Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick
Zwei Skizzen zur Spinalkanalstenose: links Person mit Schmerzen im unteren Rücken und Ausstrahlung in beide Beine, rechts anatomische Darstellung eines verengten Spinalkanals mit eingeengten Nerven.

Eine Spinalkanalstenose kann die Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag deutlich einschränken. Typisch sind Schmerzen, Kribbeln oder ein Schweregefühl in den Beinen, die besonders beim längeren Stehen und Gehen auftreten.

Viele Betroffene müssen nach einer gewissen Strecke stehen bleiben oder sich nach vorn beugen, bevor sie weitergehen können.

Der Begriff Spinalkanalstenose bezeichnet eine Verengung des Wirbelkanals. Sie tritt besonders häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule auf und wird deshalb auch lumbale Spinalkanalstenose genannt. Durch die Verengung kann der Platz für die Nerven geringer werden. Ob und wie starke Beschwerden entstehen, hängt jedoch nicht allein vom Bild einer MRT- oder CT-Untersuchung ab.

In unserer Praxis steht deshalb nicht nur der radiologische Befund im Mittelpunkt. Wir möchten wissen, wie weit Sie gehen können, welche Bewegungen Ihre Beschwerden verändern, welche Einschränkungen Sie im Alltag erleben und welche persönlichen Ziele Ihnen wichtig sind.

Unser Blick auf die Spinalkanalstenose

Nicht jede im MRT sichtbare Verengung verursacht automatisch Beschwerden. Umgekehrt kann auch eine mäßig ausgeprägte Veränderung die Gehfähigkeit deutlich beeinträchtigen. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel von ärztlicher Diagnose, körperlicher Untersuchung und Ihren persönlichen Beschwerden.

Wir untersuchen nicht nur die Lendenwirbelsäule. Auch die Beweglichkeit der Hüften, die Kraft der Beine, das Gleichgewicht, die Haltung sowie Ihr Gangbild können Einfluss darauf haben, wie sicher und wie weit Sie gehen können.

Unser Ziel besteht nicht darin, eine knöcherne Verengung durch Physiotherapie oder manuelle Behandlung zu beseitigen. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen Möglichkeiten finden, Beschwerden zu lindern, die Gehstrecke zu verbessern, Kraft und Beweglichkeit zu erhalten und den Alltag wieder sicherer zu bewältigen.

Je nach Befund können Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Osteopathie und in ausgewählten Fällen weitere Verfahren Bestandteil eines individuellen Behandlungskonzeptes sein.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Der Spinalkanal verläuft im Inneren der Wirbelsäule. In ihm befinden sich im Bereich der Lendenwirbelsäule die Nervenfasern, die unter anderem Beine, Blase und Darm versorgen.

Mit zunehmendem Alter können sich Bandscheiben, Wirbelgelenke und Bänder verändern. Bandscheiben können flacher werden oder sich vorwölben, Gelenke können sich vergrößern und Bänder verdicken. Dadurch kann der Platz im Wirbelkanal oder an den Nervenaustrittsöffnungen geringer werden.

Eine solche Verengung kann an einer zentralen Stelle des Wirbelkanals, in einem seitlichen Nervenkanal oder im Bereich eines Nervenaustrittslochs entstehen. Nicht jede Verengung muss behandelt werden. Entscheidend ist, ob sie Beschwerden verursacht und wie stark der Alltag dadurch eingeschränkt ist.

Welche Beschwerden können auftreten?

Viele Patienten berichten über

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen im Gesäß oder in den Beinen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • ein Gefühl von Schwere oder Müdigkeit in den Beinen
  • nachlassende Kraft beim längeren Gehen
  • Unsicherheit beim Gehen
  • eine zunehmend kürzere Gehstrecke
  • Beschwerden beim längeren Stehen
  • eine Besserung beim Sitzen oder Vorbeugen

Manche Betroffene können mit einem Einkaufswagen deutlich weiter laufen, weil die leicht nach vorn geneigte Haltung die Beschwerden reduziert. Fahrradfahren ist häufig länger möglich als aufrechtes Gehen.

Dieses typische Beschwerdebild wird als neurogene Claudicatio oder Claudicatio spinalis bezeichnet. Die Beschwerden nehmen meist beim Stehen und Gehen zu und bessern sich im Sitzen oder beim Vorbeugen.

