Diagnosen

Diagnosen auf einen Blick
Zwei Skizzen zur Coxarthrose: links Person mit Schmerzen in der Leiste und Hüfte, rechts anatomische Darstellung eines arthrotisch veränderten Hüftgelenks mit verschmälertem Gelenkspalt und Knochenanbauten.

Eine Coxarthrose entwickelt sich meist langsam. Anfangs macht sich die Hüfte vielleicht nur nach einem längeren Spaziergang, beim Treppensteigen oder am Ende eines anstrengenden Tages bemerkbar. Später können auch das Aufstehen, das Anziehen von Schuhen oder längeres Sitzen schwieriger werden.

Typisch sind Schmerzen in der Leiste oder im Hüftbereich. Sie können aber auch in das Gesäß, den Oberschenkel oder bis zum Knie ausstrahlen. Dadurch wird nicht immer sofort erkannt, dass die Beschwerden aus dem Hüftgelenk kommen.

Die medizinische Bezeichnung Coxarthrose bedeutet Arthrose des Hüftgelenks. Dabei verändert sich das gesamte Gelenk. Unter anderem wird die schützende Knorpelschicht dünner. Gleichzeitig können sich Knochen, Gelenkkapsel und umgebende Muskulatur verändern.

In unserer Praxis steht nicht allein das Röntgenbild im Mittelpunkt. Wir möchten wissen, welche Bewegungen Ihnen schwerfallen, wie sicher Sie gehen können und welche Aktivitäten Sie wieder besser ausführen möchten. Nicht jede sichtbare Hüftarthrose verursacht gleich starke Beschwerden. Entscheidend ist, wie sich die Erkrankung auf Ihren Alltag auswirkt.

Unser Blick auf die Coxarthrose

Eine Hüftarthrose betrifft nicht nur den Gelenkknorpel. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können dazu führen, dass Menschen das betroffene Bein weniger belasten, kürzere Schritte machen oder bestimmte Bewegungen vermeiden.

Dadurch können Muskelkraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht abnehmen. Auch die Lendenwirbelsäule, das Iliosakralgelenk und das Knie können durch veränderte Bewegungsabläufe stärker beansprucht werden.

Deshalb betrachten wir nicht nur das Hüftgelenk. Wir untersuchen auch das Becken, die Lendenwirbelsäule, die Knie, die Füße, die Muskulatur und das Gangbild.

Unser Ziel besteht nicht darin, die Arthrose rückgängig zu machen. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen Möglichkeiten finden, Schmerzen zu beeinflussen, die Beweglichkeit zu erhalten, die Muskulatur zu stärken und Ihre Sicherheit im Alltag zu verbessern.

Je nach Befund können Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Osteopathie sowie bei länger bestehenden Beschwerden ein multimodales Behandlungskonzept sinnvoll sein.

Was geschieht bei einer Hüftarthrose?

Das Hüftgelenk verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Becken. Der kugelförmige Hüftkopf bewegt sich in der Hüftpfanne. Beide Gelenkflächen sind mit Knorpel überzogen, der eine möglichst reibungsarme Bewegung ermöglicht.

Bei einer Arthrose wird die Knorpelschicht mit der Zeit dünner und unregelmäßiger. Das Gelenk kann weniger belastbar werden. Zusätzlich können sich knöcherne Anbauten bilden und die Gelenkkapsel kann sich verändern.

Eine Arthrose ist jedoch nicht einfach nur ein vollständiger „Knorpelabrieb“. Sie betrifft das gesamte Gelenk und verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich.

Bildgebende Veränderungen und Beschwerden stimmen nicht immer genau überein. Manche Menschen haben deutliche Veränderungen im Röntgenbild und vergleichsweise geringe Beschwerden. Andere fühlen sich bereits bei weniger ausgeprägten Veränderungen stark eingeschränkt.

Welche Beschwerden können auftreten?

Viele Patienten berichten über

  • Schmerzen in der Leiste
  • Schmerzen an der Vorderseite oder Außenseite der Hüfte
  • Ausstrahlung in Gesäß, Oberschenkel oder Knie
  • Anlaufschmerzen nach längerem Sitzen
  • Schmerzen beim Gehen und Treppensteigen
  • Probleme beim Aufstehen aus einem tiefen Stuhl
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schwierigkeiten beim Anziehen von Schuhen und Strümpfen
  • Probleme beim Einsteigen ins Auto
  • Morgensteifigkeit
  • ein unsicheres oder hinkendes Gangbild
  • nachlassende Gehstrecke

Bei einer Coxarthrose ist häufig zunächst die Drehbeweglichkeit nach innen eingeschränkt. Auch das Spreizen und Beugen der Hüfte kann schwieriger werden.

