresonanztomografie kann sinnvoll sein, wenn Bandscheiben, Nervenwurzeln oder der Wirbelkanal beurteilt werden sollen. Eine Computertomografie kann knöcherne Veränderungen genauer darstellen.

Die Bildgebung muss immer gemeinsam mit den Beschwerden und den Ergebnissen der Untersuchung beurteilt werden.

Wie untersuchen wir Sie in unserer Praxis?

Jede Behandlung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Wir möchten unter anderem wissen:

  • seit wann die Beschwerden bestehen
  • wie sie begonnen haben
  • welche Bewegungen oder Belastungen sie verstärken
  • ob Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen die Beschwerden verändert
  • ob Schmerzen in Gesäß oder Beine ausstrahlen
  • ob Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftverluste auftreten
  • welche Belastungen in Alltag, Beruf oder Sport vorkommen
  • welche Untersuchungen und Behandlungen bereits erfolgt sind
  • welche Ziele Sie mit der Behandlung erreichen möchten

Anschließend beurteilen wir abhängig vom Befund unter anderem die Beweglichkeit der Wirbelsäule und Hüftgelenke, die Muskelkraft, die Bewegungskontrolle und alltagsbezogene Bewegungen.

Bei ausstrahlenden Beschwerden untersuchen wir zusätzlich mögliche Hinweise auf eine Beteiligung der Nerven. Dabei versuchen wir nicht, den vermeintlich „verrutschten“ Wirbel mit einem einzelnen Test festzulegen. Entscheidend ist das Gesamtbild.

Wie kann Physiotherapie unterstützen?

Physiotherapie kann die knöcherne Verschiebung eines Wirbels in der Regel nicht beseitigen. Sie kann jedoch dazu beitragen, Kraft, Bewegungskontrolle, Belastbarkeit und den Umgang mit den Beschwerden zu verbessern.

Je nach Befund können Bestandteile der Behandlung sein:

  • individuell angepasstes Krafttraining
  • Training der Rumpfmuskulatur
  • Verbesserung von Bewegungskontrolle und Koordination
  • Übungen für Hüften und Beine
  • schrittweiser Aufbau von Geh- und Stehbelastungen
  • Anpassung belastender Bewegungsabläufe
  • Mobilisation angrenzender Gelenke
  • Entwicklung eines langfristig umsetzbaren Übungsprogramms
  • Vorbereitung auf berufliche oder sportliche Anforderungen

Ein starres Standardprogramm ist nicht für alle Menschen mit Spondylolisthesis geeignet. Manche Patienten vertragen Übungen in einer eher neutralen Wirbelsäulenstellung gut. Andere profitieren von einer schrittweisen Erweiterung ihrer Beweglichkeit in verschiedene Richtungen.

Entscheidend ist, wie Ihr Körper während und nach einer Übung reagiert und ob sich Ihre Belastbarkeit über einen längeren Zeitraum verbessert.

Weitere Informationen zu unserer Behandlung finden Sie auf den Seiten zur Krankengymnastik und Manuellen Therapie.

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie kann ergänzend eingesetzt werden, wenn behandelbare Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, der Hüftgelenke oder anderer angrenzender Bereiche vorliegen.

Mobilisierende Techniken können Bewegungen vorübergehend erleichtern und Schmerzen beeinflussen. Sie können das Wirbelgleiten jedoch nicht dauerhaft rückgängig machen und sollten nicht als alleinige Behandlung verstanden werden.

Ein nachhaltiges Behandlungskonzept verbindet manuelle Maßnahmen möglichst mit aktiver Bewegung, Kraftaufbau und einer schrittweisen Steigerung der Belastbarkeit.

Osteopathie

Die Osteopathie kann die Untersuchung um den Blick auf angrenzende Gelenke, Muskulatur, Faszien und funktionelle Zusammenhänge erweitern.

Osteopathische Techniken können eine Spondylolisthesis nicht beseitigen. In ausgewählten Fällen können sie begleitende Bewegungseinschränkungen oder Spannungen behandeln.

Die wissenschaftliche Evidenz speziell für osteopathische Behandlungen bei Spondylolisthesis ist begrenzt. Deshalb setzen wir osteopathische Maßnahmen nur nach individueller Untersuchung und vorzugsweise in Verbindung mit aktiver Therapie ein.

