Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick
Zwei Skizzen zum BWS-Syndrom: links Person mit Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, rechts Darstellung der Rückenmuskulatur mit markiertem schmerzhaftem Bereich entlang der Brustwirbelsäule.

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule werden häufig zwischen den Schulterblättern oder entlang der Rippen wahrgenommen. Manche Patienten beschreiben sie als ziehend oder dumpf, andere als stechend – insbesondere beim tiefen Einatmen oder Drehen des Oberkörpers.

Viele vermuten zunächst eine einfache Muskelverspannung. Tatsächlich können jedoch verschiedene Strukturen an den Beschwerden beteiligt sein. Neben Muskeln und Gelenken spielen häufig auch die Rippen, die Atmung, das Zwerchfell oder der Schultergürtel eine Rolle.

In unserer Praxis behandeln wir deshalb nicht nur die schmerzende Stelle. Unser Ziel ist es, die Ursachen Ihrer Beschwerden zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Behandlungskonzept zu entwickeln.

Unser Blick auf Brustwirbelschmerzen

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit.

Während bei manchen Patienten langes Sitzen oder einseitige Belastungen im Vordergrund stehen, spielen bei anderen Bewegungseinschränkungen der Rippen, muskuläre Dysbalancen oder eine veränderte Atemmechanik eine Rolle.

Darüber hinaus bestehen enge funktionelle Beziehungen zwischen der Brustwirbelsäule, dem Brustkorb, dem Zwerchfell und dem vegetativen Nervensystem.

Nicht jeder dieser Bereiche ist bei jedem Patienten relevant. Unsere Aufgabe besteht darin, herauszufinden, welche Faktoren Ihre Beschwerden tatsächlich beeinflussen und welche Behandlung sinnvoll ist.

Je nach Befund können Physiotherapie, Osteopathie, Chiropraktik sowie – wenn medizinisch angezeigt – Neuraltherapie oder Phytotherapie Bestandteile Ihres individuellen Behandlungskonzeptes sein.

Warum entstehen Brustwirbelschmerzen?

Die Brustwirbelsäule besteht aus zwölf Wirbeln und bildet gemeinsam mit den Rippen den Brustkorb. Sie schützt Herz und Lunge und sorgt gleichzeitig für Stabilität und Beweglichkeit des Oberkörpers.

Im Vergleich zur Hals- oder Lendenwirbelsäule ist sie deutlich weniger beweglich. Gerade deshalb können Bewegungseinschränkungen einzelner Wirbel oder Rippen zu Beschwerden führen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören

Oft kommen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zusammen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Brustwirbelschmerzen können sich sehr unterschiedlich äußern. Viele Patienten berichten über

  • Schmerzen zwischen den Schulterblättern
  • Druckgefühl im oberen Rücken
  • Schmerzen beim tiefen Einatmen
  • Stechen entlang der Rippen
  • eingeschränkte Drehbeweglichkeit
  • Verspannungen im Rücken
  • Schmerzen beim langen Sitzen
  • Ausstrahlung in Brustkorb oder Schulter
  • Morgensteifigkeit

Einige Patienten empfinden zusätzlich eine flache Atmung oder das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können.

Wir schauen nicht nur auf die Brustwirbelsäule

Die Rippen

Jede Rippe ist über kleine Gelenke mit der Brustwirbelsäule verbunden. Sind diese Gelenke in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, können Schmerzen beim Atmen, Drehen oder Husten entstehen.

Das Zwerchfell

Das Zwerchfell ist unser wichtigster Atemmuskel und verbindet Brustkorb und Bauchraum. Veränderungen der Atemmechanik oder anhaltender Stress können seine Beweglichkeit beeinflussen. Umgekehrt können Bewegungseinschränkungen des Brustkorbs auch Auswirkungen auf das Zwerchfell haben.

Die Schultern

Die Beweglichkeit der Schulterblätter hängt eng mit der Brustwirbelsäule zusammen. Einschränkungen in einem Bereich können Beschwerden im anderen begünstigen.

Das vegetative Nervensystem

Im Bereich der Brustwirbelsäule verlaufen Anteile des sympathischen Nervensystems. Dieses beeinflusst unter anderem Herz, Lunge, Magen, Leber, Gallenblase und Darm.

Deshalb berücksichtigen wir bei unserer Untersuchung auch neurovegetative Zusammenhänge. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Beschwerden der Brustwirbelsäule automatisch von inneren Organen ausgehen oder umgekehrt.