Schmerzen an der Außenseite der Hüfte müssen jedoch nicht zwangsläufig aus dem Gelenk kommen. Auch Sehnen, Schleimbeutel, die Lendenwirbelsäule oder das Iliosakralgelenk können ähnliche Beschwerden verursachen.

Warum entsteht eine Coxarthrose?

Bei vielen Menschen lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Mögliche Einflussfaktoren sind

  • zunehmendes Lebensalter
  • eine angeborene Hüftdysplasie
  • frühere Verletzungen des Hüftgelenks
  • Fehlstellungen des Hüftkopfes oder der Hüftpfanne
  • Übergewicht
  • starke oder langjährige Gelenkbelastung
  • entzündliche Gelenkerkrankungen
  • Hüftkopfnekrose
  • frühere Operationen
  • familiäre Veranlagung

Auch Bewegungsmangel kann indirekt eine Rolle spielen, weil dadurch Muskelkraft, Koordination und Belastbarkeit abnehmen.

Eine Coxarthrose entsteht nicht durch eine einzelne falsche Bewegung. Außerdem bedeutet die Diagnose nicht automatisch, dass Sport oder Bewegung grundsätzlich vermieden werden müssen.

Wir betrachten mehr als das Hüftgelenk

Die Lendenwirbelsäule

Hüft- und Rückenschmerzen lassen sich nicht immer klar voneinander trennen. Beschwerden der Lendenwirbelsäule können in Leiste, Gesäß oder Oberschenkel ausstrahlen. Gleichzeitig kann eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit dazu führen, dass die Lendenwirbelsäule Bewegungen ausgleichen muss.

Deshalb untersuchen wir beide Bereiche. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Lendenwirbelschmerzen.

Das Iliosakralgelenk

Das Iliosakralgelenk verbindet Becken und Wirbelsäule. Beschwerden des ISG können sich ähnlich wie Hüftschmerzen anfühlen und in das Gesäß oder die Leiste ausstrahlen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu den ISG-Beschwerden und ISG-Blockade.

Das Knie

Schmerzen aus dem Hüftgelenk können bis zum Knie ausstrahlen. Deshalb sollte bei ungeklärten Knieschmerzen auch die Hüfte untersucht werden.

Umgekehrt kann eine schmerzhafte Knieerkrankung das Gangbild verändern und dadurch die Hüfte zusätzlich belasten.

Muskulatur und Gangbild

Die Gesäßmuskulatur stabilisiert das Becken beim Gehen und Treppensteigen. Wird die Hüfte über längere Zeit geschont, können Kraft und Ausdauer dieser Muskulatur abnehmen.

Manche Menschen verkürzen ihre Schritte oder verlagern das Gewicht auf die andere Seite. Eine solche Anpassung ist bei Schmerzen zunächst verständlich. Dauerhaft kann sie jedoch weitere Beschwerden begünstigen.

Beckenboden und Bauchwand

Beckenboden, Bauchmuskulatur, Rücken und Hüftmuskulatur arbeiten bei vielen Alltagsbewegungen zusammen. Je nach Vorgeschichte können auch Operationen, Schwangerschaften oder eine eingeschränkte Rumpfstabilität für die Belastungsverteilung wichtig sein.

Diese Aspekte sind nicht bei jeder Coxarthrose relevant. Wir beziehen sie nur ein, wenn sich aus Gespräch und Untersuchung entsprechende Hinweise ergeben.

Wie wird eine Coxarthrose festgestellt?

Die Diagnose erfolgt ärztlich. Sie beruht auf Ihren Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und bei Bedarf auf einer Röntgenaufnahme.

Bei der Untersuchung wird unter anderem beurteilt

  • wo die Schmerzen auftreten
  • welche Bewegungen eingeschränkt sind
  • wie sich das Gangbild verändert hat
  • ob die Beschwerden aus der Hüfte, der Lendenwirbelsäule oder anderen Strukturen kommen könnten
  • wie stark Kraft und Belastbarkeit eingeschränkt sind

Eine Röntgenaufnahme kann Veränderungen wie eine Verschmälerung des Gelenkspalts, knöcherne Anbauten oder eine veränderte Gelenkform zeigen.