Warum entstehen die Beschwerden häufig beim Gehen?

Beim aufrechten Stehen und beim Zurückneigen der Lendenwirbelsäule kann sich der vorhandene Raum im Wirbelkanal weiter verkleinern. Beim Sitzen oder Vorbeugen wird er häufig etwas größer. Deshalb werden Beschwerden bei vielen Betroffenen in einer leicht gebeugten Haltung geringer.

Gleichzeitig können Kraft, Kondition, Gleichgewicht und Beweglichkeit beeinflussen, wie weit jemand gehen kann. Eine kurze Gehstrecke bedeutet daher nicht automatisch, dass ausschließlich die sichtbare Verengung dafür verantwortlich ist.

Auch Erkrankungen der Hüfte, Durchblutungsstörungen der Beine, eine Polyneuropathie oder andere neurologische Erkrankungen können ähnliche Beschwerden auslösen. Eine sorgfältige ärztliche und physiotherapeutische Untersuchung ist deshalb wichtig.

Welche Ursachen kommen infrage?

Eine Spinalkanalstenose entsteht häufig durch altersbedingte und degenerative Veränderungen. Dazu gehören

  • Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke
  • Verdickung von Bändern
  • Höhenverlust oder Vorwölbung von Bandscheiben
  • knöcherne Anbauten an den Wirbeln
  • Wirbelgleiten
  • Veränderungen nach früheren Operationen
  • seltener angeborene Verengungen des Wirbelkanals

Häufig wirken mehrere dieser Veränderungen zusammen. Der Grad der Verengung im MRT allein sagt jedoch nicht sicher voraus, wie stark die Beschwerden sind.

Wie wird eine Spinalkanalstenose festgestellt?

Die Diagnose erfolgt ärztlich. Sie beruht auf der Beschreibung Ihrer Beschwerden, einer körperlichen und neurologischen Untersuchung sowie bei Bedarf einer Bildgebung.

Eine Magnetresonanztomografie kann zeigen, an welcher Stelle der Wirbelkanal oder eine Nervenaustrittsöffnung verengt ist. Die Bilder müssen jedoch immer gemeinsam mit den Beschwerden beurteilt werden. Veränderungen im MRT können auch bei Menschen vorkommen, die keine oder nur geringe Beschwerden haben.

Bei der Untersuchung wird unter anderem geprüft,

  • wie weit Sie gehen können
  • welche Haltung die Beschwerden verändert
  • ob Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auftreten
  • wie Kraft und Reflexe ausgeprägt sind
  • ob Hinweise auf eine Durchblutungsstörung bestehen
  • ob Hüfte oder andere Gelenke an den Beschwerden beteiligt sind

Wie untersuchen wir Sie in unserer Praxis?

Zu Beginn nehmen wir uns Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Wir möchten unter anderem wissen,

  • wie weit Sie aktuell gehen können
  • wann Schmerzen oder Missempfindungen beginnen
  • ob Sitzen oder Vorbeugen Erleichterung bringt
  • ob die Beschwerden ein- oder beidseitig auftreten
  • ob Taubheitsgefühle oder Kraftverluste bestehen
  • ob Sie unsicher gehen oder bereits gestürzt sind
  • welche alltäglichen Aktivitäten Ihnen besonders schwerfallen

Anschließend untersuchen wir unter anderem die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule und der Hüften, die Kraft der Rumpf- und Beinmuskulatur, das Gleichgewicht sowie Ihr Gangbild.

Gemeinsam legen wir realistische Ziele fest. Diese können beispielsweise darin bestehen, wieder sicherer einzukaufen, eine bestimmte Strecke zu gehen, Treppen besser zu bewältigen oder länger stehen zu können.

Wie kann Physiotherapie unterstützen?

Die Krankengymnastik kann die knöcherne Verengung des Wirbelkanals nicht beseitigen. Sie kann jedoch helfen, körperliche Funktionen und den Umgang mit den Beschwerden zu verbessern.

Je nach Befund können Bestandteile der Behandlung sein

  • angepasstes Gehtraining
  • Ausdauertraining, beispielsweise auf einem Ergometer
  • Kräftigung von Rumpf, Hüften und Beinen
  • Verbesserung der Hüft- und Wirbelsäulenbeweglichkeit
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Übungen für eine günstigere Belastungsverteilung
  • Strategien für längeres Stehen und Gehen
  • Sturzprophylaxe
  • Anpassung von Alltagsaktivitäten

Die Belastung wird schrittweise an Ihre Möglichkeiten angepasst. Entscheidend ist nicht ein starres Übungsprogramm, sondern eine Behandlung, die zu Ihren Beschwerden, Begleiterkrankungen und persönlichen Zielen passt.