Funktionelle Zusammenhänge

Zwischen Haut, Muskulatur, Faszien und inneren Organen bestehen neurophysiologische Verbindungen. Diese sogenannten viszerokutanen und kutiviszeralen Reflexmechanismen können dazu beitragen, dass Beschwerden innerer Organe als Rückenschmerzen wahrgenommen werden oder sich Schmerzen aus dem Rücken in andere Körperregionen ausbreiten.

Im Rahmen unserer osteopathischen Untersuchung berücksichtigen wir solche funktionellen Zusammenhänge, wenn sie für Ihre Beschwerden relevant erscheinen.

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule können unterschiedliche Ursachen haben. Einen Überblick über häufige Beschwerden der Wirbelsäule finden Sie auf unserer Seite Rücken und Wirbelsäule.

Warum können Brustwirbelschmerzen mit Herz- oder Lungenbeschwerden verwechselt werden?

Die Brustwirbelsäule, die Rippen und die Zwischenrippenmuskulatur bewegen sich bei jedem Atemzug. Sind diese Strukturen in ihrer Funktion eingeschränkt, können Schmerzen im Brustkorb oder zwischen den Schulterblättern entstehen.

Gleichzeitig können auch Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder anderer innerer Organe Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule verursachen.

Deshalb gehört es zu einer sorgfältigen Untersuchung, mögliche Warnzeichen zu erkennen und gegebenenfalls eine ärztliche Abklärung zu empfehlen.

Bei plötzlich auftretenden Brustschmerzen, Atemnot, Kaltschweißigkeit oder Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Unterkiefer sollte unverzüglich der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.

Wie untersuchen wir Brustwirbelschmerzen?

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit. Deshalb beginnt jede Behandlung mit einem ausführlichen Gespräch.

Wir möchten unter anderem wissen,

  • seit wann die Beschwerden bestehen,
  • ob sie bewegungs- oder atemabhängig sind,
  • ob Schmerzen im Brustkorb auftreten,
  • welche Belastungen den Alltag bestimmen,
  • ob frühere Verletzungen oder Operationen stattgefunden haben,
  • welche Behandlungen bereits erfolgt sind.

Anschließend untersuchen wir die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule, der Rippen und des Schultergürtels sowie die Muskulatur, die Haltung und die Atmung. Je nach Beschwerden beziehen wir außerdem funktionelle Zusammenhänge mit dem vegetativen Nervensystem oder angrenzenden Körperregionen in unsere Untersuchung ein.

Wie können wir Sie unterstützen?

Die Behandlung richtet sich immer nach den Ergebnissen unserer Untersuchung.

Je nach Befund können unterschiedliche Verfahren sinnvoll sein.

Physiotherapie

Mit Krankengymnastik, Manueller Therapie und individuellen Übungen verbessern wir Beweglichkeit, Kraft, Haltung und Koordination.

Ärztlich abgestimmte Medikamente können die Behandlung vorübergehend unterstützen. Welche Mittel bei Rücken-, Gelenk- oder Nervenschmerzen sinnvoll sind und welche Risiken berücksichtigt werden müssen, erläutern wir in unserem Beitrag Einsatz von Schmerzmitteln.

Osteopathie

Die osteopathische Untersuchung ergänzt unsere physiotherapeutische Befunderhebung. Dabei berücksichtigen wir – sofern medizinisch sinnvoll – auch fasziale, viszerale und neurovegetative Zusammenhänge.

Chiropraktik

Bei geeigneter Indikation können eingeschränkte Gelenkbewegungen der Brustwirbelsäule oder der Rippen behandelt werden.

Individuell kombiniertes Behandlungskonzept

Bei länger bestehenden Beschwerden betrachten wir den Menschen ganzheitlich. Je nach Befund können Physiotherapie, Osteopathie, Chiropraktik sowie Neuraltherapie oder Phytotherapie miteinander kombiniert werden.

Wann sollten Brustwirbelschmerzen ärztlich abgeklärt werden?

Bitte suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn

  • Brustschmerzen mit Atemnot auftreten,
  • Schmerzen in Arm, Unterkiefer oder Rücken ausstrahlen,
  • starke Beschwerden nach einem Unfall bestehen,
  • Fieber hinzukommt,
  • Gefühlsstörungen oder Lähmungen auftreten,
  • anhaltende nächtliche Schmerzen bestehen,
  • unerklärlicher Gewichtsverlust auftritt.

Häufige Fragen

Können Brustwirbelschmerzen von den Rippen kommen?