Die Bildgebung allein entscheidet jedoch nicht über die Behandlung. Wichtig ist, wie stark Schmerzen, Beweglichkeit und Alltag tatsächlich beeinträchtigt sind.

Wie untersuchen wir Sie in unserer Praxis?

Jede Behandlung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Wir möchten unter anderem wissen

  • seit wann die Beschwerden bestehen
  • wo genau Sie die Schmerzen spüren
  • welche Bewegungen schwierig sind
  • wie weit Sie gehen können
  • ob Treppensteigen oder Aufstehen Probleme bereitet
  • ob die Schmerzen bis ins Knie oder in den Rücken ausstrahlen
  • welche Untersuchungen bereits erfolgt sind
  • welche persönlichen Ziele Ihnen wichtig sind

Anschließend untersuchen wir unter anderem die Beweglichkeit der Hüfte, die Kraft der Hüft- und Beinmuskulatur, das Becken, die Lendenwirbelsäule, die Knie und das Gangbild.

Wir achten außerdem darauf, wie Sie aufstehen, Treppen steigen oder das Bein belasten. Aus diesen Beobachtungen entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen realistische Behandlungsziele.

Wie kann Physiotherapie unterstützen?

Physiotherapie kann die knöchernen Veränderungen einer Hüftarthrose nicht rückgängig machen. Sie kann jedoch helfen, Schmerzen, Beweglichkeit, Muskelkraft und Alltagsfunktion zu verbessern.

Je nach Befund können Bestandteile der Behandlung sein

  • Kräftigung der Hüft- und Beinmuskulatur
  • Verbesserung der Hüftbeweglichkeit
  • Training von Gleichgewicht und Koordination
  • Gangschule
  • Übungen für Aufstehen und Treppensteigen
  • Anpassung von Alltagsbewegungen
  • Ausdauertraining
  • schrittweiser Belastungsaufbau
  • Vorbereitung auf eine mögliche Operation
  • Nachbehandlung nach einem Gelenkersatz

Bewegungstherapie gehört zu den wichtigsten nichtoperativen Maßnahmen bei Hüftarthrose. Kräftigungs-, Beweglichkeits- und Ausdauertraining können Schmerzen und Funktion verbessern. Die Übungen sollten an Beschwerden, körperliche Voraussetzungen und persönliche Ziele angepasst werden.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Krankengymnastik.

Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie kann eingesetzt werden, wenn die Hüfte oder angrenzende Gelenke zusätzlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.

Mobilisierende Techniken können Bewegungen zeitweise erleichtern und Schmerzen beeinflussen. Sie sollten jedoch nicht als alleinige Behandlung verstanden werden.

Entscheidend ist die Verbindung mit aktiven Übungen, Muskelaufbau und einem schrittweisen Belastungstraining. Genau diese Kombination wird auch in der aktuellen Coxarthrose-Leitlinie hervorgehoben.

Osteopathie

Die Osteopathie kann unsere Untersuchung um den Blick auf Becken, Lendenwirbelsäule, Faszien und angrenzende Körperregionen ergänzen.

Osteopathische Techniken können eine Hüftarthrose nicht beseitigen oder Knorpel wieder aufbauen. Sie können in ausgewählten Fällen begleitende Bewegungseinschränkungen oder Spannungen behandeln.

Die wissenschaftliche Evidenz speziell für osteopathische Verfahren bei Coxarthrose ist begrenzt. Deshalb setzen wir sie nur nach individueller Untersuchung und vorzugsweise ergänzend zu aktiven physiotherapeutischen Maßnahmen ein.

Chiropraktik

Eine Coxarthrose ist keine Blockade, die durch Einrenken aufgehoben werden kann. Bei zusätzlichen funktionellen Einschränkungen der Lendenwirbelsäule, des Beckens oder angrenzender Gelenke können mobilisierende oder chiropraktische Techniken in ausgewählten Fällen ergänzend eingesetzt werden.

Das betroffene Hüftgelenk wird dabei nicht gewaltsam bewegt. Vor jeder Behandlung berücksichtigen wir Schmerzen, Beweglichkeit, Osteoporose, frühere Operationen und weitere mögliche Gegenanzeigen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Chiropraktik.

Multimodale Schmerztherapie

Bestehen die Beschwerden bereits länger, können neben den Gelenkveränderungen weitere Faktoren an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören beispielsweise schlechter Schlaf, Stress, Bewegungsangst, nachlassende Kondition oder der Verlust vertrauter Aktivitäten.