Patienteninformationen und Leitlinien nennen Bewegung, Übungen und manuelle Maßnahmen als mögliche Bestandteile der nichtoperativen Behandlung. Aktive Maßnahmen und der Erhalt der Alltagsaktivität spielen dabei eine zentrale Rolle.

Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie kann eingesetzt werden, wenn zusätzlich Bewegungseinschränkungen der Lendenwirbelsäule, der Hüften oder angrenzender Gelenke vorliegen.

Ziel ist nicht, den verengten Spinalkanal „freizumachen“. Manuelle Techniken können jedoch dazu beitragen, begleitende Bewegungseinschränkungen zu behandeln und Bewegung wieder leichter zu ermöglichen.

Sie sollten bei einer Spinalkanalstenose nicht isoliert eingesetzt werden, sondern mit aktiven Übungen und einem schrittweisen Belastungsaufbau verbunden sein.

Osteopathie

Die Osteopathie kann unseren Blick auf Beweglichkeit, Muskelspannung, Faszien und angrenzende Körperregionen ergänzen.

Dabei gilt ebenfalls: Osteopathische Techniken können eine knöcherne Spinalkanalstenose nicht beseitigen. Sie können allenfalls begleitende funktionelle Einschränkungen behandeln und sollten nicht an die Stelle einer notwendigen neurologischen oder orthopädischen Diagnostik treten.

Die wissenschaftliche Evidenz für osteopathische Verfahren speziell bei einer Spinalkanalstenose ist begrenzt. Deshalb setzen wir sie nur nach individueller Untersuchung und gegebenenfalls ergänzend zu aktiven physiotherapeutischen Maßnahmen ein.

Chiropraktik

Eine Spinalkanalstenose ist keine „Blockade“, die durch Einrenken aufgehoben werden kann. Bei zusätzlichen funktionellen Bewegungseinschränkungen können in ausgewählten Fällen sanfte mobilisierende oder chiropraktische Techniken infrage kommen.

Vor einer Behandlung prüfen wir mögliche Gegenanzeigen und berücksichtigen die ärztliche Diagnose, neurologische Symptome, Osteoporose, frühere Operationen und weitere Vorerkrankungen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Chiropraktik.

Multimodale Schmerztherapie

Bestehen Schmerzen und Einschränkungen bereits länger, können neben der körperlichen Veränderung weitere Faktoren an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören beispielsweise schlechter Schlaf, Unsicherheit beim Gehen, Bewegungsangst, Stress, nachlassende Kondition und der Verlust vertrauter Aktivitäten.

In unserer multimodalen Schmerztherapie verbinden wir abhängig vom Befund verschiedene Behandlungsansätze zu einem persönlichen Plan. Dazu können aktive Physiotherapie, medizinisches Training, manuelle Maßnahmen, Information und Selbstmanagement gehören.

Der Begriff multimodal bedeutet zunächst, dass unterschiedliche Behandlungsformen miteinander kombiniert werden. Eine multidisziplinäre oder interdisziplinäre Schmerzbehandlung setzt dagegen die koordinierte Zusammenarbeit mehrerer Berufsgruppen voraus. Diese Begriffe sollten nicht gleichgesetzt werden. Die International Association for the Study of Pain beschreibt integrative Schmerzbehandlung als individuell geplante, mechanismenorientierte und zeitlich aufeinander abgestimmte Kombination mehrerer Behandlungsansätze.

Was können Sie selbst tun?

Versuchen Sie, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten aktiv zu bleiben. Häufig sind mehrere kürzere Gehstrecken besser verträglich als eine lange Strecke.

Viele Betroffene profitieren von Aktivitäten in leicht nach vorn geneigter Haltung, beispielsweise Fahrradfahren oder Ergometertraining. Auch kurze Pausen, ein Gehstock, Rollator oder Einkaufswagen können die Gehstrecke erleichtern. Ein Hilfsmittel ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern kann Sicherheit und Selbstständigkeit erhöhen.