Chiropraktik und „Einrenken“

Ein Wirbelgleiten bedeutet nicht, dass ein Wirbel plötzlich ausgerenkt ist und lediglich wieder an seinen ursprünglichen Platz geschoben werden muss.

Eine strukturelle Spondylolisthesis lässt sich durch eine chiropraktische Technik nicht dauerhaft zurückschieben. Manipulative oder mobilisierende Techniken kommen höchstens bei geeigneten begleitenden Bewegungseinschränkungen infrage.

Vor einer Behandlung müssen unter anderem neurologische Beschwerden, Osteoporose, frühere Operationen und der ärztliche Befund berücksichtigt werden. Kräftige Manipulationen direkt am betroffenen Wirbelsäulenabschnitt sind nicht automatisch sinnvoll.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Chiropraktik.

Welche ärztlichen Behandlungen kommen infrage?

Die Behandlung richtet sich nach der Art des Wirbelgleitens, den Beschwerden und möglichen neurologischen Auffälligkeiten.

Häufig wird zunächst konservativ behandelt. Dazu können Bewegung, Physiotherapie, ärztlich abgestimmte Medikamente und eine Anpassung belastender Aktivitäten gehören.

Bei ausgeprägten ausstrahlenden Beschwerden können ärztlich durchgeführte Injektionen in ausgewählten Fällen vorübergehend Schmerzen lindern. Sie beheben jedoch nicht die Ursache des Wirbelgleitens.

Eine operative Behandlung kann erwogen werden, wenn:

  • starke Beschwerden trotz angemessener konservativer Behandlung fortbestehen
  • die Geh- oder Alltagsfähigkeit erheblich eingeschränkt bleibt
  • neurologische Ausfälle auftreten oder zunehmen
  • eine ausgeprägte Instabilität festgestellt wird
  • das Wirbelgleiten deutlich fortschreitet
  • bei Kindern oder Jugendlichen besondere Risikofaktoren bestehen

Die Entscheidung für oder gegen eine Operation gehört in fachärztliche Hände und sollte Beschwerden, Untersuchung, Bildgebung, persönliche Ziele und mögliche Risiken gemeinsam berücksichtigen.

Was können Sie selbst tun?

Versuchen Sie, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten aktiv zu bleiben. Eine längere vollständige Schonung kann dazu führen, dass Kraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit weiter abnehmen.

Hilfreich können sein:

  • regelmäßige kurze Bewegungseinheiten
  • häufige Positionswechsel
  • Spaziergänge oder angepasstes Radfahren
  • individuell dosiertes Krafttraining
  • schrittweiser Aufbau von Geh- und Stehzeiten
  • Pausen bei länger andauernden Belastungen
  • ein regelmäßiges, gut verträgliches Übungsprogramm
  • eine langsame Rückkehr zu Sport und Freizeitaktivitäten

Es gibt nicht die eine Übung, die bei jeder Spondylolisthesis hilft. Auch ein pauschales Verbot bestimmter Bewegungsrichtungen ist meist nicht sinnvoll.

Belastungen sollten an Ihre Beschwerden und Ihre aktuelle körperliche Leistungsfähigkeit angepasst werden. Leichte, vorübergehende Beschwerden während oder nach einer Übung müssen nicht automatisch bedeuten, dass Sie Ihrer Wirbelsäule schaden. Deutlich zunehmende oder anhaltende Schmerzen sowie neue neurologische Symptome sollten jedoch untersucht werden.

Darf man mit Wirbelgleiten Sport treiben?

In vielen Fällen ist Sport möglich und sinnvoll. Welche Sportarten und Belastungen geeignet sind, hängt von der Form der Spondylolisthesis, den Beschwerden und den persönlichen Anforderungen ab.

Bei Jugendlichen mit einer frischen Spondylolyse oder deutlichen belastungsabhängigen Beschwerden kann zeitweise eine Anpassung des Trainings erforderlich sein. Eine Rückkehr zum Sport sollte anschließend schrittweise erfolgen.

Bei Erwachsenen steht häufig nicht ein grundsätzliches Sportverbot, sondern eine individuell angepasste Belastungssteuerung im Vordergrund.