In unserer multimodalen Schmerztherapie verbinden wir abhängig vom Befund verschiedene Maßnahmen zu einem persönlichen Behandlungsplan.

Dazu können aktive Physiotherapie, medizinisches Training, manuelle Maßnahmen, Osteopathie, Information und Unterstützung beim Selbstmanagement gehören.

Nicht jeder Patient benötigt alle Verfahren. Entscheidend ist, welche Maßnahmen zu Ihren Beschwerden, Ihrer Belastbarkeit und Ihren Zielen passen.

Was können Sie selbst tun?

Bei einer Coxarthrose ist regelmäßige, angepasste Bewegung meist sinnvoll. Die Hüfte sollte weder dauerhaft geschont noch unkontrolliert überlastet werden.

Geeignet sein können beispielsweise

  • Spazierengehen in gut verträglicher Dauer
  • Radfahren oder Ergometertraining
  • Schwimmen oder Bewegung im Wasser
  • gezielte Kräftigungsübungen
  • Beweglichkeitsübungen
  • regelmäßige Positionswechsel
  • kurze, über den Tag verteilte Bewegungseinheiten

Welche Aktivität passt, hängt von der persönlichen Belastbarkeit ab. Entscheidend ist nicht, ob eine Bewegung vollkommen schmerzfrei ist, sondern wie stark und wie lange die Beschwerden während und nach der Belastung zunehmen.

Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion das Hüftgelenk entlasten und weitere gesundheitliche Vorteile haben. Dies sollte ohne Schuldzuweisung und an die persönliche Situation angepasst besprochen werden.

Welche Rolle spielen Medikamente und Injektionen?

Entzündungshemmende Schmerzmittel können bei Hüftarthrose zeitweise eingesetzt werden. Sie sind jedoch nicht für jeden Menschen geeignet und können unter anderem Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten.

Auswahl, Dosierung und Einnahmedauer sollten deshalb ärztlich abgestimmt werden.

Injektionen in das Hüftgelenk kommen in bestimmten Situationen infrage. Nutzen und Risiken müssen individuell beurteilt werden. Eine Injektion ersetzt keinen aktiven Behandlungsplan.

Nahrungsergänzungsmittel oder vermeintlich knorpelaufbauende Präparate können eine fortgeschrittene Arthrose nicht heilen. Lassen Sie sich dazu ärztlich oder pharmazeutisch beraten.

Wann kann ein künstliches Hüftgelenk sinnvoll sein?

Nicht jede Coxarthrose muss operiert werden. Häufig werden zunächst Bewegung, Physiotherapie, Anpassungen im Alltag und bei Bedarf Medikamente eingesetzt.

Ein künstliches Hüftgelenk kann infrage kommen, wenn

Schmerzen den Alltag deutlich einschränken

die Gehfähigkeit stark reduziert ist

Schlaf und Lebensqualität erheblich beeinträchtigt sind

konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen

die Beschwerden und der ärztliche Befund zusammenpassen

Die Entscheidung sollte nicht allein anhand eines Röntgenbildes getroffen werden. Entscheidend sind Schmerzen, Einschränkungen, persönliche Ziele, Begleiterkrankungen und die möglichen Vor- und Nachteile einer Operation.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Hüft-Totalendoprothese.

Physiotherapie vor und nach einer Hüftoperation

Eine gute körperliche Vorbereitung kann helfen, Bewegungsabläufe und Übungen bereits vor dem Eingriff kennenzulernen. Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit Gehstützen, das Aufstehen, Treppensteigen und ein an die Belastbarkeit angepasstes Krafttraining.

Nach der Operation unterstützt die Physiotherapie dabei

  • wieder sicher zu gehen
  • die Muskulatur aufzubauen
  • Beweglichkeit zurückzugewinnen
  • Gehhilfen richtig einzusetzen
  • Treppen zu bewältigen
  • Alltagsaktivitäten wieder selbstständig auszuführen

Die genaue Belastung richtet sich nach dem Operationsverfahren, den ärztlichen Vorgaben und dem individuellen Heilungsverlauf. Die Erholung nach einer Hüftoperation dauert meist mehrere Wochen bis Monate.