Ja. Die Rippen sind über Gelenke mit der Brustwirbelsäule verbunden. Bewegungseinschränkungen können Schmerzen beim Atmen, Drehen oder Husten verursachen.

Können Brustwirbelschmerzen von den inneren Organen kommen?

Ja. Beschwerden von Herz, Lunge oder anderen Organen können sich auch im Bereich der Brustwirbelsäule bemerkbar machen. Deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.

Kann Stress Brustwirbelschmerzen verstärken?

Ja. Stress kann die Muskelspannung erhöhen und das Atemmuster verändern. Dadurch können Beschwerden der Brustwirbelsäule verstärkt werden.

Hilft Bewegung bei Brustwirbelschmerzen?

In vielen Fällen ja. Individuell angepasste Bewegung und gezielte Übungen können die Beweglichkeit verbessern und die Muskulatur stärken. Welche Übungen für Sie geeignet sind, hängt jedoch von der Ursache Ihrer Beschwerden ab.

Auch eine Faszienrolle wird häufig zur Selbstbehandlung der Brustwirbelsäule verwendet. Hinweise zur sicheren Anwendung sowie eine Einordnung der möglichen Wirkungen finden Sie in unserem Beitrag „Die Faszienrolle auf dem Prüfstand“.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis zur Evidenz

Dieser Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie unserer langjährigen klinischen Erfahrung. Funktionelle Zusammenhänge zwischen Brustwirbelsäule, Rippen, Atmung, vegetativem Nervensystem und inneren Organen werden im Rahmen der osteopathischen Befunderhebung berücksichtigt. Sie sind jedoch nicht in allen Bereichen gleichermaßen durch hochwertige klinische Studien belegt. Die Auswahl der Behandlung erfolgt stets auf Grundlage einer individuellen Untersuchung.

Passende Podcastfolge

Folge 9 – Das vegetative Nervensystem verständlich erklärt

Die Brustwirbelsäule steht in enger Beziehung zum Brustkorb, zur Atmung und zum vegetativen Nervensystem. In dieser Folge erklären wir, wie Sympathikus und Parasympathikus an der Regulation wichtiger Körperfunktionen beteiligt sind und wie Stress und Erholung den Körper beeinflussen können.

Folge 9 – Das vegetative Nervensystem anhören

Diese Folge passt besonders gut zu den Abschnitten über Sympathikus, Atmung und neurovegetative Zusammenhänge. Sie ist auf der Podcastübersicht als eigene Folge aufgeführt.

Termin anfragen

Sie leiden unter Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule oder zwischen den Schulterblättern?

Wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Untersuchung und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Behandlungskonzept.

Verantwortlich für den Inhalt

Ines Beger
Physiotherapeutin · Heilpraktikerin · Osteopathin

Qualifikationen und Fortbildungen ansehen

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Welche Behandlung passt zu Ihnen?

Nicht immer ist auf den ersten Blick klar, welche Behandlung für die eigenen Beschwerden geeignet ist. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Orientierung. Welche Therapie tatsächlich infrage kommt, richtet sich nach Ihrem individuellen Befund.

Rücken und Nacken
Physiotherapie, Manuelle Therapie und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten

Schulter oder Gelenke
Physiotherapeutische Behandlung bei Beschwerden von Schulter und Gelenken

Kieferbeschwerden / CMD
Spezialisierte physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks

Neurologische Erkrankungen
Neurologische Physiotherapie mit Bobath, PNF und N.A.P.

Babys, Kinder und Jugendliche
Physiotherapie, Skoliosebehandlung nach Schroth, Osteopathie und Kinderchiropraktik

Osteopathie
Osteopathische Untersuchung und individuell abgestimmte Behandlung

Chiropraktik
Manuelle Untersuchung und chiropraktische Behandlung

Termin anfragen

 

Praxis Ines Beger

Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik in Leipzig-Böhlitz-Ehrenberg – individuell und befundorientiert.

Informationen

Physiotherapie

Pestalozzistraße 60
04178 Leipzig

0341 4422796
info@physio-beger.de

Montag–Freitag:
7.00–20.00 Uhr

Facebook Physio YouTube

Osteopathie und Chiropraktik

Pestalozzistraße 66
04178 Leipzig

0341 4422796
info@osteopathie-beger-leipzig.de

Montag–Freitag:
nach Vereinbarung

Facebook Osteo

Wie verwenden Cookies
Wir möchten die Informationen auf dieser Webseite und auch unsere Leistungsangebote auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck setzen wir sog. Cookies ein.