Vermeiden Sie eine dauerhafte vollständige Schonung. Zu wenig Bewegung kann Kraft, Kondition und Gleichgewicht weiter verschlechtern. Die Belastung sollte jedoch nicht wahllos gesteigert, sondern an Ihre Symptome angepasst werden.

Welche Rolle spielen Medikamente und Injektionen?

Schmerzmedikamente können abhängig von Beschwerden, Begleiterkrankungen und weiteren Medikamenten vorübergehend infrage kommen. Auswahl und Dosierung sollten ärztlich abgestimmt werden.

Epidurale Injektionen werden bei bestimmten radikulären Beschwerden oder einer Spinalkanalstenose teilweise eingesetzt. Der mögliche Nutzen und die Risiken müssen individuell ärztlich beurteilt werden. Eine aktuelle AWMF-Leitlinie befasst sich mit epiduralen Injektionen bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule.

Wann kann eine Operation sinnvoll sein?

Nicht jede Spinalkanalstenose muss operiert werden. Häufig wird zunächst eine nichtoperative Behandlung versucht.

Eine operative Beratung kann sinnvoll sein, wenn

  • die Gehfähigkeit trotz Behandlung stark eingeschränkt bleibt
  • Schmerzen und neurologische Beschwerden den Alltag erheblich beeinträchtigen
  • zunehmende Muskelschwäche auftritt
  • die Lebensqualität über längere Zeit deutlich reduziert ist
  • konservative Maßnahmen keine ausreichende Verbesserung bringen

Bei der Operation wird der eingeengte Raum für die Nerven erweitert. Ob und wann ein Eingriff sinnvoll ist, sollte gemeinsam mit einer spezialisierten Ärztin oder einem spezialisierten Arzt anhand der Beschwerden, Befunde, persönlichen Ziele und möglichen Operationsrisiken entschieden werden. Gesundheitsinformation.de stellt hierzu eine Entscheidungshilfe bereit.

Wann ist schnelle medizinische Hilfe erforderlich?

Bitte suchen Sie unverzüglich medizinische Hilfe auf, wenn

  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang neu auftreten
  • Sie Urin oder Stuhl nicht mehr halten können
  • Taubheitsgefühle im Genital-, Damm- oder Gesäßbereich auftreten
  • eine deutliche oder zunehmende Lähmung entsteht
  • beide Beine plötzlich erheblich schwächer werden
  • starke Beschwerden nach einem Unfall auftreten
  • Fieber, Schüttelfrost oder eine deutliche Verschlechterung hinzukommen

Neu auftretende Blasen- oder Darmstörungen zusammen mit Taubheitsgefühlen im Schritt oder Lähmungen können auf eine schwere Einengung der Nerven hinweisen. In diesem Fall ist eine sofortige Untersuchung in einer Notaufnahme erforderlich.

Häufige Fragen

Kann sich eine Spinalkanalstenose wieder zurückbilden?

Knöcherne und degenerative Veränderungen bilden sich in der Regel nicht vollständig zurück. Beschwerden und Belastbarkeit können sich dennoch verbessern. Ziel der Behandlung ist deshalb nicht ausschließlich die Veränderung des MRT-Bildes, sondern vor allem eine bessere Gehfähigkeit, mehr Sicherheit und eine höhere Lebensqualität.

Muss eine Spinalkanalstenose immer operiert werden?

Nein. Viele Menschen werden zunächst mit Bewegung, Physiotherapie, Anpassungen im Alltag und gegebenenfalls Medikamenten behandelt. Eine Operation kommt vor allem bei anhaltend starken Einschränkungen, zunehmenden neurologischen Ausfällen oder unzureichender Wirkung der konservativen Behandlung infrage.

Warum kann ich mit dem Fahrrad weiter fahren als gehen?

Beim Fahrradfahren ist die Lendenwirbelsäule meist etwas nach vorn gebeugt. Diese Haltung kann den Platz im Wirbelkanal vergrößern und Beschwerden reduzieren. Zusätzlich wird das Körpergewicht teilweise über Lenker und Sattel abgefangen.

Hilft Bewegung trotz Schmerzen?

Meist ist individuell angepasste Bewegung sinnvoll. Sie kann Kraft, Kondition, Gleichgewicht und Gehfähigkeit unterstützen. Die Übungen sollten jedoch zu Ihren Beschwerden passen und schrittweise aufgebaut werden.