Wann sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Bitte suchen Sie zeitnah medizinische Hilfe auf, wenn:

  • neu auftretende oder zunehmende Muskelschwäche besteht
  • Taubheitsgefühle deutlich zunehmen
  • Schmerzen stark in ein oder beide Beine ausstrahlen
  • die Gehfähigkeit rasch abnimmt
  • starke Beschwerden nach einem Unfall auftreten
  • Fieber oder Schüttelfrost hinzukommen
  • die Schmerzen nachts stark sind oder kontinuierlich zunehmen
  • ein unerklärlicher Gewichtsverlust auftritt
  • eine Tumor-, Infektions- oder entzündliche Erkrankung bekannt ist

Bei neu auftretenden Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Taubheitsgefühlen im Genital- oder Dammbereich oder Lähmungserscheinungen ist eine sofortige Untersuchung in einer Notaufnahme erforderlich.

Häufige Fragen

Ist Spondylolisthesis dasselbe wie Wirbelgleiten?

Ja. Spondylolisthesis ist der medizinische Fachbegriff für die Verschiebung eines Wirbels gegenüber dem darunterliegenden Wirbel.

Ist Wirbelgleiten gefährlich?

Eine Spondylolisthesis ist nicht grundsätzlich gefährlich. Viele Menschen haben keine Beschwerden oder Einschränkungen. Wichtig sind die vorhandenen Symptome, mögliche neurologische Auffälligkeiten und die Frage, ob die Veränderung stabil bleibt.

Kann sich ein verschobener Wirbel wieder zurückschieben?

Ein strukturell verschobener Wirbel lässt sich durch Physiotherapie oder manuelle Behandlung in der Regel nicht dauerhaft in seine ursprüngliche Position zurückschieben. Für eine Verbesserung der Beschwerden ist dies häufig auch nicht notwendig.

Kann Wirbelgleiten von selbst schlimmer werden?

Ein Wirbelgleiten kann stabil bleiben oder sich im Laufe der Zeit verändern. Das Risiko einer Zunahme hängt unter anderem von der Form der Spondylolisthesis, dem Alter und der individuellen Anatomie ab. Aus den Schmerzen allein lässt sich ein Fortschreiten nicht sicher ableiten.

Welche Übungen helfen bei Spondylolisthesis?

Häufig werden Übungen zur Verbesserung der Rumpfkraft, Bewegungskontrolle und allgemeinen Belastbarkeit eingesetzt. Welche Übungen geeignet sind, hängt von den individuellen Beschwerden und Untersuchungsergebnissen ab.

Sollte man bei Wirbelgleiten ein Hohlkreuz vermeiden?

Nicht jeder Mensch mit Spondylolisthesis muss das Zurückneigen der Wirbelsäule dauerhaft vermeiden. Wenn diese Bewegung aktuell Beschwerden verstärkt, kann sie zunächst angepasst werden. Langfristig sollte das Ziel häufig darin bestehen, Bewegungen wieder kontrolliert und schrittweise aufzubauen.

Hilft ein Korsett bei Wirbelgleiten?

Bei Erwachsenen wird ein Korsett nicht routinemäßig für jede Spondylolisthesis benötigt. Bei Jugendlichen mit bestimmten Formen einer Spondylolyse oder Spondylolisthesis kann eine zeitlich begrenzte Versorgung ärztlich erwogen werden. Die Entscheidung erfolgt individuell.

Muss Wirbelgleiten operiert werden?

Nein. Viele Menschen werden konservativ behandelt. Eine Operation kommt insbesondere bei anhaltend starken Einschränkungen, fortschreitenden neurologischen Ausfällen oder einer relevanten Instabilität infrage.

Kann eine Spondylolisthesis einen Bandscheibenvorfall verursachen?

Ein Wirbelgleiten kann mit Veränderungen der Bandscheiben und Facettengelenke verbunden sein. Ein gleichzeitig sichtbarer Bandscheibenvorfall muss jedoch nicht automatisch die Ursache der Beschwerden sein.

Kann Wirbelgleiten eine Spinalkanalstenose verursachen?