Wann sollten Hüftbeschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Bitte lassen Sie die Beschwerden zeitnah ärztlich untersuchen, wenn

  • die Schmerzen plötzlich stark auftreten
  • Sie das Bein nach einem Sturz nicht belasten können
  • das Bein verkürzt oder deutlich nach außen gedreht wirkt
  • Fieber oder Schüttelfrost hinzukommen
  • die Hüfte gerötet, überwärmt oder stark geschwollen ist
  • starke nächtliche Schmerzen bestehen
  • die Beschwerden kontinuierlich zunehmen
  • Taubheitsgefühle oder deutliche Muskelschwäche auftreten
  • ein unerklärlicher Gewichtsverlust besteht

Nach einem Sturz mit starken Hüftschmerzen und fehlender Belastbarkeit sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine Oberschenkelhalsfraktur kann auch ohne deutlich sichtbare Schwellung vorliegen.

Häufige Fragen

Ist eine Coxarthrose heilbar?

Die bestehenden strukturellen Gelenkveränderungen lassen sich in der Regel nicht vollständig rückgängig machen. Beschwerden, Beweglichkeit und Belastbarkeit können sich durch Training, Physiotherapie, Gewichtsregulation und weitere Maßnahmen dennoch deutlich verbessern.

Muss ich mich bei Hüftarthrose schonen?

Eine dauerhafte Schonung ist meist nicht sinnvoll. Dadurch können Muskelkraft und Belastbarkeit weiter abnehmen. Besser ist eine individuell angepasste Bewegung, die schrittweise aufgebaut wird.

Welche Sportarten sind bei Coxarthrose geeignet?

Häufig gut verträglich sind Radfahren, Bewegung im Wasser, Schwimmen, angepasstes Krafttraining und Spaziergänge. Entscheidend ist die individuelle Reaktion der Hüfte.

Können Hüftschmerzen bis ins Knie ausstrahlen?

Ja. Schmerzen aus dem Hüftgelenk können im Oberschenkel oder Knie wahrgenommen werden. Deshalb sollte bei ungeklärten Knieschmerzen auch die Hüfte untersucht werden.

Ist eine Coxarthrose dasselbe wie Hüftverschleiß?

Der Begriff Hüftverschleiß wird umgangssprachlich häufig verwendet. Coxarthrose beschreibt jedoch Veränderungen des gesamten Hüftgelenks und nicht nur einen einfachen Abrieb.

Hilft Krafttraining bei Hüftarthrose?

Ja. Angepasstes Krafttraining kann die Muskulatur rund um Hüfte und Bein stärken und Alltagsbewegungen erleichtern. Die Belastung sollte zum individuellen Befund passen.

Wann ist eine Hüftprothese notwendig?

Eine Hüftprothese wird erwogen, wenn Schmerzen und Einschränkungen trotz geeigneter konservativer Behandlung erheblich bleiben. Das Röntgenbild allein ist dafür nicht ausschlaggebend.

Passender Beitrag aus unserem Gesundheitsblog

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Quellen und weiterführende Informationen

AWMF: S3-Leitlinie Koxarthrose

AWMF: S3-Leitlinie zu den Indikationskriterien für eine Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose

Gesundheitsinformation.de: Hüftarthrose (Coxarthrose)

Gesundheitsinformation.de: Was kann ich selbst für meine Hüftgelenke tun?

Gesundheitsinformation.de: Welche Schmerzmittel können bei Hüftarthrose helfen?

Gesundheitsinformation.de: Wann kommt ein künstliches Hüftgelenk infrage?

Gesundheitsinformation.de: Entscheidungshilfe zum künstlichen Hüftgelenk

Gesundheitsinformation.de: Was erwartet mich vor und nach einer Hüftoperation?

Gesund.bund.de: Hüftarthrose

Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel und Heilmittel-Richtlinie

Hinweis zur Evidenz

Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien, patientenorientierten Fachinformationen sowie unserer klinischen Erfahrung.

Bewegungstherapie, Krafttraining, Patientenschulung und der Erhalt der Alltagsaktivität gehören zu den wichtigsten konservativen Maßnahmen bei Coxarthrose. Manuelle Therapie kann abhängig vom Befund ergänzend eingesetzt werden.

Osteopathische und chiropraktische Verfahren können die Arthrose nicht beseitigen oder Gelenkknorpel wiederherstellen. Ihre wissenschaftliche Evidenz speziell bei Coxarthrose ist begrenzt. Sie werden in unserer Praxis nur nach individueller Untersuchung und vorzugsweise in Verbindung mit aktiven Maßnahmen eingesetzt.

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