Kann Physiotherapie den Spinalkanal erweitern?

Eine knöcherne Verengung lässt sich durch Physiotherapie nicht dauerhaft erweitern. Physiotherapie kann jedoch Beweglichkeit, Kraft, Gehfähigkeit und den Umgang mit den Beschwerden verbessern.

Ist ein Rollator sinnvoll?

Ein Rollator kann bei manchen Menschen die Gehstrecke verlängern, weil er Sicherheit gibt und eine leicht nach vorn geneigte Haltung ermöglicht. Ob er sinnvoll ist, hängt von Ihrer Gehfähigkeit, Ihrem Gleichgewicht und Ihren persönlichen Zielen ab.

Bekomme ich Physiotherapie auf Rezept?

Physiotherapeutische Heilmittel können bei medizinischer Indikation ärztlich verordnet werden. Art und Umfang richten sich nach der Heilmittel-Richtlinie und dem Heilmittelkatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Diagnose allein legt dabei nicht automatisch ein bestimmtes Heilmittel fest; maßgeblich sind die vorhandenen Funktions- und Aktivitätseinschränkungen.

Quellen und weiterführende Informationen

Weltgesundheitsorganisation: WHO-Leitlinie zur nichtoperativen Behandlung chronischer primärer Rückenschmerzen

International Association for the Study of Pain: Begriffsbestimmungen zu multimodaler, multidisziplinärer und interdisziplinärer Behandlung

International Association for the Study of Pain: Entwicklung eines individuellen integrativen Behandlungsplans

Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel und Heilmittel-Richtlinie

Gemeinsamer Bundesausschuss: Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung

AWMF: S2k-Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz mit Abschnitt zur lumbalen Spinalkanalstenose

Gesundheitsinformation.de: Spinalkanalstenose im unteren Rücken

Gesundheitsinformation.de: Eine Spinalkanalstenose ohne Operation behandeln

Gesundheitsinformation.de: Wann kommt bei einer Spinalkanalstenose eine Operation infrage?

Gesundheitsinformation.de: Entscheidungshilfe zur Operation bei Spinalkanalstenose

Journal of Pain: Nichtoperative Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose mit neurogener Claudicatio

AWMF: S3-Leitlinie zu epiduralen Injektionen bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule

Hinweis zur Evidenz

Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und patientenorientierten Fachinformationen sowie unserer klinischen Erfahrung.

Die WHO-Leitlinie bezieht sich auf chronische primäre Rückenschmerzen und nicht speziell auf eine diagnostizierte Spinalkanalstenose. Sie wurde aufgenommen, weil ihre Grundsätze zu personenzentrierter Behandlung, Aufklärung, Bewegung und der sinnvollen Kombination verschiedener nichtoperativer Maßnahmen auch für die Planung einer konservativen Behandlung bedeutsam sein können. Sie ersetzt jedoch keine stenosespezifische ärztliche Beurteilung.

Manuelle, osteopathische und chiropraktische Verfahren können die knöcherne Verengung des Spinalkanals nicht beseitigen. Sie werden in unserer Praxis nur nach individueller Untersuchung, bei geeigneter Indikation und vorzugsweise in Verbindung mit aktiven Maßnahmen eingesetzt.

Passende Podcastfolge

Folge 11 – Warum Bewegung so wichtig ist

Bei einer Spinalkanalstenose kann Physiotherapie die knöcherne Verengung nicht beseitigen. Individuell angepasste Bewegung kann jedoch helfen, Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht und Gehfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum bereits kleine, regelmäßig durchgeführte Aktivitäten wichtig sind und wie Belastung an die persönlichen Möglichkeiten angepasst werden kann.

Folge 11 – Warum Bewegung so wichtig ist anhören

Folge 12 – Krafttraining

Angepasstes Krafttraining kann dazu beitragen, Rumpf- und Beinmuskulatur sowie die allgemeine Belastbarkeit zu erhalten. Welche Übungen geeignet sind, hängt von der Gehfähigkeit, dem Gleichgewicht und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Folge 12 – Krafttraining anhören

Folge 11 behandelt ausdrücklich den individuellen Belastungsaufbau; Folge 12 erläutert Krafttraining als Bestandteil von Prävention und physiotherapeutischer Behandlung.

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Ines Beger
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