Vor allem eine degenerative Spondylolisthesis kann zu einer Einengung des Wirbelkanals oder der Nervenaustrittsöffnungen beitragen. Dadurch können Beschwerden wie bei einer Spinalkanalstenose entstehen.

Brauche ich für Physiotherapie ein Rezept?

Physiotherapie wird in der Regel ärztlich verordnet. Welche Behandlung geeignet ist, richtet sich nach Ihren Beschwerden und dem individuellen Untersuchungsbefund.

Quellen und weiterführende Informationen

AWMF: S2k-Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz

North American Spine Society: Diagnosis and Treatment of Degenerative Lumbar Spondylolisthesis

North American Spine Society: Diagnosis and Treatment of Adult Isthmic Spondylolisthesis

PubMed: Spondylolysis and Isthmic Spondylolisthesis – A Guide to Diagnosis and Management

PubMed: Summary of Guidelines for the Treatment of Lumbar Spondylolisthesis

PubMed: Natural History of Degenerative Spondylolisthesis

Die Spondylolisthesis gehört zu den möglichen Veränderungen der Wirbelsäule. Einen Überblick über weitere Ursachen von Rückenbeschwerden, wichtige Warnzeichen und unsere Behandlungsangebote finden Sie auf der Seite Rücken und Wirbelsäule.

Hinweis zur Evidenz

Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und patientenorientierten Fachinformationen sowie unserer klinischen Erfahrung.

Ein Wirbelgleiten verursacht nicht automatisch Beschwerden. Die sichtbare Verschiebung im Röntgen oder MRT stimmt nicht immer mit der Stärke der Schmerzen oder der körperlichen Einschränkung überein. Bildgebung und Symptome müssen deshalb gemeinsam beurteilt werden.

Aktive Bewegung, individuell angepasstes Training und Physiotherapie gehören zu den wichtigen Bestandteilen der konservativen Behandlung. Für einzelne passive, manuelle, osteopathische und chiropraktische Maßnahmen ist die wissenschaftliche Evidenz unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie werden in unserer Praxis nach individueller Untersuchung und nicht als Ersatz für eine notwendige ärztliche Diagnostik eingesetzt.

Termin anfragen

Bei Ihnen wurde eine Spondylolisthesis festgestellt oder Sie leiden unter wiederkehrenden Schmerzen im unteren Rücken?

Wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Untersuchung und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein Behandlungskonzept, das zu Ihren Beschwerden, Ihrer Belastbarkeit und Ihren persönlichen Zielen passt.

Termin anfragen

Verantwortlich für den Inhalt

Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin

Qualifikationen und Fortbildungen ansehen

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Welche Behandlung passt zu Ihnen?

Nicht immer ist auf den ersten Blick klar, welche Behandlung für die eigenen Beschwerden geeignet ist. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Orientierung. Welche Therapie tatsächlich infrage kommt, richtet sich nach Ihrem individuellen Befund.

Rücken und Nacken
Physiotherapie, Manuelle Therapie und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten

Schulter oder Gelenke
Physiotherapeutische Behandlung bei Beschwerden von Schulter und Gelenken

Kieferbeschwerden / CMD
Spezialisierte physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks

Neurologische Erkrankungen
Neurologische Physiotherapie mit Bobath, PNF und N.A.P.

Babys, Kinder und Jugendliche
Physiotherapie, Skoliosebehandlung nach Schroth, Osteopathie und Kinderchiropraktik

Osteopathie
Osteopathische Untersuchung und individuell abgestimmte Behandlung

Chiropraktik
Manuelle Untersuchung und chiropraktische Behandlung

Termin anfragen

 

Praxis Ines Beger

Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg – individuell und befundorientiert.

Informationen

Physiotherapie

Pestalozzistraße 60
04178 Leipzig

0341 4422796
info@physio-beger.de

Montag–Freitag:
7.00–20.00 Uhr

Facebook Physio YouTube

Osteopathie und Chiropraktik

Pestalozzistraße 66
04178 Leipzig

0341 4422796
info@osteopathie-beger-leipzig.de

Montag–Freitag:
nach Vereinbarung

Facebook Osteo

Wie verwenden Cookies
Wir möchten die Informationen auf dieser Webseite und auch unsere Leistungsangebote auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck setzen wir sog. Cookies ein.